Übersterblichkeit steigt immer dramatischer – aber nicht wegen Corona Im Herbst 30.000 Todesfälle mehr als in den Vorjahren

Bereits mehrfach habe ich auf meiner Seite über die massiv ansteigende Übersterblichkeit in Deutschland berichtet. Die Bundesregierung reagierte auf Nachfragen von mir dazu auf der Bundespressekonferenz ausweichend (siehe unten). Meine Frage dazu am Montag wurde gar nicht erst  verlesen. Nun wird bekannt: Gab es im September und im Oktober jeweils rund 7.000 Todesfälle mehr als im Durchschnitt der vorherigen vier Jahre, so stieg diese Zahl im November nochmals an, auf mehr als 15.000 Tote mehr als in den Vorjahren. Quelle für diese Daten ist das Statistische Bundesamt. Da es in den betreffenden Monaten „nur“ 10.000 Coronatote gab, sind zumindest rund zwei Drittel der Übersterblichkeit nicht durch das Virus zu erklären. Erschreckend ist vor allem die Tendenz, aber auch die blanke Zahl. Sollte die Entwicklung vom November anhalten, könnte das, auf einen Zwölf-Monats-Zeitraum, 180.000 Todesfälle mehr als in den Vorjahren bedeuten.

Zu der großen Tabu-Frage – Übersterblichkeit wegen der Impftoten? – hat bereits am 26. Dezember 2021 der Daten-Analyst Dr. A. Weber eine ausführliche Analyse auf meiner Seite veröffentlicht (siehe hier). Sein Fazit: „Der Beginn der Impfungen in der Altersgruppe 0 bis 40 fällt zusammen mit einem Anstieg der Sterbefälle in dieser Altersgruppe. Dies ist auf jeden Fall nicht leicht erklärbar und verlangt m.E. nach einer Untersuchung.“
Felix zur Nieden, Fachmann für Sterbefalldaten beim Statistischen Bundesamt (Destatis), äußerte gegenüber der Welt, die ihren Artikel unter der Überschrift „Die rätselhafte Übersterblichkeit“ im Herbst leider hinter einer Bezahlschranke veröffentlichte (wie so viele brisante Informationen und Spekulationen): „Es könnten unerkannte Corona-Fälle sein oder aber die ersten Folgen von aufgeschobenen Operationen oder Vorsorgeuntersuchungen.“

Göran Kauermann, der das Institut für Statistik an der Universität in München leitet, relativiert die Zahlen für die Zeitung und meint, solche Schwankungen seien nicht ungewöhnlich. Doch das klingt eher wie eine Beruhigungspille: Er greift den Überbringer der schlechten Nachricht an, das Statistische Bundesamt: Dessen „Informationspolitik“ sei „in der Form nicht sinnvoll“. Ganz anders Felix zur Nieden von Destatis: „Die Übersterblichkeit könnte erstmals zeigen, dass die Pandemie mitsamt allen Maßnahmen eben mehr Opfer fordert als die direkten Todesfälle durch Corona-Infektionen“, so zitiert ihn die Welt. Das wäre eine politische Atombombe.

Den Elefanten im Raum, das große Tabu, erklärt die Welt hastig für unsichtbar: „In den sozialen Medien äußern manche daher die Vermutung, die derzeitige Übersterblichkeit könnte durch Impfungen verursacht werden. Aus mehreren Gründen ist das allerdings abwegig.“ Unter anderem, weil die Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts doch Entwarnung gäben. Aber ist denen wirklich zu trauen? Melden wirklich alle Ärzte Todesfälle, bei denen ein Zusammenhang zur Impfung möglich ist, an das Institut? Aus zahlreichen Leserzuschriften, auch von Ärzten, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Auch der Chef-Pathologe der Universitätsklinik Heidelberg, Peter Schirmacher, warnt seit längerem vor einer hohen Dunkelziffer bei Impftoten. Nicht alle Todesfälle, die von einer Impfung ausgelöst werden, würden dem PEI gemeldet, so der Arzt. Er fordert mehr Autopsien: Um schwere unerwünschte Impfnebenwirkungen zu erfassen, zu verstehen, zu verhindern und besser zu behandeln, seien mehr Obduktionen notwendig. Die Impftoten dürften aber „meines Erachtens quantitativ nicht für die Übersterblichkeit verantwortlich sein“, sagte Schirmacher der Welt. „Für wahrscheinlicher hält Schirmacher Kollateralschäden durch die Corona-Maßnahmen der vergangenen Monate. Die Folgen der Einschränkungen, auch im wirtschaftlichen, pflegerischen und logistischen Bereich, könnten sich seiner Einschätzung nach auf die Lebenserwartung auswirken.“

