Vierte Corona-Impfung: „Nicht sehr beeindruckend“ Israelische Studie wirft neue Fragen auf

Von Daniel Weinmann

Nur die Impfung kann Omikron seinen Schrecken nehmen und den Weg aus der Coronakrise ebnen. So lautet das Credo der wissenschaftlichen Berater der Bundesregierung. Fragt sich: Wie effektiv schützen die beiden ersten Impfungen gegen diese Virusvariante – und wie gut der Booster? Und: Wie viele Booster-Booster sind künftig nötig?

„Nach der Modellierung des Robert Koch-Instituts sollte das Ziel sein, dass mehr als 80 Prozent der doppelt Geimpften auch geboostert sind, also rechnerisch 56 Prozent der Bevölkerung“, lautet das erste Impfziel von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. „Dann hat es Omikron schwer.“ Der Chef des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, geht im Gespräch mit der „Welt“ noch weiter: „Wir brauchen die Impfung ja auch noch für die fünfte, sechste und siebte Welle“. Kaum vorstellbar, dass er sich angesichts dieser Perspektiven mit nur vier Impfungen begnügen wird.

In Israel ist man schon weiter. Das Land bleibt seinem Nimbus als Impfweltmeister treu und verabreicht bereits seit Beginn dieses Jahres den vierten Pieks. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde die vierte Dosis bereits mehr als 250.000-mal verabreicht.

»Bin mir wirklich nicht sicher, ob man sie nun allen geben sollte«

Um mehr über dessen Wirksamkeit zu erfahren, wurde eine Studie in Auftrag gegeben, deren vorläufige Ergebnisse den Hoffnungen der Impf-Befürworter einen herben Schlag versetzen dürfte. „Wir sehen einen bestimmten Anstieg der Antikörper, aber der Anstieg ist nicht sehr beeindruckend“, sagte Studienleiterin Gili Regev gegenüber der israelischen Nachrichtenseite ynet.

Zwar sei ein fünffacher Anstieg der Antikörper zu beobachten, doch hält dies die Forscherin für „nicht ausreichend“. Die Höhe des Zuwachses an Antikörpern lasse nicht automatisch darauf schließen, inwieweit sich der tatsächliche Schutz vor Infektion oder Erkrankung verbessert.

Ebenfalls ernüchternd: Schon kurz nach der vierten Impfung wiesen Vakzinierte wieder ebenso viele Antikörper auf wie kurz nach dem dritten Durchgang. Es könne nicht das Ziel sein, dass etwa alle vier Monate eine Corona-Auffrischungsimpfung nötig sei, konzediert Regev: „Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob man sie nun allen geben sollte. Wir brauchen noch mehr Informationen.“

«Das Immunsystem reagiert dann irgendwann gar nicht mehr»

Zu mehr Geduld rät auch der Immunologe Andreas Radbruch. „Man muss dem Immunsystem auch erst mal die Zeit geben, ein wirksames Gedächtnis aufzubauen und möglichst gute Antikörper und Gedächtniszellen zu entwickeln“, gab der Wissenschaftliche Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin gegenüber „t-online“ zu bedenken.

Diese entstünden erst Monate nach der Impfung. „Nicht die Menge macht’s, sondern die Qualität“, bringt es Radbruch auf den Punkt. Es sei doch „merkwürdig, dass in einer Zeit, in der in der Medizin die ‚personalisierte Behandlung‘ auf den Schild gehoben wird, ausgerechnet beim Impfen alle gleich behandelt werden“. Dabei sei unser Immunsystem so individuell wie sonst nur unsere Fingerabdrücke.

„Ein weiterer Boost mit dem jetzigen Impfstoff macht wenig Sinn“, mahnt der Wissenschaftler – und fügt etwas hinzu, das Impf-Fanatiker wie Gesundheitsminister Lauterbach oder RKI-Chef Wieler mit Blick auf ihre weitere Agenda verinnerlichen sollten: „Ständiges ‚blindes‘ Boostern macht sowieso wenig Sinn. Das Immunsystem reagiert dann irgendwann gar nicht mehr, außer mit Nebenwirkungen.“

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Melinda Nagy/Shutterstock
Text: dw

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