Was Berlin von Washington lernen könnte Der wahre Feind der Demokratie

Ein Gastbeitrag von Alexander Fritsch

In den USA passiert, was in Deutschland schon passiert ist: Frustrierte Bürger machen ihrem Ärger auf den Stufen des Parlaments Luft. Der polit-mediale Komplex fällt über die üblichen Verdächtigen her. Aber die autoritäre Mehrheit schadet der freiheitlichen Gesellschaft mehr als eine rebellische Minderheit.

Haben Sie ein Haustier, vorzugsweise einen Hund oder eine Katze? Dann kennen Sie das: Bello oder Muschi sind zwar domestiziert, haben aber immer noch viele der natürlichen Instinkte ihrer Vorfahren in freier Wildbahn.

Dazu gehört, dass sie automatisch nach Fluchtwegen suchen. In buchstäblich ausweglosen Situationen kann auch das friedlichste Haustier aggressiv reagieren. Wenn man einen Hund oder eine Katze zu sehr in die Ecke drängt, dann beißt er, und sie kratzt.

Das wird noch wichtig, Sie werden sehen.

Ich bin gegen Gewalt

Gewalt, einerseits, erzeugt immer Angst: beim Opfer. Gewalt, andererseits, ist immer auch ein Ausdruck von Angst: beim Täter. Wer seinen Epikur gelesen hat, der weiß, dass des Menschen Lebensglück maßgeblich von der Überwindung der Furcht abhängt. Angst führt zu Gewalt, so oder so, und Gewalt macht unglücklich.

Der freiheitliche demokratische Rechtsstaat sollte ein Instrument sein, das Zusammenleben der Menschen möglichst gewaltfrei und auch möglichst angstfrei zu organisieren.

Der Rechtsstaat schützt physisch

Das Gewaltmonopol des Staates soll dazu führen, dass man möglichst wenig Angst davor haben muss, Opfer von Gewalt zu werden. Es gilt, jedenfalls in der Theorie, die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren. Gewalt darf nur der Staat anwenden und auch der nur in engen juristischen Grenzen.

Die freiheitliche Demokratie schützt ideell

Die Meinungs-, die Rede- und auch die Religionsfreiheit sollen dazu führen, dass man möglichst wenig Angst davor haben muss, so zu leben, wie man es für richtig hält – das zu denken, das zu sagen und das zu glauben, was man will. Es gilt, jedenfalls in der Theorie: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“ Eine Zensur findet nicht statt (Art. 5 GG), Meinungen werden nicht unterdrückt, der Glaube ist Privatsache.

Die Praxis sieht anders aus.

Facebook und Twitter gleiten immer mehr in eine schier unfassbare Anmaßung ab. Sie blockieren Meinungen, als seien sie das Ministerium für Wahrheit. Sie schalten sogar amtierenden Staatschefs die Konten ab.

In Deutschland werden sie dabei von Anhängern staatlicher Zensur wie Heiko Maas unterstützt. Dessen „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) von 2017 war der wohl schlimmste Angriff auf die Meinungsfreiheit nach dem Zweiten Weltkrieg. Es ist immer noch in Kraft.

Angespornt durch solche Beispiele, versteht sich auch ein eher kleines Licht wie die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung mittlerweile als Hüterin des rechten Glaubens: Sie veranstaltet eine Diskussion über „Cancel Culture“ – und cancelt den Moderator, weil er für einen Dialog auch mit Rechtspopulisten eintritt.

Unsere westlichen Taliban sorgen zudem für eine fortschreitende Ideologisierung von Alltagssprache: Es wird zwangsweise gegendert, in Berlin gibt es sogar schon politisch korrekte Sprachvorschriften für Beamte.

All das folgt Antonio Gramscis Konzept der „kulturellen Hegemonie“. Wir erleben eine sukzessive Beschränkung des Machbaren, des Sagbaren – und schließlich des Denkbaren. Am Ende steht anstelle des demokratischen Interessenausgleichs dann Angela Merkels „alternativlose“ Politik: das Durchregieren.

