Keine Satire: ARD-„Faktenfinder“ Gensing wechselt zum FC St. Pauli Transfer der anderen Art – Wird er bald Niederlagen in Siege umdeuten?

Erst vor wenigen Tagen habe ich hier über die krachende Ohrfeige geschrieben, die sich ARD-Chef-„Faktenfinder“ Patrick Gensing mit seiner Klage gegen mich vor Gericht eingefangen hat. Sein Versuch, die Meinungsfreiheit und Kritik an ihm über das Urheberrecht auszuhebeln, mit Methoden, die mich an Wild-West erinnerten, ging gründlich daneben. Die großen deutschen Medien verschwiegen die Niederlage Gensings kollektiv. Obwohl sie weit über den Einzelfall hinaus Bedeutung für fast alle Nutzer sozialer Netzwerke hat und für sie eine gute Nachricht ist. Doch was nicht in die Ideologie passt, wird offenbar totgeschwiegen. Das hat schon was von Omerta – einem kollektiven Schweigen.

Als mir heute ein Kollege schrieb, Gensing verlasse die ARD und gehe zum FC St. Pauli, hielt ich das zunächst für einen schlechten Scherz. Bis ich die folgende Schlagzeile in der Hamburger Morgenpost las: „ARD-‚Faktenfinder‘: FC St. Pauli holt bekannten Politik-Experten.“ Weiter schreibt das Blatt, das für stramme pseudolinke Haltung und Hetze gegen Andersdenkende bekannt ist: „Nicht nur im sportlichen Bereich sucht der FC St. Pauli nach Verstärkungen, sondern auch auf anderen für den Verein wichtigen Feldern. Eine durchaus spektakuläre und spannende Verpflichtung gibt es im Bereich Medien und Kommunikation, in dem sich der Kiezklub breiter aufstellen will. Nach MOPO-Informationen engagiert St. Pauli den Politik-Journalisten Patrick Gensing. Eine Weichenstellung.“

Ich musste herzhaft lachen. Wird Gensing künftig für den Fußballverein Niederlagen in Siege umdeuten, genauso, wie er mit seinen Faktenchecks die Realität zugunsten der eigenen Ideologie zurecht log (siehe etwa hier)?

Weiter schreibt die Morgenpost: „Der 48-Jährige wird ab Juni interimsmäßig die Aufgabe von Anne Kunze (39), Leiterin des Bereichs Medien und Kommunikation bei St. Pauli, übernehmen. Kunze geht nach der Saison in eine einjährige Elternzeit und wird danach auf ihre angestammte Position im Verein zurückkehren.“

Das klingt merkwürdig. Einen feudalen Posten mit üppigen Rentenbezügen auf Gebührenzahler-Kosten aufgeben zugunsten eines interimsmäßígen Jobs bei einem Zweitligisten, der ein wirtschaftlicher Wackelkandidat ist? Geht Gensing wirklich freiwillig? Oder wurde er für seine Anstaltsleiter zur Belastung, mit seinen vielen Fehlleistungen – wie etwa seiner früheren Interview-Aussage, Haltung sei für Journalisten wichtiger als Fakten.

Die Morgenpost schreibt über den Mann, der nach eigenem Bekenntnis in seiner Jugend „antifamäßig unterwegs“ war und nach Ansicht seiner Kritiker seinen Linksradikalismus nie abgelegt hat: „Gensing ist Experte für die Themen politischer Fanatismus, Fake News, Desinformation, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Hetze in sozialen Netzwerken.“ Die Doppeldeutigkeit dieser Formulierungen fiel den Ideologen in der Morgenpost-Redaktion offenbar gar nicht auf.

Weiter schreiben sie: „Nicht nur politisch passt Gensing, ein Fan der linken Punkrock-Band „Feine Sahne Fischfilet“, mit seinem jahrelangen Engagement gegen Rechts (u.a. „NPD-Blog“ und „Publikative.org“) zu St. Pauli, er ist auch Fan des Kiezklubs und Co-Autor der NDR-Doku „Mythos FC St. Pauli“ zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins 2010.“ Die Band, deren Fan Gensing ist, ist bekannt für Songtexte wie diesen: „Die Bullenhelme – sie sollen fliegen, eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein“

Die Zukunft Gensings beim Verein ist offenbar unklar – was einen freiwilligen Abschied von der ARD wenig realistisch aussehen lässt, wenn man bedenkt, welche Beamten- und Versorungsmentalität gewöhnlich in den öffentlich-rechtlichen Pensionskassen mit angeschlossenem Sendebetrieb wie ARD und ZDF herrscht. Die Morgenpost schreibt jedenfalls: „Auch nach seiner Zeit als Interims-Leiter der Medienabteilung könnte Gensing nach MOPO-Informationen weiterbeschäftigt werden.“ Vielleicht dann wieder als FaktenERfinder.

DAVID
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Bild: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Text: br

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