Die Physikerin Dr. Ute Bergner, die ehemals der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag angehörte und inzwischen zur Partei „Bürger für Thüringen“ gewechselt ist, hielt am 17.11. vor dem Thüringer Landtag eine Rede, in der sie eine von ihr in Auftrag gegebene Analyse vorstellte. Sie hatte zwei Statistiker beauftragt zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Impfquote und der Übersterblichkeit in den 16 Bundesländern gibt. Kernaussage der Analyse: „Bundesländer mit hoher Impfquote haben höchste Übersterblichkeit.“ Wie bei jeder Statistik-Analyse erntete auch diese heftigen Widerspruch und den Vorwurf analytischer Fehler. Für das Verlinken auf diese Analyse wurde meine Seite im sozialen Netzwerk „Linkedin“, das zu Microsoft gehört, für immer gesperrt.

Kürzlich vermeldete Destatis, dass die Übersterblichkeit 2020 insgesamt 46.000 Todesfälle ausmacht. Wenn man den demografischen Wandel berücksichtigt, reduziert sich die Übersterblichkeit auf 26.000 und ist damit im Rahmen der üblichen Schwankungen – trotz Corona. Wissenschaftler um Bernd Kowall von der Universität Essen waren zuvor in einer im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlichten Analyse zu dem Schluss gekommen, in Deutschland habe es 2020 keine Übersterblichkeit gegeben. Ihre These: Die Corona-Toten seien durch fehlende Grippetote ausgeglichen worden.

Die nüchternen Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu der Hysterie, mit der die Diskussion in der Öffentlichkeit geführt wird und zu dem massiven Schüren von Angst und Panik in den großen Medien. Man könnte nun die Corona-Maßnahmen als Begründung für das erfreuliche Ausbleiben einer wirklich deutlichen Übersterblichkeit aufführen. Doch die Zahlen aus Schweden widerlegen diese These: Trotz Verzichts auf strikte Maßnahmen wie in Deutschland und trotz – wider allen anderslautenden Behauptungen – eines Westeuropa ähnlichen Urbanisierungsgrades blieben in dem liberalen Land die Corona-Zahlen, insgesamt betrachtet, vergleichbar mit denen in Staaten mit massiven Einschränkungen.

PS: Für den Chef der Barmer Ersatzkasse ist der Klimawandel verantwortlich für mehr Todesfälle:

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Ich befragte zu dem Thema am 10. November auf der Bundespressekonferenz Spahns Sprecher Hanno Kautz: „Nach den neuesten Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes gab es im Oktober eine Übersterblichkeit von 9 Prozent im Vergleich mit den Vorjahren, Tendenz steigend. In der letzten Kalenderwoche des Oktobers waren es sogar 12 Prozent. Im September hatten wir das auch schon. Ist das für Sie jetzt noch die normale Schwankung, die immer vorkommt, oder sehen Sie das schon mit Sorge als Trend? Gibt es gegebenenfalls Erklärungsansätze?“

Die Antwort von Kautz: „Wir haben Zahlen zu Coronatoten. Wir haben Zahlen zu der Entwicklung auf den Intensivstationen. Das ist für uns erst einmal sehr viel wichtiger, als jetzt auf das Statistische Bundesamt zu schauen. Wir sehen, dass sich eine vierte Welle aufbaut, erschreckend schnell aufbaut. Die Dynamik ist das Problem an der ganzen Sache. Wenn die Infektionszahlen weiter so steigen wie jetzt, dann werden sich die Infektionszahlen innerhalb von zwei Wochen verdoppeln.“

Ich hakte nach: „Ein großer Teil dieser Übersterblichkeit ist aber nicht auf Coronatote zurückzuführen, wenn ich das richtig überschlagen habe. Macht Ihnen diese Entwicklung, ganz unabhängig von Corona, auch Sorgen? Versucht man, zu klären, woran das liegen könnte?“

Darauf Kautz: „Solche Zahlen werten wir natürlich immer aus. Ich habe darüber keine aktuellen Erkenntnisse, Herr Reitschuster, aber das werten wir natürlich aus. Wir werden sicherlich auch bewerten, wie sich bei bestimmten Erkrankungen die Zahl der Todesfälle entwickelt hat.“


David gegen Goliath


Bild: twitter/Screenshot
Text: br

 

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