Das ist nicht nur eine demokratische Zumutung, es ist ein Oxymoron. Erkenntnis lebt vom Widerspruch. Demokratie lebt vom Streit. Politik lebt von Alternativen.

Die autoritäre Mehrheit schadet der Demokratie mehr als eine rebellische Minderheit

Derzeit gehören in Deutschland geschätzt etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Menschen zum gesellschaftlichen Mainstream. Die Minderheit – ein Viertel bis ein Drittel – wird vom Mehrheitskartell immer stärker bedrängt und in ihrer Entfaltung immer stärker behindert und beschränkt.

Das gilt handfest finanziell

Eine immer kleinere Gruppe von Menschen, die in der Wertschöpfung arbeiten, muss eine immer größere Gruppe von Menschen finanzieren, die selbst an dieser Wertschöpfung nicht mitwirken. In Deutschland sind inzwischen wohl mehr Menschen im unproduktiven Teil des Öffentlichen Dienstes tätig als in der Privatwirtschaft: in der Politik, in der Verwaltung, bei Staatsbetrieben, bei staatlich finanzierten und daher politisch abhängigen Stiftungen, Instituten oder sogenannten NGOs sowie im öffentlich-rechtlichen Medienbetrieb.

Diese Leute lassen sich von anderen alimentieren, denen sie dann auch noch vorzuschreiben versuchen, wie man zu denken, zu reden, zu glauben und überhaupt zu leben hat. Und dann wundern sie sich, dass die so Ausgepressten und Bevormundeten irgendwann aufbegehren.

Das gilt noch mehr kulturell

Sie können im Deutschland des Jahres 2021 tatsächlich Ihre Meinung nur noch dann wirklich frei sagen, wenn Sie weit genug oben in der Nahrungskette sitzen – wie Springer-Chef Mathias Döpfner, der es sich ohne Verlustängste leisten kann, ab und zu einen Kommentar gegen den Mainstream zu schreiben. Oder wenn Sie weit genug unten in der Nahrungskette sitzen und gar nichts mehr haben, vor dessen Verlust Sie sich fürchten müssten. Oder wenn Sie Ihre Meinung anonym verbreiten.

Wenn Sie es aber nicht anonym tun und auch nicht Mathias Döpfner heißen: Dann riskieren Sie mediale Ächtung (fragen Sie Xavier Naidoo). Mindestens. Manchmal riskieren Sie auch Ihren Job (fragen Sie Hans Joachim Mendig). Und zwar nicht etwa, weil Sie zu Straftaten aufgerufen hätten – sondern einfach nur, weil Sie eine Meinung haben, die dem polit-medialen Komplex nicht gefällt. Oder weil Sie mit einem demokratisch gewählten Europaabgeordneten beim Mittagessen waren. Kein Scherz: Das reicht heute, um von einer grünen Landesministerin (sekundiert von einem öffentlich-rechtlichen Medienhaus) gefeuert zu werden.

Dabei ist die Argumentationskette (wenn man sie denn überhaupt so nennen will, ohne sich zu schämen) denkbar einfach: Wer Kritik am Mainstream übt, ist rechts. Rechts ist Nazi. Nazi ist verboten und muss unerbittlich bekämpft werden.

Wer also den Mainstream kritisiert, muss unerbittlich bekämpft werden

Wahrscheinlich würde das noch nicht einmal so sehr auffallen, wenn alle Minderheiten gleich schlecht behandelt würden. Werden sie aber nicht – im Gegenteil: Bestimmten Minderheiten werden Privilegien zugestanden, selbst wenn sie dem Mainstream inhaltlich gar nicht nahestehen. Aus Gründen, die man wohl nur noch sozialpsychologisch verstehen kann, hat das Mehrheitskartell diese Gruppen aber quasi adoptiert und gewährt ihnen eine Vorzugsbehandlung:

