Das Reich mit zwei Gesichtern. „1871“ und 150 Jahre danach Ein Rückblick

Ein Gastbeitrag von Prof. Felix Dirsch

Eineinhalb Jahrhunderte nach seiner Gründung ist uns das Deutsche Kaiserreich von 1871 weithin ferngerückt. Ganz aus aktuellen Debatten ist dieses Gebilde aber nicht verschwunden. Die Rede Frank-Walter Steinmeiers zum letztjährigen Tag der Deutschen Einheit verwendete das „Bismarck-Reich“ als Negativfolie im Kontrast zum vereinigten Deutschland von 1990. Er erwähnte als einen fundamentalen Unterschied zu „1871“ das Fehlen von „Reichsfeinden“, die man vor drei Jahrzehnten vergeblich sucht. Vergessen hat er selbstredend, dass auch die gegenwärtige Gesellschaft vor dem (weitgehend selbstgemachten) Problem einer immer größeren Fragmentierung mit kaum zu bewältigenden Herausforderungen der Integration steht.

Vor wenigen Tagen hat der Bundespräsident zum aktuellen Gedenken ein weiteres Mal versucht, Heinrich von Treitschkes Diktum zu befolgen, sich um „Vergegenwärtigung der Vergangenheit zum Zweck der Orientierung für Gegenwart und Zukunft“ zu bemühen. Er erwähnte am Ende der Ansprache neonationalistische Tendenzen, den „Sturm“ auf den Reichstag vor einigen Monaten und die Ereignisse auf dem Washingtoner Kapitol. Deutlicher hätte das Staatsoberhaupt kaum ausdrücken können, welche volkspädagogischen Hintergründe für ihn eine wichtige Rolle spielen in der Auseinandersetzung mit einem Stück ungeliebter Vergangenheit.

Was in der neueren Literatur als „Mythos von der deutschen Einheit“ (Tillmann Bendikowski) negativ-kritisch thematisiert wird, verdient eine ausführlichere Betrachtung. Jedes historische Handeln unterliegt der Kontingenz. Das bedeutet, dass die zugrundeliegenden Faktoren auch zu etwas anderem hätten führen können. Von den Gegnern der Reichseinigung wird bis heute gern ins Feld geführt, dass sich die Nationswerdung auch nach der Blaupause des Verfassungsentwurfs der Frankfurter Paulskirche-Versammlung von 1848/49 hätte abspielen können, besser: sollen. Solche Gedankenspiele sind legitim. Sie möchten mittels eines fiktiven Alternativszenarios in erster Linie einen zentralen Makel der Genese des Kaiserreiches beseitigen: dass an seiner Entstehung fast ausschließlich Militärs, Fürsten und der preußische König (und spätere Kaiser Wilhelm I.) beteiligt waren. Immerhin siegte ein Volksheer gegen die Franzosen und schuf wesentliche Voraussetzungen für die Weichenstellung. Außerdem irritiert eine verteidigungsunfähige gegenwärtige Zivilgesellschaft die Blut-und-Eisen-Politik Bismarcks, näherhin die drei Kriege als unabdingbare Voraussetzung des Akts der Proklamation am 18.01.1871 in Versailles. Das Volk zu befragen galt als unnötig. Von einer verfassungsrechtlichen Einzigartigkeit kann man in diesem Fall jedoch nicht sprechen, wenn man die Umstände der Entstehung des Grundgesetzes fast acht Jahrzehnte später bedenkt.

Es bedarf kaum historischer Kenntnisse, wenn man gegen solche kontrafaktischen Entwürfe einen naheliegenden Widerspruch vorbringt: Opposition gegen die Unifizierung kam nicht nur von etlichen Mitgliedern des Deutschen Bundes, unter anderem Bayern, die um Einschränkung ihrer Rechte und die Übermacht Preußens fürchteten; darüber hinaus leisteten die Nachbarstaaten, vornehmlich Frankreich, schon im Vorfeld der Einigung Widerstand. In einem Zeitalter, in dem nationalistische Tendenzen vorherrschten, war Bismarcks Werk nicht ohne militärische Mittel zu verwirklichen. Die Territorien des Deutschen Bundes waren allein zu schwach, um sich gegen die Nationalstaaten der Umgebung durchzusetzen. Gewisse Parallelen dazu finden sich in der heutigen globalen Welt, in der es ebenfalls – so wird jedenfalls oft behauptet – einer forcierten Einigung Europas bedürfe, um mit mächtigen Wirtschaftsblöcken in der Welt konkurrieren zu können.

