Die exaltierten Untergangsthesen der „Letzten Generation“ Klima-Bewegung radikalisiert sich immer stärker – und Berlin schaut zu

Von Daniel Weinmann

Sie kleben sich auf Autobahnen fest, legen den Straßenverkehr lahm und versuchen Ölpipelines abzudrehen. Die Gruppe „Aufstand der Letzten Generation“ oder einfach nur „Letzte Generation“ sorgt mit ihren radikalen Aktionen immer wieder für Schlagzeilen. Ihr Name spielt entgegen der Intuition nicht auf die letzte Generation der Menschheit an, sondern auf die letzte, die noch das Schlimmste verhindern kann.

„Wir sind der Überlebenswille der Gesellschaft“, bezeichnen sie sich selbst bar jeder Bescheidenheit, „wir kommen zusammen und leisten entschlossen gewaltfreien Widerstand gegen den fossilen Wahnsinn unserer Gegenwart.“ Frei von Gewalt sind die Aktionen der Klima-Aktivisten indes nicht. Die „letzte Generation“ ist nach eigenen Angaben bereit, ihre Aktionen immer weiter zu führen, auch wenn hierfür Gefängnisstrafen in Kauf genommen werden müssen. Schließlich will die Gruppe nicht weniger als den „Zusammenbruch der Zivilisation“ verhindern.

Bei einer Aktion in Frankfurt ist am Gründonnerstag erstmals ein Mensch verletzt worden. Die Gruppe hatte eigenen Angaben zufolge eine ölartige Flüssigkeit auf die Straße gekippt und damit einen Unfall verursacht. Die Entschuldigung fiel ebenso knapp wie emotionslos aus. „Unser höchstes Ziel ist der Schutz des Lebens“, twitterten die Aktivisten lapidar. „Beim Verschütten von Öl beachten wir stets, dass der Verkehr steht und keine Gefahr entsteht. Leider gelang es uns heute nicht, eine Radfahrerin rechtzeitig auf das Öl hinzuweisen und sie stürzte. Das tut uns leid.“

Selbst Olaf Scholz ließ sich von der 'Letzten Generation' beeindrucken

Strafrechtlich relevant dürften auch die Protestaktionen gegen Öl- und Gasimporte sein, bei denen die Klimaaktivisten Ende April versucht hatten, die Versorgung über Pipelines in Brandenburg und im Rheinland zu unterbrechen. An der Ölleitung Druschba in der Nähe von Schwedt an der Oder hatten Aktivisten laut „Letzte Generation“ ein Sperrventil per Hand geschlossen.

Statt vom Gesetzgeber in die Schranken verwiesen zu werden, schaffen sie es mit ihren kruden Aktionen bisweilen sogar, sich in höchsten Polit-Kreisen Gehör zu verschaffen. Im Bundestagswahlkampf etwa hungerte sich eine Handvoll Mitglieder der „Letzten Generation“ im Regierungsviertel bis ins Krankenhaus, um eine Reaktion der Politik zu erzwingen. Henning Jeschke musste nach 27 Tagen ohne Nahrung sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Es war schließlich der damalige Bundeskanzler in spe, Olaf Scholz, höchstselbst, der sich erpressen ließ und einem Gespräch mit den Aktivisten zusagte.

„Wir haben noch zwei bis drei Jahre, in denen wir den fossilen Pfad der Vernichtung noch verlassen können“, ist auf der Website der „Letzten Generation“ zu lesen. Eine 19 Jahre alte Aktivistin drückte es bei einem Vortrag in Köln so aus: „Es ist wirklich komplett schwarz-weiß: Entweder Aussterben oder nicht aussterben.“ Die Konsequenz: Die Aktionen werden künftig häufiger stattfinden. „Ab heute wird es Verkehrsblockaden und andere Aktionen an jedem Montag in ganz Deutschland geben“, kündigte die Organisation unlängst auf Twitter an.

Nächste Schritte in den Klima-Extremismus sind vorgezeichnet

Es ist nicht nur die „Letzte Generation“, die immer radikaler wird. Der „Ende Gelände“-Mitgründer Tadzio Müller prophezeite schon vor Monaten eine militanter werdende Bewegung. Im November sagte er gegenüber dem „Spiegel“, dass die Klimaproteste aus Notwehr militant werden würden. Tino Pfaff aus dem Extinction-Rebellion-Umfeld wiederum ließ in Interviews wissen, Kieselsteine in die Ventile von SUV-Reifen zu füllen.

Bislang widersprechen – kaum überraschend – nur eine Handvoll Klimaexperten der schwarz-weißen Exegese ihrer Wissenschaft. Im Gegenteil: Die ihnen hörigen Klimajournalisten erzählen die Apokalypse seit Jahren selbst – und bereiteten den Klima- und Endzeitsekten damit den ideologischen Boden. Grünen-Chefin Ricarda Lang sekundiert, indem sie die Blockaden als „zivilen Ungehorsam“ rechtfertigte. Derweil scheint Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die sich die Bekämpfung des Extremismus auf die Fahnen geschrieben hat, auf dem linken Auge blind zu sein.

Gänzlich anders würde die Politik vermutlich reagieren, wenn sich Impfgegner auf Straßen festkleben, um die Impfpflicht zu verhindern. So bleibt allein die beunruhigende Gewissheit, dass die nächsten Schritte in den Klima-Extremismus bereits vorgezeichnet sind.

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Sergei Elagin/Shutterstock
Text: dw

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