  • In Sachsen werden Sonntagsspaziergänger auf Rodelpisten von der Polizei verfolgt. In Berlin fragt man sich derweil, weshalb die Corona-Abstandsregeln nicht auch in den hunderten Hinterhofmoscheen kontrolliert werden. Mag es damit zu tun haben, dass man das Recht vorzugsweise dort durchsetzt, wo es absehbar einfach ist?
  • Bundesweit soll die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Ebenfalls bundesweit fragt man sich, weshalb die SED/PDS/Linke, die verfassungsfeindliche Ziele in ihr Parteiprogramm geschrieben hat, nicht beobachtet wird. Mag es damit zu tun haben, dass selbst die CDU mittlerweile mit der SED/PDS/Linken politische Geschäfte macht?
  • Bundesweit werden friedliche Demonstranten gegen die Corona-Beschränkungen von der Polizei teilweise regelrecht gejagt. Im Dannenröder Forst fragt man sich derweil, woher bloß die Nachsicht der Staatsmacht mit gewaltbereiten illegalen Besetzern eines Privatgeländes kommt. Mag es damit zu haben, dass die sich „Umweltaktivisten“ nennen?
  • Im Bundestag beschweren sich die Grünen, weil die AfD auch ganz normale Bürger ins Gebäude einlädt. Im selben Bundestag loben die Grünen klimabewegte Eindringlinge, die das Podium (!) besetzen. Mag es damit zu tun haben, dass man einfach nur keine Kritiker mehr im Haus haben möchte?

Und dann wundert man sich, wenn sich Menschen radikalisieren?

Wer in Deutschland nicht zum Mehrheitskartell gehören will, kann inzwischen kaum noch Respekt erwarten. Beschimpfung ist der neue Standard im Umgang mit Kritik.

  • Man wird als „Covidiot“ beschimpft – obwohl man nur auch all jene Experten ernst nimmt, die die Regierungsmaßnahmen kritisieren.
  • Man wird als „Corona-Leugner“ beschimpft – obwohl man lediglich mehr Sorge um die Grundrechte hat als Angst vor einem Virus.
  • Man wird als „Europa-Feind“ (wahlweise als „Impf-Nationalist“) beschimpft – obwohl man nur die EU-Bürokratie kritisiert. Das ist ungefähr so sinnvoll, als würde man einem Lehrer, der einem Schüler für eine miserable Arbeit eine „5“ gibt, hinterher dann vorwerfen, er sei kinderfeindlich.

Die fortschreitende Ausgrenzung und Verächtlichmachung, ja Demütigung von vielen Millionen Menschen durch ein selbstgerechtes Kartell, das Mehrheit mit Wahrheit verwechselt, Bildung mit Charakter und Ideologie mit Moral:

Das führt bei der Minderheit zum Gefühl der Ausweglosigkeit und Angst

Und letztlich zu Gewalt. In den USA gibt es mehr Schusswaffen als Einwohner, da ist diese Entwicklung einstweilen noch ungemütlicher als bei uns. Und Deutschland hat keinen Trump, der die Ausgegrenzten und Gedemütigten und Abgehängten hinter sich versammelt. Noch nicht. Aber so oder so:

Die Steinmeiers und Merkels, die Habecks und von der Leyens, die Böhmermänner und Klebers: Mit ihrer selbstherrlichen, intoleranten und autoritären Attitüde gegenüber Andersdenkenden höhlen sie unsere Demokratie nachhaltiger aus, als ein paar Wütende auf den Stufen eines Parlaments es jemals könnten.


 


Alexander Fritsch, Jahrgang 1966, studierte Volkswirtschaft und Philosophie in Frankreich und Deutschland und arbeitet seit 25 Jahren als Journalist. Außerdem berät er als Business Coach Unternehmen und Verbände, vorrangig bei den Themen Kommunikation und Strategie.

 


Bild: Alfred Nesswetha/Shutterstock
Text: Gast

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sebastian
1 Monat zuvor

toller Artikel.

einziger Kritikpunkt, Sie fordern Toleranz und Respekt für Andersdenkende und für Demonstranten, zu Recht, aber die Gegenüberstellung der Aktivisten im dannRöder Forst mit den Corona Demonstranten, wirkt zumindest auf mich so, als hätten sie die Meinung hier sei Man zu nachsichtig.

