Die Würde des Hundes ist unantastbar Corona-Irrsinn

„Auf den Hund gekommen“ – unter dieses Motto hätte man den Beitrag von Matthias Heitmann hier stellen können. Er berichtete über Pläne des französischen Hygiene-Großkonzerns Essity. Der will seine Mitarbeiter mit elektronischen Halsbändern zu Corona-konformem Verhalten bewegen: Die Bänder sollen Alarm auslösen, sobald jemand den Mindestabstand zu anderen nicht einhält. Nach der „Leine“ in Form von einem Radius, den man beim Entfernen aus der eigenen Stadt nicht überschreiten darf, drohen nun also auch noch Halsbänder. Die Corona-Maßnahmen offenbaren fast schon regelmäßig ein Ausmaß an Menschenfeindlichkeit und Absurditäten, das einen zuweilen am gesunden Menschenverstand zweifeln lässt. Man beginnt zu ahnen, welche Mechanismen dahinter standen, wenn Menschen in der Geschichte immer wieder die Menschlichkeit vergaßen. Dabei war Angst und deren Schüren meistens der entscheidende Faktor.

Die Liste der Absurditäten ist nun um einen weiteren tragikomischen Punkt reicher, wie wir dank eines sehr aufmerksamen Lesers erfahren haben. Und wieder hat es etwas mit Hunden zu tun – diesmal sogar nicht nur im Sinne von Assoziationen. Wie wir alle wissen, sind Friseure geschlossen. Und es gehört wohl zu einem der Wunder der Neuzeit, dass gewisse Politiker und hochrangige Regierungsbeamte trotz des „Verbots von Friseurdienstleistungen“, das auch in privaten Räumen gilt, unglaublich gut frisiert aussehen. Ich beneide sie darum, dass sie entweder offenbar keinen nennenswerten Haarwuchs haben. Oder ein geniales Händchen beim Selbstschneiden. Oder möglicherweise Friseure unter ihren Verwandten. Wer weiß!

Aber zurück zu den Hunden! Alle, die im Moment unter einer etwas zu langen oder nicht ausreichend gepflegten Mähne leiden wie ich, können nun nämlich die Vierbeiner beneiden. Sie könnten nun das alte Lied „Ich wollt, ich wär ein Huhn“ ummünzen in „Ich wollt, ich wär ein Hund“. Zumindest diejenigen von Ihnen, liebe Leserinnern und Leser, die im grünschwarz regierten Baden-Württemberg residieren. Oder nicht in einem „Hotspot“ leben, in dem eine 15-Kilometer-Kette gilt: Und deshalb ins „Ländle“ reisen dürfen. Denn in der „Fünften Verordnung der Landesregierung zur Änderung der Corona-Verordnung vom 23. Januar 2021“ zeigt die Landesregierung in Stuttgart ein Herz für Hunde. Da heißt es:

„2. § 1d wird wie folgt geändert:

„7. Hundesalons, Hundefriseure und vergleichbare Einrichtungen der Tierpflege; Absatz 2 Satz 7 gilt entsprechend.“.

Schauen wir uns nun den § 1d der Verordnung an, so steht dort geschrieben: „Der Betrieb von Einzelhandel, Ladengeschäften und Märkten, mit Ausnahme von Abholangeboten und Lieferdiensten einschließlich solcher des Online-Handels, wird untersagt. Von der Untersagung sind ausgenommen:“ – sodann folgt eine Liste von „Einzelhandel für Lebensmittel und Getränke“ über  „Reinigungen und Waschsalons“ bis hin zu „Verkaufsstätten für Tierbedarf und Futtermittelmärkte“. Und genau hier werden nun nach den Waschsalons die Hundefriseure und Hundesalons eingefügt.

