Berlins Long Covid „Long Covid – unlimited“

Von Sönke Paulsen

Wäre die wissenschaftliche Diskussion um das Long-Covid-Syndrom, das so ziemlich für jede Grundrechtseinschränkung, besonders bei Kindern, herhalten muss, nicht in vollem Gange, könnte man denken, dass es sich um ein „öffentliches Syndrom“ handelt.

Müdigkeit, Antriebsstörungen, ständige Erschöpfung, Gereiztheit, Angst vor der Arbeit und Sinnlosigkeitsgefühle, Überforderung und Vermeidung von Kontakten. Jeder zweite Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes scheint in Berlin darunter zu leiden.

Eine Langzeitfolge, auch von denen, die gar keine Infektion mit SARS-CoV-2 hatten?

Man weiß es nicht!

Es gibt auch keine Studien über Long Covid im öffentlichen Dienst und schon gar nicht über das „Non-Infectious-Long-Covid-Syndrom“, also das Syndrom, das erkennbar auch ohne Infektion auftritt.

Wir müssen offen lassen, ob das behördliche Maximalversagen bei den Berliner Abgeordnetenwahlen damit zusammenhängt. Lange Warteschlangen scheinen aber nicht nur vor den Wahllokalen, sondern ganz generell einen Hinweis auf dieses Syndrom zu bieten.

Auch der Berliner Großflughafen scheint an Long Covid zu leiden. Denn dort drängeln sich hunderte Fluggäste vor drei Abfertigungsschaltern in einer sonst gespenstisch leer wirkenden Abflughalle. Die Angestellten scheinen zu schlafen oder Dienst nach Vorschrift zu machen, wirken mürrisch, abweisend und gereizt. Die Fluggäste verpassen ihre Flüge und sind hysterisch. Ein Vorschlag wäre, an jeder dieser Schlangen einen Psychiater zu stationieren. Aber die Berliner Psychiater sind ohnehin schon überlastet.

Auch bei den Bürgerämtern besteht der Verdacht auf Long Covid. Termine sind dort so rar wie neu gezeichnete Aktien eines Start-up-Unternehmens im Steigflug. Man muss tagelang online bleiben, um einen der wenigen Termine zu ergattern, wenn sie kurz im Kalender aufleuchten. Ansonsten läuft man Gefahr, ein Illegaler zu bleiben, ohne Meldebescheinigung.

Kraftfahrzeuge sollte man hier ohnehin nicht anmelden, weil Berlin nicht nur verkehrstechnisch im Chaos liegt, sondern auch zulassungstechnisch. Wartezeiten von einem Monat und mehr bis zur Zulassung sind inzwischen häufig, was vor der Pandemie nicht viel besser war. Aber immerhin kam man 2019 noch mit zwei Wochen Wartezeit davon. Die Erkrankung hat diesen Wert verdoppelt!

Warum Berlin so dysfunktional ist, muss man wohl die Virologen und Mediziner fragen, denn eine rationale, allgemeinverständliche Erklärung gibt es dafür nicht.

Es gibt auch Ausnahmen.

Personal wird ständig gesucht und aufgestockt. Sozialämter und Ausländerbehörden arbeiten auf Hochtouren, um die Kontakte mit Ausländern so kurz wie möglich zu halten, und die Berliner Polizei ist auf den Straßen so präsent wie nie.

Die Müllabfuhr braucht dagegen Wochen, den Dreck auf den Straßen zu identifizieren, aufzulesen und abzutransportieren. Die Stadt ist seit der Pandemie noch dreckiger geworden! Long Covid auch bei der Müllabfuhr?

Wenn die allgegenwärtige Polizei allerdings Straftäter dingfest macht und die Anzeigen an die Berliner Justiz übergibt, vergehen Monate bis Jahre, bis einer von der Staatsanwaltschaft mal Zeit findet zu ermitteln. Staatsanwaltliche Ermittlungen sind seit der Pandemie nicht mehr anhängig, sondern anrüchig, weil sie schon so lange vor sich hinschimmeln, bis die Akte an Berliner Gerichten geöffnet wird. Dann sind die Täter längst über alle Berge und der Vorgang kann, zur Erleichterung der Staatsanwaltschaft, geschlossen werden.

Gut aber, dass wir die Landespolizeien zu Besuch haben, die bei den zahlreichen Demonstrationsverboten für Ruhe auf der Straße sorgen. Die Polizei scheint nicht wie die Justiz an Long Covid zu leiden. Sie sorgt dafür, dass in den Berliner Amtsstuben niemand geweckt wird, wenn Demonstranten auf der Straße Lärm machen wollen.

Überhaupt wirkt es so, als ob das Auftreten des Long-Covid-Syndroms in Berlin vor allem an sitzende Arbeitsplätze in schlecht gelüfteten Büros gekoppelt ist, was die Frage nahelegt, ob „Long Covid without Covid“ eine infektiöse Sonderform darstellt, die sich vor allem im öffentlichen Dienst verbreitet?

Das Syndrom könnte auch einfach eine schleichende Arbeitsunfähigkeit auf Grund von längeren Arbeitsverboten durch Senat und Bundesregierung im Rahmen der Pandemie sein. Oder ist es schlicht Sauerstoffmangel durch die FFP2-Masken?

Berlin ist dysfunktional, wenn man es vorsichtig ausdrücken will. Grobe Menschen würden von einer umsichgreifenden Corona-Faulheit sprechen, welche die deutsche Hauptstadt lahm legt.

Wie auch immer. Es sollte untersucht werden. Am besten im Auftrag der Opposition. Denn die rot-rot-grüne Regierung, die gerade wohl in die nächste Runde geht, hat keine Zeit dafür. Sie muss „rechten Gesinnungen“ im öffentlichen Dienst nachspüren und Wohnungsgesellschaften verstaatlichen, damit hinterher noch weniger Wohnungen zur Verfügung stehen. Denn dann gehört die Wohnungswirtschaft eben auch zum öffentlichen Dienst und für den gilt:

„Long Covid – unlimited“!

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“. Hier finden Sie seine Fortsetzungsgeschichte „Angriff auf die Welt“ – der „wahre“ Bond.

Bild: Shutterstock
Text: Gast

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