  1. ich bin zu 100% covidJod und Corona Leugner, aber ich sympathisiere auch zu 100% mit den Demonstranten im dannenröder Forst und ich finde es nicht gut, indirekt zu sagen im dannRöder Forst sei mal vielleicht zu tolerant. Das stimmt nämlich auch nicht.

trotzdem danke für die emotionale zusammenfassung

Bella Vo.
1 Monat zuvor

„… In Deutschland sind inzwischen wohl mehr Menschen im unproduktiven Teil des Öffentlichen Dienstes tätig als in der Privatwirtschaft: in der Politik, in der Verwaltung, bei Staatsbetrieben, bei staatlich finanzierten und daher politisch abhängigen Stiftungen, Instituten oder sogenannten NGOs sowie im öffentlich-rechtlichen Medienbetrieb.

Diese Leute lassen sich von anderen alimentieren, denen sie dann auch noch vorzuschreiben versuchen, wie man zu denken, zu reden, zu glauben und überhaupt zu leben hat. …“

Wo noch zu viele Mitarbeiter/innen den ganzen Tag herumsitzen ist, bei den Krankenkassen. Was nicht viele Menschen zu wissen scheinen: Die Krankenkassen haben ihre Kernaufgaben seit mindestens zehn Jahren outgesourct, an zum Beispiel Dienstleistungsunternehmen aus den usa.

Vieles, was in den Krankenkassen (die, wie die Bundesregierung, ja im Grunde genommen die Angestellten der Versicherten sind) beschlossen wird, wird gegen die Versicherten gewendet und gegen die Versicherten eingesetzt. Die Versicherten stehen dann mit dem Rücken zur Wand.

Deshalb: So, wie die Lage seit mindestens zehn Jahren bei den Krankenkassen (ich rede hier von denen in der Trägerschaft der Körperschaft öffentlichen Rechts) ist, kann dort in jeder Geschäftsstelle und in den Direktionen der Krankenkasse mindestens fünfzig Prozent an den Angestellten gespart werden. Fünzig Prozent weniger Personal.

Norbert Brausse
1 Monat zuvor

Ein kluger Beitrag, der einfache Wahrheiten bestätigt, die ich hier nicht wiederholen will, bis auf die Fundamentalste und das mit meinen eigenen Worten: Die Nichtsleistenden lassen sich von den Fleißigen alimentieren, um ihnen schließlich vorzuschreiben, nicht nur was sie zu sagen sondern sogar noch was sie zu denken haben.

Dr. Andreas Skrziepietz
1 Monat zuvor
Dr. Andreas Skrziepietz
1 Monat zuvor

Der Fall Mendig ist ein gutes Beispiel. Es gibt nämlich auch einen Fall Oliver Jarrasch. Der ist verheiratet mit einer Abgeordneten der Kindersexpartei – und leitender Redakteur bei den Öffentlich-Verbrecherischen (RBB). Es funktioniert also auch andersrum.

Bella Vo.
Antwort an  Dr. Andreas Skrziepietz
1 Monat zuvor

„… Kindersexpartei …“ – Die Grünen (?)

Malle-Michel
1 Monat zuvor

Heute wieder die neueste Schwachsinnsmeldung aus dem Mainstream: „Nach Corona hat die Hälfte der Betroffenen auch noch sechs Monate später gesundheitliche Beeinträchtigungen“. Nicht gesagt wird, dass nur von den Krankenhauspatienten die Rede ist, nicht von der Gesamtzahl der Infizierten, und dass weit über 90 Prozent gar keine stationäre Behandlung brauchen. Ja, eine Lungenentzündung kann Spätfolgen haben, auch eine bakterielle. Ich selbst hatte 2019 eine, und die Kondition muss mühsam wieder aufgebaut werden. Wer halbwegs eine Ahnung von Heilkunde hat, den dürfte das nicht groß überraschen. Es wird aber gezielt der falsche Eindruck erweckt, dass Corona potenziell so gefährlich ist wie die Lungenpest. Leider glauben das dann viele tatsächlich und wollen sich abschotten bis zum Gehtnichtmehr.