Die vielfältige deutsche Nationalbewegung seit den Befreiungskämpfen gegen Napoleon förderte den Einigungswillen über Jahrzehnte. Studenten, Turner und Sänger leisteten beträchtliche ideelle Vorarbeiten. Besonders Liberale taten sich hervor. Protestantische Legitimisten wie die Gebrüder von Gerlach wendeten sich hingegen von dem protegierten Bismarck ab, der sich bald als „weißer Revolutionär“ (Lothar Gall) entpuppte. Er setzte von „oben“ durch, was von „unten“ nicht erwünscht war.

Die Integration unterschiedlicher Regionen, insbesondere aus dem südlichen und mittleren Teil Deutschlands, aber auch die Eingliederung verschiedener Bevölkerungsgruppen erwies sich als herkulische Aufgabe. Die neue Führungsschicht und ihre Anhänger stigmatisierten etliche Gruppen als „Reichsfeinde“. Im Kulturkampf der 1870er Jahre wurden massiv Rechte der katholischen Kirche beschnitten. Noch schärfer verfolgte der neue Staat die sozialistische Minderheit, die im Laufe der Jahrzehnte dennoch an Größe zunahm. Auch Juden mussten etliche Ressentiments erdulden. Nichtsdestotrotz schützte die Reichsverfassung die Religionsgemeinschaften. Liberale spalteten sich in solche, die das Einigungswerk begrüßten, und in solche, die sich diesem verweigerten. Gleiches gilt für Konservative. Die polnische Minderheit im Osten war Maßnahmen zur „Germanisierung“ ausgesetzt. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg drohte der weltanschauliche Bürgerkrieg in einen offenen überzugehen. Der „Burgfrieden“ von 1914 überdeckte die Konflikte nur kurzzeitig.

Nun fallen aus heutiger Sicht diverse institutionelle Mängel auf: Das geheime und allgemeine Männerwahlreich auf Reichsebene galt damals in Europa als Fortschritt – ganz im Gegensatz zum preußischen Dreiklassenwahlrecht, das bis 1918 in Kraft blieb. Dennoch ist der nur unzureichend ausgeprägte Grundrechtsschutz bemerkenswert, den die Versammlung in der Paulskirche einst betont hatte. Das Reich war föderal organisiert, aber mit Dominanz Preußens, besonders im Bundesrat. Es waren ja die Fürsten, die einen „ewigen Bund“ geschlossen hatten. Die Möglichkeiten des Reichstages waren eingeschränkt. Der Kaiser konnte die Regierungsmitglieder unabhängig von der Mehrheit der Abgeordneten ernennen. Wenigstens nationalliberale Bürgerliche dürften sich als Gewinner gesehen haben, konnten sie zumindest in der wirtschaftlichen Sphäre relativ frei walten. Auf die Umsetzung liberaler Ideale mussten sie indessen verzichten. Hervorzuheben ist die auf Ausgleich bedachte Außenpolitik in der Bismarck-Ära. Der „ehrliche Makler“ ist auch heute noch ein Vorbild für jene Kreise, die eine ausschließliche Westorientierung aus den Zeiten Adenauers nicht für alle Ewigkeit als in Stein gemeißelt betrachten.

Die Historiographie hat einen „Machtstaat vor der Demokratie“ (Thomas Nipperdey) konstatiert. Dieser Mangel war für Wilhelm II. kein Grund zur Trauer, verspottete er doch den Reichstag, der heute wie ein Monument aus ferner Zeit in das „bunte“ Berlin hineinragt, als „Reichsaffenhaus“. Die meisten Zeitgenossen dürften diesen Nachteil kaum wahrgenommen haben, waren die Prägungen im damaligen Obrigkeitsstaat signifikant andere als die heutigen. Gerade im wilhelminischen Zeitraum fiel der verbreitete Untertanengeist auf und wurde in etlichen Romanen – prominent in Heinrich Manns „Der Untertan“ – karikiert.