Damit herrscht zumindest im Ländle endlich Ordnung. Denn dort lag das Schicksal der Hundehaare offenbar in den Händen der örtlichen Beamten, wie die IHK Hannover schrieb: „Aufgrund dieser sehr konträren Einschätzungen empfehlen wir Inhabern von Hundesalons bzw. Hundefriseuren dringend, die Zulässigkeit der Öffnung und deren Rahmenbedingungen durch das örtliche Ordnungsamt bzw. den Fachbereich Ordnung des zuständigen Landkreises bzw. der Region Hannover beurteilen zu lassen.“

Möglicherweise geht die Änderung in Baden-Württemberg zurück auf einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster vom Dezember. Das hatte dem Eilantrag einer Hundefriseurin stattgegeben. Die Richter sahen den Mindestabstand und die Hygiene gewährleistet. Anders als bei Friseuren, die direkt am Mann bzw. an der Frau zu Werke schreiten, sei beim Fell- und Krallenschneiden eines Hundes ein gefährlicher Nahkontakt zum Herrchen oder Frauchen vermeidbar. Die Entscheidung sei „nur auf den ersten Blick kurios“, denn ihr sei „eine innere Logik nicht abzusprechen“, schreibt „haufe.de“. Auch die IHK Hannover kann sich mit dieser Sichweise anfreunden: „Dies wäre dann mit einem ‚Außer-Haus-Verkauf‘ vergleichbar und zulässig“.

Innere Logik? Mag sein. Aber das ist dann ein Hinweis darauf, dass mit der äußeren Logik unserer Corona-Politik irgend was nicht so ist, wie es sein sollte.

Aber Logik hin oder her (ich verliere ohnehin gerade meinen Glauben an diese): Der Hund darf zum Friseur, der Mensch nicht.

Ich wollt, ich wär ein Hund.

Nicht mal so sehr wegen der Frisur. Eher, um nicht an diesem ganzen Irrsinn zu verzweifeln. Und daran, wie viele Menschen ihm in vorauseilendem Kadavergehorsam folgen. Und bereit sind, jeden, der auf diese Absurditäten hinweist, als „Corona-Leugner“ zu diffamieren. Aber so ahnt man jetzt, wie das früher war. Wie es dazu kam, dass Menschen als „Klassenfeinde“ oder „Volksfeind“ zum Gegenstand des Volkszorns wurden. Wenigstens sind diesmal die Folgen harmloser. Noch.

PS: „Die Würde des Hundes ist unantastbar“ war ein Leserkommentar auf diesen Beitrag von Annette Manke. Ich fand den so genial, dass ich ihn sofort in die Überschrift übernommen habe. Ich finde dieses Interagieren mit den Lesern enorm wichtig! Und in solchen Fällen bin ich fast etwas neidisch, wenn ich da so übertroffen werden. Annette Manke hat da mit sechs Wörtern mehr ausgesagt als ich mit Tausend Zeichen in meinem Text. Weiter so!

Und nicht vorenthalten will ich Ihnen auch noch diese Bildmontage, die ein Leser hier in den Kommentaren gepostet hat. Arbeitstitel: Reitschuster ist auf den Hund gekommen. Zumindest frisörtechnisch ;-)))

Und hier noch frohe Nachrichten – zumindest, solange mein Youtube-Kanal noch nicht (wieder) zensiert ist:

Bild: Pixel-Shot/Shutterstock
Text: red

 

 

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Doris Schutte
1 Monat zuvor

Sehr geehrterReitschuster

haben Sie es schon gelesen und verarbeitet, was  diese Aussage der WHO für die Regierung bedeutet?

https://www.achgut.com/artikel/who_beendet_epidemische_lage_von_nationaler_tragweite

https://www.who.int/news/item/20-01-2021-who-information-notice-for-ivd-users-2020-05

WHO beendet Epidemische Lage von Nationaler Tragweite

WHO Information Notice for IVD Users 2020/05

Die WHO hat somit am 13. Januar 2021 allen infektionsschutzrechtlichen Schlussfolgerungen alleine aus der (unrichtigen) Annahme einer Infektiosität bei jedwedem positiven PCR-Test ohne weitere Differenzialdiagnostik den Boden entzogen.

Müsste hier nicht sofort der Bundestag zusammenkommen, um sämtliche Maßnahmen zu beenden? Fragen Sie auf der Pressekonferenz danach.

Bitte teilen Sie diese Nachricht auf Ihrer Seite. Danke

Mit freundlichen Grüßen

Doris Schutte

 

 

 

 

Marie
Antwort an  Doris Schutte
1 Monat zuvor

Hallo,Frau Schutte, ich habe im Anti Spiegel gelesen, dass die WHOam 20.01.2021, am Tag, als die Mumie Biden seinen Einzug ins weisse Haus hielt, die WHO ihre Richtlinie in Bezug auf diesen PCR-Test ihre Richtlinien geändert hat, das hat aber nichts mit dem neuen Präsidenten zu tun, wenn jetzt die ohnehin manipulierten Zahlen sinken, wird aber so ausgelegt. Es wird noch lange dauern, bis es ans Licht kommt. Die deutsche Lügenpresse wird dies zu gegeb.Zeit poli.corr. gem.der schmutzigen Nägelkauerin passend machen.

Ann Christin Frenkel
1 Monat zuvor

❤ WILLKOMMEN in Absurdistan!!!

Aber mehr fällt mir dazu nicht ein.

Wühlmaus
1 Monat zuvor

Die Leute verstehen die Tür nicht, die uns damit geöffnet wurde. Seit 4 Jahren sind wir ja offiziell eine Köterrasse. Mit der Begründung können nun endlich wieder die Friseure öffnen.

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article162442610/Deutsche-duerfen-ungestraft-Koeterrasse-genannt-werden.html

Wolf
1 Monat zuvor

Die Würde des Hundes geht noch viel weiter: EinTierarzt, der einen alten kranken Hund trotzdem impft, begeht eien Kunstfehler und kann zur Rechenschaft gezogen werden; wer alte, stark vorerkrankte und palliativehandelte Leute impft, schützt diese und das ist medizinisch völlig in Ordnung!

 

Andre H.
Antwort an  Wolf
1 Monat zuvor

Tierärzte sind im Durchschnitt die besseren Mediziner. Mehr Fachwissen, weniger politisch beeinflußt und mit dem besseren Sozialverhalten gesegnet. Müssen sie auch, denn das Geld kommt nicht unabhängig der Leistung sondern von zufriedenen Kunden.

Peter Tanner
1 Monat zuvor

Es ist absurd, aber ich glaube das ist eine rechtliche Kuriosität. Werden Tiere im Recht nicht als Sache behandelt? Von daher ist das mit dem Liefern-Service-Abholen folgerichtig – wenn auch absurd. Aber leider ist es nichts neues dass im Rechts Sachen höher bewertet werden als Menschen. Wenn der Handtaschenraub Knast gibt und die Vergewaltigung Bewährung… ja im besten Deutschland aller Zeiten.

Diana
1 Monat zuvor

Geniale Fotomontage – you made my day!

Wir haben übrigens zur Selbsthilfe gegriffen: Mann und Sohn sehen dank Selbst-Haarschneidegeräts von Amazon (allerdings auch schon schwierig zu bekommen) und der durchaus kompetenten Hilfe der Tochter (Schulkind, keine Friseurin) inzwischen wieder recht menschlich aus. War aber erstmal mit Hemmschwelle-Überwinden verbunden und ein paar Videos auf YT zur Handhabung haben wir vorher auch geschaut.

 

Eugen Karl
1 Monat zuvor

Würde der Lockdown dazu führen, daß sich längere Haatrachten wieder mehr einbürgerten, dann hätte er wenigstens einen kleinen ästhetischen Sinn gehabt.

