Donald Trump – ein politischer Nachruf Was bleibt von seiner Präsidentschaft?

Ein Gastbeitrag von James Siever

Donald Trump muss das Weiße Haus am 20. Januar 2021 verlassen. Obwohl er höchstwahrscheinlich an der Wahlurne gewonnen hat, verlor er den Wahlkampf schließlich aufgrund einer zweifelhaften Zählung der Briefstimmen, die auch Tage nach der Wahl in Säcken abgegeben wurden.

In seiner turbulenten vierjährigen Präsidentschaft veränderte er die politische Agenda der USA und darüber hinaus vollständig, indem er seine Politik „America First“ vorantrieb. Er ist seit Jahrzehnten der umstrittenste Präsident. Sein kontroverser, unhöflicher Stil störte viele, insbesondere die Deutschen, deren politische Defizite und Misserfolge er unerbittlich aufdeckte.

Auch als Präsident blieb er der verachtete Außenseiter, der er immer war. Er wurde vom politischen Establishment in Washington gehasst, dessen komfortable und selbstgefällige Routine er durcheinanderbrachte. Aber er wurde von seinen Anhängern geliebt, sehr viele von ihnen waren hart arbeitende Amerikaner der Mittelklasse vom Land, die für ihn gestimmt haben, weil er versprochen hatte, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern.

America first

Als Präsident hielt Donald Trump an seinem Wort fest und führte seine „America First“-Politik durch, die er dem amerikanischen Volk versprochen hatte. Tatsächlich war er politisch äußerst erfolgreich bei der Durchsetzung seiner Agenda. Im Gegensatz zu all seinen Vorgängern weigerte er sich, die Rolle des „World Sheriff“ zu spielen: Er führte keinen Krieg, sondern brachte amerikanische Soldaten, insbesondere aus Afghanistan und dem Nahen Osten, nach Hause.

 

mvgIn Afghanistan zwang er die Regierung von Kabul, mit den Taliban zu verhandeln, anstatt amerikanische Soldaten in einem sinnlosen Krieg weiter zu opfern. Und im Nahen Osten war er der erste Präsident seit Jimmy Carter, der Araber und Israelis erfolgreich einander näherbrachte, indem er ein Abkommen zwischen Israel und den Emiraten vermittelte, zu dem auch Saudi-Arabien als informeller Partner gehört. Im Gegensatz zu Jimmy Carter, der den Friedensnobelpreis für das Camp-David-Abkommen erhielt, wurden Donald Trumps Bemühungen, die Spannungen im Nahen Osten abzubauen, ignoriert. Das ist schwer zu verstehen, weil sein Vorgänger Barack Obama den Friedensnobelpreis für nichts erhalten hat!

Als Präsident war Donald Trump, selbst Unternehmer und Geschäftsmann, ein überzeugter Befürworter des freien Unternehmertums und der Deregulierung. Er belebte die angeschlagene amerikanische Wirtschaft durch eine historische Steuerreform, indem er die Körperschaftsteuer von 35 auf 21% senkte. Dies hat industrielle Investitionen in den USA ausgelöst und Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen. Unter seiner Präsidentschaft sank die Arbeitslosenquote auf ein Rekordtief und die Löhne stiegen deutlich an. Dass das Corona-Virus diesen Aufschwung plötzlich unterbrach, war nicht seine Schuld.

Auf Chinas wachsende Herausforderung gegenüber dem westlichen wirtschaftlichen und politischen Modell reagierte Donald Trump entschlossen mit der Einführung von Zöllen auf chinesische Waren. Angeblich, um das enorme Handelsdefizit der USA gegenüber China zu verringern, aber tatsächlich, um die aggressive chinesische Strategie zur Übernahme der wirtschaftlichen und politischen Weltherrschaft einzudämmen. Da diese chinesische Politik auch die Interessen Europas betrifft, insbesondere in Bezug auf faire Handelspraktiken, wäre es für die Europäer klüger gewesen, sich in diesem Konflikt auf die Seite von Donald Trump zu stellen, anstatt ihn der Störung der internationalen Handelsordnung zu beschuldigen.

Siebzig Millionen Wähler

Was bleibt von Donald Trumps Präsidentschaft? Entgegen den Vorhersagen der Meinungsforscher, die ihn abgeschrieben hatten, gewann er über 70 Millionen Stimmen, 8 Millionen mehr als vor vier Jahren, und verlor die Wahl am Ende nur knapp. Man kann davon ausgehen, dass er ohne Covid-19 („China-Virus“), für welches er ebenso wenig verantwortlich ist wie für die mehr als 200.000 Todesfälle, die Wahl gewonnen hätte. Donald Trumps „America First“ – Politik wird daher ein Faktor bleiben und sein Nachfolger wird kaum in der Lage sein, eine Politik dagegen zu machen. In jedem Fall wird Bidens Versöhnungspolitik scheitern, wenn er Trumps über 70 Millionen Wähler praktisch ignoriert.

Ob Joe Biden jemals in den Geschichtsbüchern erwähnt wird, bleibt abzuwarten, aber sicher ist, dass die Geschichte Donald Trump niemals vergessen wird!

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.
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James Siever ist Geschäftsführer einer internationalen Industrieorganisation mit Sitz in München und Schwesterorganisation in den USA.
Zudem ist er Journalist und Herausgeber eines weltweit vertriebenen Branchenfachblatts.
Dieser Artikel ist eine Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch.
Bild: Matt Smith Photographer/Shutterstock
Text: gast / Übersetzung: Boris Reitschuster
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