AFFLINKSKontinuitäten von „1871“ bis zur NS-Diktatur lassen sich durchaus ausmachen. Doch lobten auch ausländische Beobachter öfters die „Nicht-Demokratie“ als zukunftsfähigen Rechtsstaat mit moderner Verwaltung. Zu den rechtsgeschichtlich heute noch bedeutsamen Errungenschaften gehört das 1900 in Kraft gesetzte Bürgerliche Gesetzbuch. Die damit in die Wege geleitete moderne Sozialgesetzgebung fand etliche Nachahmer. In der Summe ist für den neuen Staat die Bezeichnung „konstitutionelle Monarchie“ nicht unangemessen.

In der Rückschau überwog nichtsdestotrotz die Distanzierung davon, die in der Geschichtsschreibung in prominenter Weise die sozialhistorische Schule Hans-Ulrich Wehlers verkörperte. Deren Opponenten, etwa der Münchner Gelehrte Thomas Nipperdey, widersprechen nicht den materialreich untermauerten Hinweisen auf politische Defizite. Sie führen aber an, dass das Deutsche Reich in manchen Bereichen hohe Standards erreichen konnte, etwa auf den Feldern von Bildung und Wissenschaft, der technischen Entwicklung, der Industrieproduktion, auf den breiten Sektoren der Kultur und so fort.

Auf dieser Linie plädiert der Historiker Jens Jäger in seiner Studie „Das vernetzte Kaiserreich“ dafür, die Modernitätspotenziale des gern als altertümlich betrachteten Regiments nicht zu unterschätzen. Er nennt die verdichteten Kommunikationsnetze, die sich vor 1914 entwickelten: Post, Telegramm und Telefon, als Beispiele. Die Phonoindustrie hob an. Um 1900 revolutionierten Omnibusse und Fahrräder den Verkehr. Die Presselandschaft erwies sich als erstaunlich diversifiziert und agierte überwiegend unbehindert. Eisenbahn- und Schifffahrtsverbindungen wurden enorm wichtig für die in den 1880er Jahren sich immer deutlicher abzeichnende Globalisierung. Diese ist nicht vollkommen identisch mit dem imperialistischen Ausgriff diverser Großmächte, sondern berührt zahllose Facetten sozialer, wirtschaftlicher, politischer und sonstiger Interaktionen zwischen Europa und anderen Kontinenten.

Dass die heute meist postnational ausgerichteten Deutungseliten mit nationalen Traditionen fremdeln und das Deutsche Kaiserreich von 1871 bis 1918 zum Vorläufer des Dritten Reiches verkürzen, ist nur aus einer voreingenommenen Sicht begreiflich. Stark ambivalente Strömungen wie Nationalismus und Patriotismus, die auch integrativ wirken können, verschwinden nun einmal nicht einfach in der Versenkung – mag man es bedauern oder nicht. 1971 schrieb der 2019 verstorbene Buchautor und Journalist Günter Zehm („Pankraz“) zum Jubiläum in der Wochenendbeilage „Geistige Welt“: „Just in diesen Tagen“ musste die deutsche Politik die Erfahrung machen, dass „sie der nationalen Frage in keinem Fall entkommen kann“. Wie viel mehr beschreibt dieser Satz in der unmittelbaren Gegenwart eine Tatsache, an der sich auch Steinmeier & Co. moralinsäuerlich abarbeiten müssen.


Dirsch

Professor Dr. Felix Dirsch lehrt Politische Theorie und Philosophie. Er ist Autor diverser Publikationen, u.a. von “Nation, Europa, Christenheit” und “Rechtes Christentum“. Dirsch kritisiert unter anderem den Einfluss der 68er-Generation und der „politischen Korrektheit“.