xandru
1 Monat zuvor

Jeder Unternehmer weiß, dass er der Firma nur einen minimalen Teil des Erwirtschafteten entnehmen darf. Lediglich Junggrüne oder Altrote halten die Wirtschaft für ein Perpetuum Mobile, das man beliebig schröpfen könne. Im Grunde profitieren sie von der Wertschöpfung anderer, wie Maden in einem Speck, in dem sie gut und gern leben. – Europa kann sich unproduktiven Stillstand längst nicht mehr leisten; die eher merkbefreiten Seilschaften wissen das nur noch nicht. Da wir keine Innovationen mehr schaffen, ist der Lockdown de facto ein Nerobefehl, auch wenn das herrschende Narrativ noch für den Impfsieg trommelt. Hingegen haben die USA, Japan und Korea genug Fleiß, Disziplin und Leistungswille, dass sie auch in Zukunft überleben.

spam
1 Monat zuvor

Die fortschreitende Ausgrenzung und Verächtlichmachung, ja Demütigung von vielen Millionen Menschen durch ein selbstgerechtes Kartell, das Mehrheit mit Wahrheit verwechselt, Bildung mit Charakter und Ideologie mit Moral

Das bringt es sehr gut auf den Punkt und das ist der Grund warum auch viele „Linke“, wie ich, auf die Barrikaden gehen. Die Grenze verläuft hier meiner Meinung nach nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen den strammen Ideologen und den Aufgeklärten.

Gonzo
Antwort an  spam
1 Monat zuvor
@spam: Definieren Sie doch bitte, was/wen Sie genau als „stramme Ideologen“ und „Aufgeklärte“ genau meinen, ich möchte schon gerne wissen, wo Sie mich/uns verorten.
spam
Antwort an  Gonzo
1 Monat zuvor

Aufklärung bedeutet meiner Meinung nach, sich seine Meinung nicht aus dem Mainstream diktieren zu lassen, sondern Informationsquellen unterschiedlicher Auffassung zu konsumieren und zu versuchen sich daraus seine eigene Meinung zu bilden (und damit auch Gegenwind zu riskieren). Das setzt voraus, dass diese Quellen nicht zensiert werden. Stellen sie sich die „absolute Wahrheit“ als einen komplexen Blob im n-dimensionalen Raum vor.  Ich bin der Auffssung dass es für uns als Menschen unmöglich ist, diese absolute Wahrheit zu begreifen. Wir können nur versuchen, eine möglichst gute Näherungshülle für uns persönlich zu finden, indem wir möglichst viele Perspektiven auf diese Wahrheit konsumieren. Das geht auch mit einer Toleranz gegenüber vollkommen anderen Perspektiven einher. Das steht aber dem natürlichen Bedürfnis unseres Affengehirns hingegen, welches immer seine eigene Perspektive bestätigt haben möchte. Muss muss sich dieser Barriere bewusst werden und sie aktiv übertreten. Das fällt umso schwerer, je stärker die eigene Perspektive in der Mehrheit ist und je totalitärer die Gesellschaft. Darum bin ich ein großer Verfechter von Meinungsdiversität und Meinungsfreiheit. In der aktuellen Situation, werden meiner Meinung nach, als „rechts“ gelabelte Meinungpositionen in inakzeptabler Weise unterdrückt.

Salzsäule
Antwort an  spam
1 Monat zuvor

Für mich ist das der Unterschied zwischen einem autoritär-totalitärem Unterdrückungssystem mit nur einer einzigen erlaubten (rechten, linken oder sonstwas) Ideologie/Weltanschauung/Religion und einer offenen, freiheitlichen Gesellschaft, die möglichst gleichberechtigten Raum für das Ausleben und Fördern von verschiedenen Weltanschauungen&Co. zulässt, solange diese nicht genau diese Möglichkeit abschaffen wollen (wovon ich z.B. beim hiesigen Hardcore-Islam, Antifa-Links, grünem China-Links und Höcke-Rechts ausgehe, die mir alle zuwider sind). Vielleicht meinen wir ja das Gleiche, wenn sie von „Ideologen“ versus „Aufgeklärten“ sprechen. Auch beim „aufgeklärten“ freiheitlichen Modell werden Minderheiten überfahren, verlacht und benachteiligt, aber eben nicht per gesetzlicher Anweisung. In Asien nutzt man Corona auch schon, um Regierungsgegner ins Gefängnis zu bringen: https://www.bbc.com/news/world-asia-55362461

