Wenn der Impfstatus am Armband zu erkennen ist… Umstrittene Kennzeichnung – Fanal in Freizeitpark

Es hat seine Vorteile, wenn man ein paar Tage Auszeit hat, noch dazu in der Ferne, wie ich gerade. Mit etwas Glück bekommt man dann Nachrichten aus Deutschland, die einen aufwühlen, nur mit etwas Verzögerung mit. Wie die aus dem Europapark Rust: Dort hat das Management Armbänder in verschiedenen Farben eingeführt. Um Geimpfte, Ungeimpfte und „nur“ Getestete gleich auf den ersten Blick anhand der Armband-Farbe voneinander zu unterscheiden. Als mir der Berliner Arzt und Corona-Maßnahmen-Kritiker Paul Brandenburg gestern im Video-Interview (das heute um 17 Uhr hier online geht) davon erzählte, traute ich erst meinen Ohren nicht. Brandenburg geht so weit, diese Maßnahme faschistisch zu nennen.

Ich bin immer für Deeskalation, auch für verbale. Darum mache ich mir Brandenburgs Urteil explizit nicht zu eigen. Er begründet es damit, dass hier Menschen aufgrund biologischer Eigenschaften in unterschiedliche Gruppen eingeteilt und diese Unterteilung dann als Markierung für jedermann sichtbar gemacht wird. So sehr ich mich vor verbalen Atombomben hüte – so erschreckend finde ich die Nachricht aus dem Süden der Republik. Und leider ist sie auch nicht wirklich überraschend. In Politik und Medien wird seit Monaten eine extreme Spaltung betrieben. Wer sich nicht impfen lässt, muss sich selbst von Mitgliedern der FDP, die sich selbst als liberal sieht, im Internet als „gefährlicher Sozialschädling“ beschimpfen lassen.

Nochmal: Jede historische Gleichsetzung, ja, jeder Vergleich, wäre absurd, ja dreist und unverantwortlich. Umgekehrt gibt uns aber unsere Geschichte auch den Auftrag mit, auch noch so kleinen Ansätzen kritisch gegenüberzustehen und sie klar zu benennen. Es ist der gute Teil der Nachricht, dass das Management des Europaparks in der Gemeinde Rust im Ortenau-Kreis nordwestlich von Freiburg im Breisgau die Pläne mit den Armbändern nach einem regelrechten Aufstand in den sozialen Medien und massivem Widerstand beerdigte. Das macht zumindest etwas Hoffnung.

Laut Bild-Zeitung hatte die Park-Führung die Armband-Maßnahme damit begründet, dass nach einer „schnellen und praktikablen Lösung“ zur Umsetzung der Corona-Regeln in Baden-Württemberg gesucht worden sei. Was sofort die Frage aufwirft: Was sind das für Maßnahmen, die zu solchen unsäglichen Auswüchsen führen? Tatsächlich gibt es im „Ländle“ seit Montag die 3G-Regel: Menschen müssen genesen, geimpft oder getestet sein, um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Mit anderen Worten: Wer weder geimpft noch genesen ist (wie ich), muss ein negatives, höchstens 24 Stunden altes Testergebnis vorzeigen können, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mit allen Rechten zu sein, die eigentlich unveräußerlich sind. Oder waren, in den Zeiten, in denen unser Grundgesetz noch uneingeschränkt galt, und die Verfassungshüter in Karlsruhe es noch wirklich hüteten.

Der Bild-Zeitung sagte die Sprecherin des Europaparks reumütig: „Das gehört in der Krise eben auch dazu: Wenn etwas nicht optimal läuft, muss es möglichst schnell geändert beziehungsweise verbessert werden“. Das habe man gemacht.

Das Beispiel mit dem Europapark zeigt, wie tief die Gräben sind, die inzwischen mitten durch unsere Gesellschaft gehen. Die Schneisen durch Familien, Freundschaften, Bekanntschaften und Belegschaften geschlagen haben. Für die eine auf Eskalation angelegte, aufheizende Politik verantwortlich ist. Gemeinsam mit Medien, die ihr willfährig zu Diensten sind.

Mir macht dieses „neue Deutschland“ große Angst. Vor allem, wenn ich den Kontrast sehe. Wie in anderen Ländern weniger Öl ins Feuer gegossen wird. Wie man dort weitaus demokratischer und pluralistischer mit dem Thema umgeht. Leider scheinen das zu wenige Menschen in Deutschland zu wissen. Sonst würde nicht eine schweigende Mehrheit den fanatischen Kurs unserer Regierung mitmachen – der den Eindruck erweckt, dass das Impfen zu einem Selbstzweck geworden ist.

PS: Aus persönlichen Gründen, über die ich in einiger Zeit gerne berichten werde, war ich leider in den vergangenen Tagen etwas an der Arbeit auf meiner Seite gehindert; ich bin gerührt, dass viele Leser dies sofort bemerkten und sich erkundigten. Ich kann Ihnen versichern – die Zurückhaltung war temporär, maximal ein paar Tage wird es noch weniger Reitschuster auf reitschuster.de geben als sonst, und dann geht es mit alter, neuer Kraft weiter! Ich freue mich, so tolle Leser zu haben, die dafür Verständnis zeigen!

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Bild: Shutterstock
Text: br
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Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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