2020 erschienen die Bücher: „Die Stimmen der Opfer. Zitatelexikon der deutschsprachigen jüdischen Zeitzeugen zum Thema: Die Deutschen und Hitlers Judenpolitik“ (zusammen mit Konrad Löw) und „Rechtskatholizismus. Vertreter und geschichtliche Grundlinien. Ein typologischer Überblick“.

Bild: Everett Collection/Shutterstock
Text: gast

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my name
1 Monat zuvor

Traditionen…Neu-Deutschland im Erfassungswahn. Zensus 2021 auf 2022 verschoben. Hierzu die schrecklichen Auswirkungen des Bevolkungsregisters Amsterdam 1936-1939 – 100000 deportierte Juden. Zitat: „Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs „Bevolkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religionszugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals. Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. VON EINEM TAG AUF DEN ANDEREN ENTSCHIED EIN MARKER IM BIG_DATA_POOL ÜBER LEBEN UND TOD. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt – schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.“ Und heute? Ich werde mich nicht scheuen, deswegen den Zentralrat der Juden nocheinmal anzuschreiben und daran zu erinnern.

Paulsen, Sönke
1 Monat zuvor

Gute Idee, das 150 ste der Reichgründung als Anlass für einen Rückblick zu nehmen. Ich kenne mich nicht gut aus, aber das Thema ist interessant. Die Frage, wie das Deutsche Reich zu bewerten war, als Militärstaat, der in die Sackgasse führte oder vielleicht doch als Keimzelle des Rechtsstaates und der Demokratie, würde mich besonders interessieren. Gern mehr davon!

beccon
1 Monat zuvor

Spitzensteuersatz 4%, Staatsquote 13-14% – trotzdem leistungsfähiges Gesundheitswesen und ständiger Ausbau der Infrastruktur – Eisenbahn, Kanäle, Brücken usw. Viele geringer waren die demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten auch nicht als heute (wenn man einmal vom Frauenwahlrecht absieht, was es in anderen Ländern zu der Zeit auch nicht gab – in einzelnen Schweizer Kantonen bis in die 1970er Jahre nicht – vermutlich hätte man es auch im Kaiserreich eines Tages eingeführt)

Die Einflußmöglichkeiten auf sein eigenes Schicksal waren definitiv größer als heute – in bösen aber halt auch im guten. Das hängt alles davon ab, was man will. Wer ein behütetes Kind bleiben will, der hat es heute natürlich besser. Aber große Entscheidungen wird er nicht alleine treffen können. So ist es nun einmal. Man hat halt dann nichts im Leben geleistet, kann nichts von sich selbst behaupten, aber jeder hat immer genug zu Spielen und zu Futtern gehabt.

David Veitel
Antwort an  beccon
1 Monat zuvor

Nach der Reichsverfassung bedurfte der Reichskanzler nicht des Vertrauens des Reichstages. Man kann also nicht von einer Demokratie sprechen. Zu denken ist auch an die katastrophale Außenpolitik. Jener Staat kann kein Vorbild sein.

Lavinia
1 Monat zuvor

„Gerade im wilhelminischen Zeitraum fiel der verbreitete Untertanengeist auf und wurde in etlichen Romanen – prominent in Heinrich Manns „Der Untertan“ – karikiert.“ – Ich will ja nicht ketzerisch sein, aber ich habe den Eindruck, als kämen die Diederich Heßlinge unseres Landes eher heute zur vollen Entfaltung. Ein interessanter und differenzierter Artikel, danke!

beccon
Antwort an  Lavinia
1 Monat zuvor

Das Untertanentum ist heute um Größenordnungen weiter verbreitet als damals. Das zeigt sich schon an der Größe von Regierung und Sozialsystem. Verantwortung für irgendetwas zu übernehmen – völlige Fehlanzeige. OK – für den Pleitier in der Kaiserzeit gab es eigentlich nur die Pistole in der oberen Schublade – heute geht man danach einfach in die Politik und erzählt anderen was sie zu tun und zu lassen werden (z.B. Martin Bangemann  – drei Insolvenzen, danach Bundeswirtschaftsminister, dann EU)

Mr. Majestyk
1 Monat zuvor

Geburtstage werden nur von Lebendigen gefeiert. Mit Toten kann man nicht feiern, ihrer kann man nur gedenken. Faktisch ist Deutschland seit dem 8. Mai 1945 kein souveräner Staat mehr, an dem Tag verstarb das Deutsche Reich. Egal wie man die Nachkriegszeit bewertet, vollwertig souverän waren weder die DDR noch die BRD und dank internationaler „Einhegung“, kann man dies auch mit viel Phantasie nicht über das wiedervereinigte Deutschland behaupten.