1 Monat zuvor

Es ist absolut unlauter, was Sie hier schreiben und treiben, Herr Reitschuster. Was soll diese Vermischung von teilweise gerechtfertigter Kritik an dem sich verengenden „zulässigen“ Meinungskorridor und der Einseitigkeit der meisten Medien in Deutschland mit den Vorgängen in den USA? Trump hat seine Anhänger unverblümt persönlich zum Marsch auf das Kapitol animiert, um dort eine wichtige, demokratische Abstimmung zu stören bzw. zu beeinflussen – derartige Dinge kennt man sonst eher aus Ländern wie Venezuela etc. Da ist gar nichts zu relativieren und zu verstehen. Und dass man jemandem, der semi-diktatorisch offen zum Aufruhr aufgerufen hat, dann in einer Krisensituation die Kommunikationswege abdreht, ist doch verständlich, um weiteren Schaden abzuwenden. Man kann nur hoffen, dass Hr. Trump zur Rechenschaft gezogen wird.

Boris Reitschuster
Antwort an  [email protected]
1 Monat zuvor

Sorry, aber wenn Sie nicht mal zwischen Gastbeitrag und meinen Texten unterscheiden können, macht eine Diskussion wenig Sinn.
Nach meinem Kenntnisstand hat Trump seine Anhänger zur friedlichen Demonstration vor dem Kapital aufgerufen, was nicht illegal ist in einer Demokratie. Weiter beschreibt US-Kenner Max Otte die Vorgänge wie folgt: „Da Trump zu einer Demonstration aufgerufen habe, hätten die Einsatzkräfte vor Ort verstärkt werden müssen. Doch sie fehlten. Trump habe ein sehr beschwichtigendes Video gemacht: „Geht nach Hause, seid friedlich, wir müssen unsere Institutionen schützen.“ Dieses Video sei dann von Facebook gelöscht worden, so Otte: „Damit man das Narrativ des hetzerischen Trumps verbreiten konnte. Dabei war Trump extrem friedlich. Man hat das gelöscht, damit man ungestört seine Lügen über seine Aussagen verbreiten kann.“

Lin DA
Antwort an  Boris Reitschuster
1 Monat zuvor

Hallo, Herr Reitschuster,

exakt so ist es, wie Sie beschreiben. Ich habe an jenem Tag mehrere Livestreams von der Demo in DC verfolgt: eine extrem friedliche Veranstaltung von Leuten mitten aus dem Volk, bei der Trump eine aus meiner Sicht sehr gute Rede zum Wahlbetrug gehalten hat. Aufrufe zur Gewalt: absolute Fehlanzeige! Im Gegenteil hat er tatsächlich hernach getwittert, die Leute mögen friedlich bleiben und nach Hause gehen. Und dieser Tweet wurde kurz darauf gelöscht – wie nun auch sein kompletter Account!!! Muss man sich mal vorstellen: dem amtierenden amerikanischen Präsidenten wird der Mund verboten…

Auch wenn einiger der Leser hier nicht wirklich die Parallelen zwischen dem „Sturm“ auf den Reichstag und dem „Sturm“ aufs Capitol sehen mögen: für mich sahen beide Aktionen sehr wohl ziemlich ähnlich aus – nämlich wie reichlich unglaubwürdige und schlecht gemachte Inszenierungen, um die vom Mainstream gewünschten Bilder zu erzeugen – und damit die Person(en) und seine (ihre) Anhänger zu diskreditieren.

Ich bin gespannt, wie alles weitergeht – sowohl hier als auch drüben in den Staaten. Am Ende glaube ich tatsächlich, dass Lügen kurze Beine haben und die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Das wird für die vielen Mainstreamgläubigen ein Schock, der nur sehr schwer zu verdauen sein wird! Die Aufräumarbeit wird hart!

