Wenn Männer Frauentrikots tragen (müssen) Die "Mannschaft" (früher "Nationalmannschaft") als Ideologie-Rammbock

Je absurder die Realität, umso absurder muss auch der Humor sein, um sie zu ertragen. Manchmal reicht auch plumper Humor. Oder ein alter plumper Witz. An den musste ich denken, als ich die Nachricht las, dass die Nationalmannschaft (darf man das nicht sagen – offiziell ist sie ja nur noch „Mannschaft“ ohne das böse Wort „national“), also dass die elf Herren in Trikots der Frauen-Nationalmannschaft (da darf man das Wort „national“ verwenden) antrat.

In dem Witz, der heute hochgradig politisch inkorrekt ist – obwohl so schlicht – erscheint ein Mann in Frauenkleidern vor dem Richter. Als dieser deswegen verwundert nachfragt, warum er diese Frauenkleidung trägt – das war früher noch vorstellbar, heute hätte ein Richter dafür sicher ein Disziplinarverfahren und einen Umerziehungskurs bei dem/der/das Gleichstellungsbeauftragten am Hals – antwortet der Mann: „Herr Richter, in dem Schreiben von Ihnen stand doch: „Sie sind vorgeladen in Sachen Ihrer Frau“.

Dieser alte Witz war meine erste Reaktion als ich die folgende Überschrift las – und mich versicherte, dass es sich nicht um eine Ente handelte: „Nationalelf trägt Frauentrikots und kniet gegen Rassismus“. Focus Online schrieb: „Die DFB-Männer laufen im Nations-League-Spiel gegen England in den Trikots der deutschen Fußballerinnen auf, um für deren bevorstehende EM auf der Insel zu werben.“ 

Vor lauter Angst, gegen irgendein Mantra des lila Zeitgeists zu verstoßen, machte man sich offenbar gar nicht die Merkwürdigkeit solcher Aussagen bewußt. Zumindest gehe ich davon aus, dass die Herren nicht in Damen-Trikots auftraten – sondern in Männertrikots im Design der Frauen-Nationalmannschaft. Aber das so auszudrücken, wäre sicher schon wieder entsetzlich. 

Englands Trainer Gareth Southgate  lobte dann noch während einer Pressekonferenz, dass die deutsche Mannschaft die LGBTQ-Gemeinschaft unterstützt habe – offenbar in Anspielung darauf, dass Manuel Neuer in Ungarn vergangenes Jahr in mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfahne auftrat. Ungarn ist wegen seiner konservativen, traditionellen Familienpolitik seit Jahren ein Feindbild der LGBTQ-Lobby. 
Knien gegen Rassismus, Regenbogenbinden für die LGBTQ-Gemeinschaft, Frauen-Trikots für die Männer – stellen Sie sich einmal für einen Moment vor, all das hätte jemand vor 20 Jahren vorausgesagt. Man hätte ihn schlicht für verrückt erklärt. Die Ideologisierung und Gleichtaktung des Sports hat Ausmaße erreicht, wie man sie sonst nur aus autoritären Staaten kennt.

Was kommt als nächstes? Synchron-Pinkeln auf den Rasen als Protest gegen Überdüngung in der Landwirtschaft? Ein Quoten-Rollstuhlfahrer in jedem Team als Zeichen gegen die Diskrimienierung? Oder gleich eine Frauen- und Minderheiten-Quote für „die Mannschaft“? Statt dem Absingen der Nationalhymne ein Schwur auf LGBTQ und Regenbogen-Zwangstattoo? Frauschaft (nicht „Frau schafft!“) oder Transschaft statt Mannschaft? Oder Trans-Frau-Mannschaft? Heute scheint uns das genauso abwegig wie das, was wir gerade erleben, vor 20 Jahren.

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David
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Bild: Screenshot/Twitter
Text: br

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