Ob es in Deutschland je eine echte Volkssouveränität gab, darüber kann man gleichfalls lange streiten, hängt von der eigenen Perspektive ab, was man von unter „echter“ Demokratie versteht. Heute ist das deutsche Volk garantiert nicht mehr Herr im eigenen Haus. Deutschland wurde zur Besiedlung freigegeben. Die Deutschen müssen aufpassen, daß es ihnen nicht geht wie den Apachen oder sie gar enden wie die Mohikaner.

David Veitel
Antwort an  Mr. Majestyk
1 Monat zuvor

Natürlich ist Deutschland heute ein souveräner Staat. Allerdings betreibt dieser Staat eine klügere Außenpolitik als die des Dt Reiches 1871ff, die bekanntlich in den 1. Weltkrieg geführt hat.
Klar sind die Deutschen heute „Herren im eigenen Haus“, wenn man denn solche Begriffe verwenden möchte.

Mr. Majestyk
Antwort an  David Veitel
1 Monat zuvor

Herr Veitel, dann leben Sie in einer anderen Welt als ich und/oder sind eine andere Sorte Mensch. Das Prinzip der Technokratie EU haben Sie garantiert nicht begriffen und bezüglich Identität haben wie eine derart andere Sichtweise, daß es aus meiner Sicht hochbedauerlich ist, gemeinsam im gleichen Staat zu leben, den Leute Ihres Schlages an die Wand gefahren haben. Und jetzt könnt Ihr linken Schmierfinken mit wieder unten rechts an die Fassade pissen. Das, denunzieren und zerstören ist ja alles was Linke können.

L.Bridges
Antwort an  Mr. Majestyk
1 Monat zuvor

@Majestyk: Das war unter der Gürtellinie! Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber dieses Argument der Kontaktschuld (Leute Ihres Schlages ….) ist genau die Waffe, die gegen Konservative und nicht-Angepasste von Establishment verwendet wird.

Mr. Majestyk
Antwort an  L.Bridges
1 Monat zuvor

Herr Bridges, dürfen Sie so sehen. Ich nehme den Beschuß der Linken aber schon seit 20 Jahren wahr und mir wurde mittlerweile meine gesamte wirtschaftliche Existenz und Zukunft vernichtet und nun bedroht man sogar faktisch meine Daseinsberechtigung und was schlimmer ist, die meiner Familie. Im Vergleich dazu sind ein paar harsche Worte recht harmlos.

Ich bereue nicht ein Wort. Dafür, daß man keine Absätze einfügen kann bin ich nicht verantwortlich, was ich bedauere, daß ich all die Jahre so still gehalten habe und für mich gibt es auch keinerlei Bereitschaft zur Versöhnung. Ich bin nicht mehr bereit mich von Linken bedrohen und diffamieren zu lassen und brav die andere Wange hinzuhalten und freundlich zu lächeln.

David Veitel
Antwort an  Mr. Majestyk
1 Monat zuvor

Hier hat Sie niemand bedroht.
Wenn Ihnen oder Ihrer Familie irgendwie droht, gehen Sie zur Polizei. Wir leben in einem Rechtsstaat.
Es muss möglich sein, unterschiedliche Meinungen zu diskutieren, ohne dass es gleich so persönlich wird.

Mr. Majestyk
Antwort an  David Veitel
1 Monat zuvor

Wer frech behauptet, daß Deutschland ein Rechtsstaat ist kann nur ein Linker sein, Herr Veitel.

