Wie der Tod einer 13-Jährigen instrumentalisiert wird Zeitung attackiert nach Tragödie "Querdenker"

Es ist so schlimm, dass man es kaum in Worte fassen kann: Im Schulbus ist eine 13-jährige im Landkreis Germersheim am Montag urplötzlich zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Die Todesursache ist bisher unklar. Bei einem so tragischen Ereignis verbietet sich jede Reaktion, die über Trauer und Mitgefühl für die Angehörigen hinausgeht.

In Zeiten der sozialen Medien gibt es kaum ein Ereignis, bei dem nicht Menschen überreagieren. Und auf eine Art und Weise reagieren, die nicht angemessen ist. Das ist eine Begleiterscheinung der Meinungsfreiheit. Und in freien Gesellschaften nicht zu vermeiden. Tatsächlich wurde offenbar auf Twitter und Facebook von Nutzern behauptet, der Tod habe mit der Mund- und Nasenbedeckung des Mädchens zu tun. So pietätlos das sein mag: Bei vielen Menschen kochen die Emotionen in diesen aufreibenden Zeiten hoch. Und man kann nicht an jeden Nutzer der sozialen Netzwerke, der vielleicht beim Einkaufsbummel oder beim Kochen schnell ein paar Zeilen absetzt, die gleichen Maßstäbe anlegen wie an Journalisten.

Wenn diese so ein tragisches Ereignis nutzen, um Stimmung zu machen, ja zu manipulieren, hat das noch einmal eine ganz andere Qualität. Und genau das ist leider geschehen. Schlimmer noch: Es erfolgte unter dem zynischen Deckmantel, es ginge um die Privatsphäre des toten Kindes und seiner Eltern. Die Regionalzeitung „Rheinpfalz“, veröffentlichte einen Beitrag, in dem sie zuerst lange und ausführlich die eigene Moral und die eigenen hohen Standards lobt. Was schon per se merkwürdig ist. Denn zu solchen hohen Maßstäben würde auch gehören, sich nicht mit diesen zu brüsten.

In dem Beitrag heißt es weiter: „Ein kleiner Teil der Internet-Nutzer versucht, aus dem Tod „Profit für seine teils schrägen Theorien zu schlagen. Verwunderlich ist, dass es Menschen aus Wien, Basel und andernorts sind, die Aufklärung fordern. Die Frage mag erlaubt sein: Was geht sie das an? Allein die Familie hat das Recht, die Todesursache zu erfahren.“

Hier darf man streiten, ob das wirklich so einfach ist. Wir leben in Zeiten, in denen sich viele Menschen Sorgen um gesundheitliche Folgen von Mund- und Nasenbedeckungen machen und Ärzte teilweise vor diesen warnen. Selbst Traditionszeitungen wie die Westfalenpost berichten, dass Kinder wegen der Mund- und Nasenbedeckung über Kopfschmerzen und Übelkeit klagen. Insofern stellt sich die Frage, ob nicht ein öffentliches Interesse daran besteht, auszuschließen, dass bei so einem extrem ungewöhnlichen Todesfall ein Zusammenhang mit der Maske besteht.

Das Recht der Familie auf Privatsphäre ist hier abzuwägen mit dem öffentlichen Interesse. Und diese Abwägung ergibt kein Schwarz-Weiß-Bild, wie es der Autor darstellt. Um das zu verdeutlichen, stelle man sich vor, es gäbe zumindest Hinweise darauf, der tragische Tod sei Folge eine Corona-Infektion. Die Rufe nach Aufklärung und Information der Öffentlichkeit wären laut.

mvg

Was der Redakteur der „Rheinpfalz“ weiter schreibt, ist unerträglich: „Maskenverweigerer, Verschwörungsfanatiker und andere Querdenker würden es nur zu gern sehen, dass das Tragen der Maske ein Grund dafür war, dass eine 13-Jährige sterben musste. Diese Menschen und diejenigen, die deren Argumente online teilen, haben keinen Anstand.“

Das ist kein Journalismus mehr, das ist Agitation und Propaganda. Und es stellt sich die Frage, wer hier keinen Anstand hat. Menschen zu unterstellen, sie würden eine bestimmte Ursache für den Tod einer 13-Jährigen  „nur zu gerne sehen“, ist mehr als grenzwertig. Besonders schamlos ist es , hier über das Wort „Querdenker“ eine Verbindung zu den Organisatoren der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen herzustellen.

Der gesamte Beitrag zeigt, wie blank die Nerven in vielen Zeitungen heutzutage liegen. Eigen-Beweihräucherung und Leser-Beschimpfungen sind Folgen der Existenzangst in der Printpresse, die sich zu großen Teilen aus „Haltung“ um die eigene Existenz schreibt. Der Beitrag zeigt auch, wie vergiftet die gesellschaftliche Atmosphäre in unserem Land heute ist. Jede Instrumentalisierung des tragischen Todes der 13-Jährigen ist zu verurteilen. Wenn das aber Medien tun, ja wenn sie zudem noch Menschen, die sich einfach Sorgen machen, diffamieren, wiegt das noch weitaus schwerer als Entgleisungen von Privatleuten in den sozialen Medien.

Bild: Dirk at de.wikipedia/Wikicommons/GNU Free Documentation License,
Text: gast

 

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