Gunter Dringenberg
1 Monat zuvor

Frag doch mal den Seibert, ob jetzt bald bei euch die Burka-Pflicht kommt. Wäre doch mal ne Abwechslung… sieht doch genauso aus wie eine Maske… nur internationaler…

Johannes
Antwort an  Gunter Dringenberg
1 Monat zuvor

Ich finde das hübsch. Auch Frau Merkel wäre damit wesentlich erträglicher.
Möglicherweise ist der Islam überhaupt der Ausweg aus dem Übel. Merkel, Bärbock und Co. hätten dann jedenfalls nichts mehr zu melden und dürften nur mehr in männlicher Begleitung aus dem Haus. Ich würde das als Fortschritt werten. 🙂

Gunter Dringenberg
Antwort an  Johannes
1 Monat zuvor

Hähähä… „Fortschritt“? Ich dachte eher, dass man so manch blöde Visagen nicht sehen muss. Frau Spahn hätte sicher nichts dagegen? Und die abgekauten Fingernägel, bis auf die Stumpen runtergefressen, sieht man dann bei IM Erika aus der Stasipartei auch nicht mehr. Ich bin selbst wahnsinnig angefressen… Freiheit steht bei mir über Gesundheit! Denn wenn du nicht frei bist, in jeder Hinsicht, dann bist du auch krank. Denkt mal drüber nach..

Johannes
Antwort an  Gunter Dringenberg
1 Monat zuvor

Zitat: „Freiheit steht bei mir über Gesundheit!“

Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Das ist so.

Novembersonne
1 Monat zuvor

Das Urteil von Weimar in Kurzform bzw. das Wichtigste des Urteils:

„Nach dem Gesagten kann kein Zweifel daran bestehen, dass allein die Zahl der Todesfälle, die auf die Maßnahmen der Lockdown-Politik zurückzuführen sind, die Zahl der durch den Lockdown verhinderten Todesfälle um ein Vielfaches übersteigt. Schon aus diesem Grund genügen die hier zu beurteilenden Normen nicht dem Verhältnismäßigkeitsgebot. Hinzu kommen die unmittelbaren und mittelbaren Freiheitseinschränkungen, die gigantischen finanziellen Schäden, die immensen gesundheitlichen und die ideellen Schäden. Das Wort „unverhältnismäßig“ ist dabei zu farblos, um die Dimensionen des Geschehens auch nur anzudeuten. Bei der von der Landesregierung im Frühjahr (und jetzt erneut) verfolgten Politik des Lockdowns, deren wesentlicher Bestandteil das allgemeine Kontaktverbot war (und ist), handelt es sich um eine katastrophale politische Fehlentscheidung mit dramatischen Konsequenzen für nahezu alle Lebensbereiche der Menschen, für die Gesellschaft, für den Staat und für die Länder des Globalen Südens“, so das Gericht.

 

 

inken
Antwort an  Novembersonne
1 Monat zuvor

Ja, siehe oben Urteil des AG Weimar (Thüringen) im Volltext https://openjur.de/u/2316798.html

Agnes Ster
Antwort an  Novembersonne
1 Monat zuvor

Jedes Wort in diesem Urteil kann man nur ganz dick unterstreichen. Man kann diesem/diesen Richtern gar nicht genug danken, dass sie den Mut hatten, Recht zu sprechen. Zum allerersten Mal in dieser Plandemie hat ein Gericht Klartext gesprochen. Und die nächste Instanz muss sich nun inhaltlich mit den Begründungen und den der Begründung zugrunde liegenden Sachverhalten befassen und kann sich nicht mehr aus der Verantwortung stehlen, weil das RKI dies oder jenes ohne Tatsachengrundlage behauptet.

Hosenmatz
1 Monat zuvor

Der Hund darf zum Friseur und nach 20 Uhr noch raus – da geht es ihm auf jeden Fall besser, als manchem haustierlosen Menschen.