Ich habe Sie nicht eingeladen meinen Beitrag zu kommentieren, was Sie zwar dürfen, ich lasse mich aber nicht verhohnepiepeln. Wie es in den Wald ruft, so schallt es hinaus. Mein Beitrag mag ironisch bis sarkastisch sein, was Sie behaupten, daß Deutschland ein souveränes Staatsgebilde ist, das ist eine dreiste Lüge. Alles was heute medial über das Deutsche Kaiserreich verbeitet wird hat ebenfalls nichts mit einer seriösen historischen Einordnung zu tun. Die Bundesrepublik Deutschland ist weder als Staat vollsouverän und daher kann es innerhalb des Staates auch keine vollumfängliche Volkssouveränität geben. Gleichfalls ist Deutschland mittlerweile derart überfremdet, daß die Existenz, die Identität und die Kultur der eigentlichen Deutschen bedroht ist. Menschen werden nicht automatisch deutsch, nur weil man sie importiert. All jene, die immer nur davon reden, daß man nur so die Deutschen vorm Aussterben retten kann, was sie ja dann dennoch tun, betrachten im Endeffekt Menschen nur als Humankapital, das läßt sich auch nicht durch den Gutmenschenheiligenschein verbergen. Man kann gegen die Souveränität Deutschlands sein und für Internationalisierung und Abgabe von Rechten, man kann auch für Einwanderung sein und sich nicht mit dem Deutschen Volk als solches identifizieren, aber dann soll man auch dazu stehen und nicht mir meine Worte verdrehen und mir nicht erzählen wollen, ich sei zu blöd die Realität wahrzunehmen. Es ist schlimm genug in einem Staat zu leben, in dem die Elite sich nicht mit ihrem eigenen Volk identifiziert und wo man ein ganzes Volk zu Sklaven eines Schuldkultes gemacht hat, wo man seit Jahrzehnten Arbeitsplätze vernichtet und soziales Eigentum plündert, aber verarschen lasse ich mich nicht und ich lasse mir auch nicht meine Existenz nehmen, mich drangsalieren, mir meine Rechte an politischer Partizipation nehmen und sage dann auch noch höflich und freundlich danke, wenn man mich virtuell auslacht und als Hohlkopf darstellt. Herr Veitel, ich sage Ihnen auf den Kopf zu, daß Sie Teil des Systems sind, damit verläuft zwischen uns beiden ein unüberwindbarer Graben und der darf ruhig weithin sichtbar sein, sonst fällt nachher noch jemand hinein.

parzival
1 Monat zuvor

Die Gründung des Deutschen Reiches erfolgte nachdem Scheitern der Revolution von 1848. Die Untertanen wollten kein deutsches Reich, sondern eine Demokratie!

Es hätte schon damals vorbei sein können.

Doch die preußische Obrigkeitshörigkeit steht einem echten freien demokratischen Staat auf deutschen Boden nachwievor im Weg, warum fragte das Paulusparlament nach zunächst geglückter demokratischer Staatsgründung den preußischen König ob er da mit machen wollte?

Folgerichtig wäre es gewesen den Adel und alle deutschen Könige zu entmachten, und dem Volk die Macht zu geben.

Das traute man sich jedoch nicht zu.

Erst in Folge daraufhin konnte die Obrigkeit, erfreut über die Hörigkeit und Abhängigkeit ihrer Untertanen, ihr deutsches Reich gründen (übrigens durch eine Kriegserklärung an das zu dieser Zeit tatsächlich demokratische Frankreich)

Nach dem Völkerrecht ist das deutsche Reich dabei genauso illlegtim wie alle Folgestaaten (mit ausnahme der Räterepubliken 1918), da es nicht demokratisch legitimiert wurde.

Geschichtsrevisionistischer, antidemokratischer Artikel!