Ian C.
Antwort an  Lin DA
1 Monat zuvor
  • „Das wird für die vielen Mainstreamgläubigen ein Schock, der nur sehr schwer zu verdauen sein wird! Die Aufräumarbeit wird hart!“
  • Das ist richtig, kann aber auch Spaß machen. Ich persönlich liebe es mittlerweile, meine Mitmenschen mit ihren Lebenslügen zu konfrontieren und auf Widersprüche hinzuweisen, bis es weh tut. Könnte ich glatt hauptberuflich machen 🙂
Norbert Ankenbauer
Antwort an  Boris Reitschuster
1 Monat zuvor

Herr Reitschuster, da ist es schon wieder, Ihre offenbar selektive Wahrnehmung. Wenn Sie schon Trump nach dem Kapitolsturm zitieren, dann bitte komplett – da liest sich das dann doch etwas anders, als nur als „Aufruf zum Frieden“: „I know your pain. I know you’re hurt. We had an election that was stolen from us. It was a landslide election, and everyone knows it, especially the other side. But you have to go home now. We have to have peace. We have to have law and order. We have to respect our great people in law and order. We don’t want anybody hurt. It’s a very tough period of time. There’s never been a time like this where such a thing happened where they could take it away from all of us — from me, from you, from our country. This was a fraudulent election. But we can’t play into the hands of these people. We have to have peace. So go home. We love you. You’re very special. You’ve seen what happens. You see the way others are treated — that are so bad and so evil. I know how you feel, but go home and go home in peace.“

Quelle: https://www.usnews.com/news/politics/articles/2021-01-06/transcript-trump-sees-special-people-biden-sees-extremists

Norbert Ankenbauer
Antwort an  Boris Reitschuster
1 Monat zuvor

Zum Verwechseln sei noch angemerkt, dass offenbar der Seiten-Macher bzw. Kommentar-Verwalter auch nicht zwischen meinem Namen und meiner E-Mail-Adresse unterscheiden konnte; aber ich hätte hier Autor und Redakteur der Seite trennen muss, entschuldigen Sie.

SteffenCF
Antwort an  Norbert Ankenbauer
1 Monat zuvor

Scheinbar, Kastenleier/Ankenbauer, können sie kein Englisch, oder wenn sie meinen ihre eigene Interpretation wäre die Wahrheit. Was sie hier behaupten, ist schlicht falsch und spiegelt nur ihre Voreingenommenheit und der damit gepaarte Hass auf eine Person. Es kann nicht sein, was…

 

Gonzo
Antwort an  [email protected]
1 Monat zuvor
@[email protected]: Wenn für Sie Demonstrationen „Beeinflussung“ bedeutet, haben Sie den Sinn einer Demo nicht verinnerlicht. Und wenn Sie Kommunikationen abschalten wollen, wären Sie in China oder Nordkorea besser aufgehoben, denn dort würde das Ihrem pol. Weltbild sicherlich eher entsprechen.
Wyatt
Antwort an  [email protected]
1 Monat zuvor

der Witz ist eh gut, man hat IM Capitol Black LIVES Matters Führer festgenommen und wieder laufen lassen, scheinbar war das was passiert ist genau das was die Demokrats wollten. Die antifa und Black Lives Matter waren auch unten an der sperre die die Polizei willig beiseite räumte und ie Capitaol Polizei hat willig die Türe aufgemacht dammit die ganz friedlich da reinlaufen konnten

Dr. Andreas Skrziepietz
Antwort an  [email protected]
1 Monat zuvor

So was kennt man vor allem von AfD-parteitagen, die nur stattfinden können, weil die Polizei den weißen, überwiegend SPD und Grüne wählenden Mob davon abhält, die Mitglieder dieser Partei zu töten.

SteffenCF
Antwort an  [email protected]
1 Monat zuvor

Was verbreiten sie hier für einen Quatsch. Nichts in ihren Kommentar entspricht der Wahrheit. Ich könnte jetzt alles aufzählen, mach ich aber nicht, weil es bei Leuten wie ihnen eh keinen Sinn macht. Bleiben sie in ihrer antidemokratischen Blase und glauben jeden Mist den ihnen die Oberen auftischen. Sie können einen nur leid tun.

epilog2021
1 Monat zuvor

Die US-Wahl und immer mehr Ungereimtheiten: