Die BILD knickt ein Stürzte die New York Times Julian Reichelt?

Von Sönke Paulsen

Springer-Chef Mathias Döpfner sagte am Montag:

„Julian Reichelt hat BILD journalistisch hervorragend entwickelt und mit BILD LIVE die Marke zukunftsfähig gemacht. Wir hätten den mit der Redaktion und dem Verlag eingeschlagenen Weg der kulturellen Erneuerung bei BILD gemeinsam mit Julian Reichelt gerne fortgesetzt. Dies ist nun nicht mehr möglich.“

Auslöser war ein Artikel der New York Times, in dem Ben Smith, ein bekannter Journalist, den Springer-Verlag mit einer stark sexualisierenden Kritik angegriffen hatte. Dabei stand vor allem Julian Reichelt im Fokus, aber auch Mathias Döpfner, als Vorstandschef, wurde kräftig mit sexuell getöntem „Kompromat“ angegriffen.

“Under his (Döpfners) leadership, Axel Springer has had elaborate holiday parties, including a disco night in 2018 that included 10 D.J.s, 512 disco balls and a joint performance by the Village People and company board members”, berichtet Smith, der selbst immer wieder dafür angegriffen wird, dass er seine Artikel nur schwach mit Fakten belegt.

“He also owns one of Germany’s leading collections of female nude paintings.”

“In 2012, he dispatched members of the mostly male senior executive team to Silicon Valley, where they roomed together, made a study of the new media economy and produced a goofy video that showed them sharing king-size beds”.

Man kann also festhalten, dass Döpfner in den Augen von Ben Smith ein hedonistischer Partygänger und Sammler von nackten Frauen ist, der vor allem den Humor und die Gelüste von alten Männern teilt. Das in etwa geben die Zitate aus dem NYT-Artikel her, der in der Vorstandsetage heftig eingeschlagen ist. Die New York Times und speziell Ben Smith haben übrigens schon einige Schmähartikel über den Springer-Konzern online stehen.

Was ist der Hintergrund, dieser sexualisierenden Kritik an Bild und Springer?

Zunächst einmal weiß man von den Amerikanern, aus unzähligen Beispielen, dass der sexualisierte Angriff gegen mächtige Männer ein Standardverfahren ist, um diese zu stürzen. Von Bill Clinton über Dominique Strauss-Kahn bis zu Julian Assange wurde und wird das in allen Varianten durchexerziert. Die Methode ist deshalb in den USA so erfolgreich, weil die Amerikaner diese Mischung aus extremer sexueller Verklemmtheit und exzessiver Vermarktung von Sexualität aufweisen, die man nirgendwo sonst, in dieser Ambiguität, finden kann.

Der vermeintliche Fakten-Hintergrund ist jedoch ein Bericht eines Investigativ-Teams des Ippen-Verlages, der eine ganze Reihe von regionalen Zeitungen in Deutschland herausgibt, über den „autoritären und missbrauchenden“ Führungsstil von Julian Reichelt.

Ben Smith von der NYT lag aber nach eigenen Angaben nur ein kleiner Auszug dieses Berichtes vor, der bisher nicht veröffentlicht wurde, offiziell, weil man den Wettbewerber Springer nicht schädigen wollte. Inoffiziell aber vermutlich, weil es sich um unsichere Aussagen und „Beweise“ gegen Reichelt handelt, die schon im Frühjahr dazu führten, dass der Springer Vorstand Julian Reichelt wieder in seine Leitungsposition zurückließ.

Schließlich aber lässt sich aus dem Original-Artikel der NYT zweifellos entnehmen, dass der Expansionskurs des deutschen Medienkonzerns in den USA die eigentlich Ursache für den Angriff ist.

Smith zählt, nachdem er Reichelt und Döpfner zu sexbesessenen Autokraten gemacht hat, die er persönlich kenne, was er wichtigtuerisch durchblicken lässt, um Glaubwürdigkeit herzustellen, die frisch erworbenen Medien und Unternehmensanteile des Konzerns in den USA auf. Darunter Business Insider und die einflussreiche Seite Politico. Außerdem Beteiligungen bei Ozy Media und Erwerb von Morning Brew durch die Insider Cop. Springers.

Springers Expansion in den USA wird als unterschwelliger Anlass genommen, die moralische Qualität des Konzerns, natürlich nach US-Maßstäben, zu überprüfen. Dabei fällt Döpfner bei Smith durch. Hauptsächlich wegen des umstrittenen Chefs der Bildzeitung, Julian Reichelt.

Dieser Angriff dürfte den Vorstand ins Mark getroffen haben, weil es der Versuch ist, den deutschen Medienkonzern auf dem US-Markt als moralisches No-Go darzustellen. Es sind politische Reaktionen auf diese Angriffe in den USA zu erwarten und zwar überwiegend von den Democrats, die ja die offiziellen Hüter der Sexualmoral in den USA sind.

Welche Transatlantiker hier noch über Bande gespielt haben, um Reichelt loszuwerden, wird man wohl nie erfahren.

Am Ende musste Döpfner sein Protegé Reichelt opfern, um die Wogen in New York, Washington und LA zu glätten und weiterhin ungestört in den USA einkaufen zu können.

Der deutschen Medienlandschaft fehlt damit ein herausragender Journalist, der es sogar in der Ära Merkel geschafft hat, kritischen Journalismus in der auflagenstärksten Zeitung wieder nach vorn zu bringen. Mit den Methoden des Boulevard-Journalismus natürlich, aber scharf und bissig sowie hinreichend konservativ.

Merkel wird der Angriff aus den USA freuen. Die gleichgeschaltete deutsche Medienlandschaft ebenfalls. Bestimmte Frauen, die mit ihren Möpsen Karriere machen wollen und sich hinterher als Opfer darstellen, freut das sowieso.

Der Pressefreiheit und Vielfalt in unserem Land wird dadurch aber ein weiterer schwerer Schaden zugefügt.

BILD ist vor den amerikanischen „Liberals“ mit ihrer Political Correctness eingeknickt.

Wer hätte das gedacht?

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Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“. Hier finden Sie seine Fortsetzungsgeschichte „Angriff auf die Welt“ – der „wahre“ Bond.

Bild: nitpicker/Shutterstock
Text: Gast

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