Holger Kammel
Antwort an  parzival
1 Monat zuvor

Vielleicht hat man es Ihnen in Ihren marxistischen Seminaren vorenthalten, aber die Kriegserklärung im Krieg von 1870/71 erfolgte durch Frankreich, das zu dieser Zeit noch von einem Kaiser regiert wurde. Die Kriegsschuldverlagerung durch die Emser Depesche ist einfach nur lächerlich. Sie können in dieser Zeit übrigens demokratischer verfasste Staaten als Deutschland mit der Lupe suchen. Das Kaiserreich zu kritisieren, weil es nicht unseren heutigen demokratischen Ansprüchen genügt, ist geschichtsvergessen. Was Sie heute staunend zur Kenntnis nehmen können, ist die damalige Vielfältigkeit und Freiheit der Presse. Darüber verfügen wir nicht mehr.  Frankreich war zu dieser Zeit übrigens ein übler imperialistischer Staat, der praktisch permanent Krieg führte und eine wesentlich größere Kriegsrüstung betrieb und eine vergleichsweise größere Armee als Deutschland hatte.

Eispickel
1 Monat zuvor

„Zu den rechtsgeschichtlich heute noch bedeutsamen Errungenschaften gehört das 1900 in Kraft gesetzte Bürgerliche Gesetzbuch.“ Welches aber wiederum doch stark vom französischen (von Napoleon Bonaparte eingeführten) Code Civil beeinflusst oder zumindest inspiriert wurde. Wenn es um deutsche Errungenschaften wie das BGB oder das GG geht, muss immer die Frage mit gestellt werden, wie weit dies äußeren Einflüssen oder gar Verordnungen geschuldet ist. Michel ist gut darin anderes Gedankengut zu assimilieren, mit der Kreativität und Eigenverantwortung hat er es seit jeher eher schwer.

ee
1 Monat zuvor
  • Ich hadere ein wenig mit diesem Beitrag – was will er sagen?
  • Ist das ein Plädoyer für (deutschen) Patriotismus oder vielmehr
  • ein Plädoyer für ein Europäisches Reich?

Die Entwicklungslinien zu letzterem sind ja rasant zu besichtigen und folgen der oben beschriebenen Logik. Ich kann aber nicht glauben, dass Sie das befürworten.

Indigoartshop
1 Monat zuvor

Naja.  Nach dem Satz „Kontinuitäten von „1871“ bis zur NS-Diktatur lassen sich durchaus ausmachen “ war ich geneigt, diesen Beitrag zu verlassen. Habe dann unter Anstrengungen durchgehalten, um mich dann über die „in etwa“ Halbsätze zur Industrialisierung im Kaiserreich zu ärgern. Bei allem Respekt, aber Wirtschaft und Technik sind nicht die Gebiete, auf denen Prof. Dirsch zuhause ist. Ich empfehle den sehr lesenswerten Beitrag von Prof. Rainer. F.  Schmidt in der aktuellen NF  „Werkhalle der Welt“. Nur soviel: unseren Wohlstand verdanken wir in erster Linie der liberalen Wirtschaftspolitik unter Wilhelm II, der zugleich ein großer Förderer der Wissenschaften mit der Gründung der Technischen Universitäten war. Auf dem Kulminationspunkt von Technik und Wirtschaft im Jahre 1913 sollen ca. 75 der Fachliteratur auf Deutsch publiziert worden sein. Davon zehren wir heute noch – vielleicht noch für einige Jahre, dann ist Feierabend.  Dafür heute 200 Lehrstühle (ZWEIHUNDERT!) in „Genderwissenschaften“ gegenüber 6 (SECHS!) Lehrstühle für Kraftwerkstechnik in Deutschland. Allein wenn ich lese, wie eine gewisse BAER „Staatsministerin für Digitalisierung“ uns vor aller Welt zum Narren macht .. ich wünsche mir die Zeit zurück!

Indigoartshop
Antwort an  Indigoartshop
1 Monat zuvor

Apropos Technik – keine Ahnung, wie mein Beitrag auf die erste Stelle gerutscht ist. Das war keine Absicht von mir. Bitte an die Redaktion: Bitte mal die Technik des Kommentarsystems in den Blick nehmen, da stimmt einiges nicht z.B. die zum Teil langen Responsezeiten sowie das sprunghafte Voting um mehrere Zähler. Danke! Ansonsten das beste Redaktionssystem ever hat reitschuster.de!

