Delta-Panikmache bricht in sich zusammen "Ansteckender, aber weniger gefährlich"

Liest man die Nachrichten, kann man dieser Tage Angst bekommen – wie eigentlich fast immer in den vergangenen 15 Monaten. Die aktuelle Sau, die die Panikmacher durch die Medien und die Politik jagen, ist die „Delta-Variante“. Insofern ist es beachtlich, dass nun ausgerechnet der regierungsnahe Virologe Alexander Kekulé den Angst-Strategen in Politik und Medien einen Strich durch die Rechnung macht.

„Mutationen von SARS-CoV-2 sind besonders ansteckend. Doch solange die Immunität der Bevölkerung zunimmt, sind sie weniger gefährlich als ihre Vorgänger. Am Ende wird sich auch die Delta-Variante zu einem hochinfektiösen, aber harmlosen Erreger entwickeln“, so der Vorspann eines Gastbeitrags des Virologen bei Focus Online. Besonders pikant: Die Entwarnung erscheint ausgerechnet im Zentralorgan der Corona-Panik, für dessen Mutterkonzern der Ehegatte von Spahn als Hauptstadt-Büroleiter tätig ist.

Kekulé vergleicht auch die aktuelle Situation mit einem Hollywood-Streifen: „Rund eineinhalb Jahre hat die Menschheit gegen ein schreckliches Virus gekämpft, fast vier Millionen sind dem lautlosen Killer zum Opfer gefallen. Dann endlich kommt der rettende Impfstoff, die Fallzahlen sinken und ein Happy End scheint zum Greifen nahe. Doch jetzt steigt der totgeglaubte Feind noch einmal aus der Kiste, als weiterentwickelte Mutante, die noch ansteckender und noch tödlicher ist als ihre Vorgänger.“

„Zur Abrundung der Dramaturgie“, so Kekulé weiter, habe die Weltgesundheitsorganisation „der Höllenbrut auch noch einen passenden, martialischen Namen“ gegeben: Die „Delta-Variante“. Was es damit auf sich hat, war mir bis zu Kekulés Erläuterung unbekannt: „Die Delta Force ist, wie Kenner des Action-Kinos wissen, die legendäre Spezialeinheit der US Army, die bevorzugt aus der Luft zuschlägt und als unbesiegbar gilt.“

Was der Virologe dann weiter ausführt, erinnert schon fast an Corona-Ketzerei und würde den üblichen Verdächtigen wie Professor Bhakdi oder Wolfgang Wodarg um die Ohren gehauen werden: „Wer es mit einem angeblich so gefährlichen Gegner aufnimmt, kann sich mühelos als Held darstellen – egal wie die Schlacht am Ende ausgeht.“ So brüsteten sich Chinas Staatsepidemiologen damit, einen Ausbruch der „üblen Mutation“ schnell unter Kontrolle gebracht zu haben, und „weniger erfolgreiche Corona-Helden, wie der britische Premier Boris Johnson und Portugals Regierungschef António Costa, werden nicht müde zu betonen, wie überraschend das Mutantenvirus über ihr jeweiliges Land hergefallen sei.“ Damit erweckten sie den Eindruck, die tatsächlichen Probleme seien nicht Folge falscher Politik.

Aus praktischer Sicht mache es  keinen Unterschied, ob die jeweilige Virus-Variante „Alpha, Delta oder sonst wie heißt. Spätestens seit sich aus dem ursprünglichen Wuhan-Typ die ansteckendere „G-Variante“ (B.1) entwickelt und sich – zunächst unbemerkt – in Norditalien massiv vermehrt hat, ist die Verbreitung des Pandemie-Virus SARS-CoV-2 nicht mehr zu stoppen.“

Mutationen, also die Anpassung des Virus an seinen neuen Wirt, den Menschen, seien für Fachleute schon lange vorhersehbar gewesen. Ihr Auslöser sei die zunehmende Immunität der Bevölkerung, so Kekulé: „Je häufiger der Erreger auf immune Individuen trifft, desto effektiver muss er sich ausbreiten, damit die Epidemie nicht ins Stocken gerät. Das bedeutet aber auch: Solange die Immunität der betroffenen Population und die Ansteckungsfähigkeit des Virus parallel zunehmen, sind neue Varianten zwar ansteckender, aber dafür weniger gefährlich als ihre Vorgänger.“

Eine entsprechende Entwicklung habe etwa bei Schnupfen oder gewöhnlichen Coronaviren dazu geführt, dass die Erreger zwar hochinfektiös, aber harmlos seien. Auch die Delta-Variante mache da keine Ausnahme, ebenso wenig die anderen bisher bekannten. Schwere Erkrankungen und Todesfälle durch SARS-CoV-2 würden nur dann zunehmen, so Kekulé, „wenn viele Risikopersonen nicht immun sind und die antiepidemischen Maßnahmen (Masken, Schnelltests, Nachverfolgung, Vermeidung von Ansammlungen in Innenräumen) vernachlässigt werden – und zwar unabhängig davon, ob es sich um den ursprünglichen Typ B.1 oder eine als „bedenklich“ eingestufte „variant of concern“ wie Alpha oder Delta handelt.“

Dass derzeit in England die Fallzahlen steigen, liege daran, dass die Quarantäne für Einreisende aus Indien zu spät angeordnet worden sei und  „Menschen mit indischen Wurzeln häufig unter beengten Bedingungen wohnen und arbeiten“. Auch in Portugal ist laut Kekulé „nicht Delta, sondern die Politik für das aktuelle Wiederaufflammen der Epidemie verantwortlich. Aus Rücksicht auf den Tourismus wurden nach dem harten Lockdown bereits im April nahezu alle Maßnahmen zurückgenommen. Gaststätten und Kulturbetriebe durften mit halber Gästezahl öffnen und mussten erst um ein Uhr nachts schließen. Bei so viel Nachlässigkeit wären die Fallzahlen auch ohne die Delta-Variante wieder in die Höhe geschnellt.“

Auch in Deutschland werde sich Delta in den kommenden Monaten wohl zur dominanten Variante entwickeln, kündigte Kekulé an: Allerdings habe diese „für die notwendigen Gegenmaßnahmen keine Konsequenzen“. Weil der Impffortschritt zäh verläuft, würde man „auf konventionelle Gegenmaßnahmen auch im Herbst nicht verzichten können“, so der Virologe: Für die Hygieneregel und die Maßnahmen „ändert sich durch den Übergang von der Alpha- zu Delta-Variante jedoch nichts.“

Ob die Belegung der Intensivstationen und die Zahl der Todesfälle wieder steigen werde, hänge nicht von der Delta-Variante ab, sondern vom Immunstatus der Erwachsenen, insbesondere der über 50-Jährigen, so Kekulé. In Großbritannien und Portugal habe es „trotz steigender Inzidenz und vorherrschender Delta-Variante“ bisher „keine Zunahme der Sterblichkeit durch Corona-Infektionen“ gegeben. Die Entwicklung dort ist nach Ansicht von Kekulé richtungsweisend für die Bundesrepublik – und die Möglichkeit von Lockerungen. Schlussfazit des Virologen: „Es bleibt also mindestens so spannend wie in Hollywood – obwohl die Delta-Variante in der Rolle des Schreckgespenstes eine glatte Fehlbesetzung ist.“

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Bild: Boris Reitschuster
Text: br


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