Es geht wieder los: Willkommen im Corona-Herbst! Der Murmeltiertag mit Lauterbach und Wieler in der Bundespressekonferenz

In den USA ist „die Pandemie vorbei“, wie Präsident Joe Biden verkündete. Ganz anders in Deutschland. Hier geht morgen wie in einer Dauerschleife alles wieder von vorne los. Dank Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und der Corona-Hardliner, die ihm folgen, treten am 1. Oktober wieder umfangreiche Corona-Maßnahmen zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen in Kraft. Sehr zur Verwunderung der Menschen in den meisten anderen Ländern Europas, die sich entgeistert die Augen reiben, wenn sie in die Bundesrepublik blicken.

Wie Ertrinkende an einen Rettungsring klammern sich Lauterbach, Wieler & Co. an die These, dass alles weitergehe. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, warnte der RKI-Chef am Freitag auf der Bundespressekonferenz. Und keiner der anwesenden Journalisten war mutig oder wach genug, ihn zu fragen, wie das denn mit der genau gegenläufigen Aussage des US-Präsidenten in Einklang zu bringen sei. Haben wir ein anderes Virus als die Amerikaner? Handelt es sich um ein medizinisches Wunder? Oder einfach um Geisterfahrerei der Deutschen?

Auf der Bundespressekonferenz agierten Journalisten als Antreiber. Einer beklagte sich über die schlechte „Masken-Moral“ in der Berliner U-Bahn. Ein anderer fragte: „Herr Minister, Sie haben ja öfter schon betont, dass mit der deutschen Gesetzesgrundlage man die strengsten im Ländervergleich habe. Sind wir in Deutschland einfach schlauer als andere?“ Ich zumindest habe aus dem Kontext keine Ironie herausgelesen – denn der Kollege legte noch nach, dass die angeblich besseren Zahlen in Deutschland eine Folge der größeren Vorsicht bzw. Strenge im vorherigen Jahr waren.

Fast die gesamte Bundespressekonferenz am Freitag wirkte, als seien die Darsteller auf der Bühne und die unten im Saal in einer (Corona-)Zeitschleife gefangen. Wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier. Darin ist Reporter Bill Murray alias Phil Connors in einer Zeitschleife gefangen. Immer, wenn ihn der Wecker unbarmherzig aus dem Hotelbett reißt, wiederholt sich für Murray ein und derselbe Tag, mit ein und denselben Szenen und Begebenheiten: Der Murmeltiertag. Mit Dauerwerbung für ein Virus-Medikament, das ich hier nicht nennen werden – weil ich im Gegensatz zu Lauterbach und Wieler nicht wie ein Pharma-Vertreter auftreten möchte.

Murmeltiertag boten auch Lauterbach und Wieler als Darsteller und die Journalisten unten im Saal als Komparsen in der Bundespressekonferenz. So recht glauben sie offenbar selbst nicht mehr an das, was sie sagen. Ausgerechnet Masken-Petzer wie Tilo Jung, der mich wiederholt wegen falsch sitzender oder fehlender Maske anschwärzte, treten nun ebenso wie Lauterbach selbst ohne Maske auf – obwohl der Minister eben diese in Innenräumen für dringend geboten hält. Absurder geht es kaum noch.

Wie geht es ab Samstag weiter? Das neue Infektionsschutzgesetz „erlaubt den Behörden wieder mehr und schärfere Vorgaben, Maßnahmen und Einschränkungen zu Masken und Tests“, wie die „Berliner Zeitung“ schreibt. „Mindestens bis Ostern. Die Länder können sie verhängen und nach eigenem Ermessen auch ausweiten.“

Bundesweit gilt eine FFP2-Maskenpflicht in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen sowie generell in Gesundheitseinrichtungen und in Fernzügen. Bei Kindern von 6 bis 13 Jahren ist das Virus offenbar weniger agil – bei ihnen reicht auch eine OP-Maske. Zur Erinnerung: In weiten Teilen Europas und der Welt hat man vergessen, was eine Maske im Alltag ist.

Wer in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser will, muss sich zudem auf Corona testen lassen. Beschäftigte dort müssen dreimal die Woche zum Test. Gute Geschäfte für Pfizer sind nicht nur durch die Impfung garantiert, sondern auch dadurch, dass Pflegeheime Beauftragte bestellen müssen, die sich laut „Berliner Zeitung“ unter anderem darum kümmern, dass Erkrankte etwa mit dem Pfizer-Medikament Paxlovid versorgt werden. Wo kämen wir da hin, es nur den Ärzten zu überlassen, ob und wie Medimante verabreicht werden.

Auch der Begriff „vollständig geimpft“ wird neu definiert. Ab 1. Oktober dürfen sich als solche – trotz aller früheren Beteuerungen, zwei Piekse seien genug, nur noch diejenigen definieren, die drei Spritzen bekommen haben.

Ob US-Präsident Joe Biden wohl schon jemand erzählt hat, dass seine Aussage, die Pandemie sei vorbei, in Deutschland nicht gilt? Und ein gar nicht so kleines, aber umso stureres Volk, umzingelt von lauter pandemiefreien Nachbarn, eisern weiter Pandemie spielt?

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!


Bild: Shutterstock

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