Peter Tanner
Antwort an  Indigoartshop
1 Monat zuvor

Die langen Antwortzeiten kann man verbessern, wenn man die ganzen Programme die runtergeladen werden und welche Sie tracken (via Javascript), blockiert: https://noscript.net/

P.M
Antwort an  Indigoartshop
1 Monat zuvor

Die deutschen Kolanialbesetzungen waren sicher auch mitverantwortlich für den Wohlstand, der Elite?

Holger Kammel
Antwort an  P.M
1 Monat zuvor

Nein, die Kolonien haben Geld gekostet, keins gebracht. Diese Scheißhausparole, der deutsche Wohlstand beruhe auf kolonialer Ausbeutung, ist die übelste Lüge, die unseren Pseudolinken eingefallen ist. Sie läßt sich auch mit Leichtigkeit anhand damaliger Wirtschaftsdaten widerlegen.

Indigoartshop
Antwort an  Holger Kammel
1 Monat zuvor

🙂 Ich hatte es mir verkniffen, auf P.M einzugehen. Sinnlos. Die Kolonien waren ein Verlustgeschäft. Vielleicht hätte sich das Bild auf lange Sicht geändert. In einer Reportage über die ehemaligen Kolonien kam jemand aus Uganda zu Wort (Gebiet ehemals Deutsch-Ostafrika), der darüber spekulierte, was aus seinem Land geworden wäre, hätte man ein paar Jahre mehr Zeit gehabt. Die Deutschen haben die Schulpflicht eingeführt und ein betriebliches Ausbildungswesen installiert. Die Deutschen haben aus den zig hundert Dialekten eine Einheitssprache entwickelt (KIS-Suaheli), die heute Landessprache ist (ähnlich wie Bahasa in Indonesien). Soviel zum Thema „Kolonialbesetzung“.  Schon erhellend wie es Leute schaffen, sich mit nur einem Satz zum Volldeppen zu machen, von den sprachlichen Fertigkeiten mal abgesehen.

Reinhard
1 Monat zuvor

Unter Bismarck 5% Steuerlast und auch schon Alterspension und Krankenversicherung – also auch schon Sozialstaat. Heute: die 15-fache Steuerbelastung und was gibt es mehr?  Wohin wandern die 70%? Nicht ans Volk.

u.h.te.
Antwort an  Reinhard
1 Monat zuvor

@ R. Hier vermisse ich den Linksgrünen -Na(z)i ! Aufschrei, wer so etwas erfragt, will DAS ! Vertrauen in die GROKO untergraben!! Steuern Zahlen ohne zu FRAGEN ist Untertanen Pflicht! ! Nachfragen ist Naz_er Radikaler Rechte Anti Demokratische Gesinnung !! Fehlt dann noch der Hinweis ,das Groko hier, für ein neues Sammelsystem für „hier länger Wohnende“ Kritische Bürger ,oder gar_quer_denkende zur Abstrafung am Aufbauen ist,!! Müsste da nicht auch ein Hinweis für ein „SED like Arbeitsdienst“ zur Läuterung der GEZ_ Leugner nach gereicht werden ??

L. Bridges
Antwort an  u.h.te.
1 Monat zuvor

Den „linksgrünen Aufschrei“ kann ich hier nicht bieten, weil ich „Nazi“ und stockkonservativ bin, aber etwas elementare Mathematik schon. Wenn wir heute das 15 fache von 5% an Steuern in Bismarcks Zeit zahlen, so wäre dies 75%. Schaue mal jeder auf seine Steuerabrechnung. Ja, ja, ja, es gibt auch noch indirekte Steuern. Die gab es damals auch (Sektsteuer für Kaisers Flotte – zugegebenrmaßen nach Bismarck). Davon war aber nicht die Rede.

Übrigens, Herr Dirsch, das war ein profunder Artikel und mein letzte Kritik relativiert sich dadurch.

Erdö Rablok
Antwort an  Reinhard
1 Monat zuvor

Die Kolonien waren, bis auf Togo, ein Verlustgeschäft für das Reich.