Ketzerei im Fernsehen – aber leider nur regional und privat "Die Bauern-Proteste bringen auf den Punkt, was viele fühlen"

Bis auf wenige Ausnahmen sind die großen Medien wie schon bei Corona so auch bei den aktuellen Protesten stramm auf Linie. Sie versuchen, den Eindruck zu erwecken, die Aktionen seien von Rechtsextremisten unterwandert – und auf die Bauern begrenzt. Umso mehr Mut brauchen Kollegen, die in den großen Medien arbeiten und dennoch gegen den Strom schwimmen. Hut ab vor ihnen! Wie Jörg Zajonc von RTL-West. Der ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Schon beim Thema Corona. Und jetzt auch bei den Protesten. Schade nur, dass seine Beiträge nicht bundesweit laufen, sondern nur regional verbreitet werden (was auch der Grund dafür sein könnte, dass man ihn gewähren lässt – neben der Tatsache, dass er zu den Eigentümern von RTL-West gehört und damit eine besondere Position hat, wie wenige Journalisten). Ich finde es wichtig, dass seine Aussagen auch über seine Region hinaus bekannt werden. Darum möchte ich seinen neuesten Kommentar hier wiedergeben:

Der Bauer ist sauer, und zwar richtig. Viele Landwirte haben die Nase gestrichen voll. Immer mehr Auflagen, immer mehr Bürokratie und immer mehr Arbeit. 70 Stunden die Woche keine Seltenheit. Und die Aussichten sind alles andere als rosig. Umweltauflagen steigen, Flächen müssen stillgelegt werden und jetzt auch noch höhere Steuern und weniger Entlastung. Kein Wunder, dass es irgendwann reicht. Auch wenn die Regierung jetzt zurückrudert, aber die legitimen Proteste plötzlich angeblich die Demokratie gefährden.

Denn die Wut der Bauern ist mehr. Mehr als nur die Reaktion auf eine Fehlentscheidung. Die Bauern-Proteste bringen auf den Punkt, was viele fühlen. Die Politik kümmert sich zu wenig um das Leben ganz normaler Menschen. Alles wird teurer, alles komplizierter.

Immer weniger funktioniert problemlos. Die Wirtschaft schrumpft, Strom ist knapp, Brücken bröckeln. Wir haben zu wenig Lehrer, Ärzte, Pfleger, dafür zu viel Bürokratie, Verwaltung, Hindernisse. Alles dauert ewig und kaum irgendwas wird besser. So das Gefühl vieler Menschen.

Um die Finanzen steht es schlecht. Doch für Projekte in der ganzen Welt ist Geld da.

Und dann will Deutschland auch noch das Klima retten, notfalls im Alleingang. Wer kann das noch verstehen?

All das steckt in den heutigen Protesten. All das sollte die Politiker zum Nachdenken bringen. Es ist höchste Zeit, denn schon längst ist nicht mehr nur der Bauer sauer.

PS – Leserkommentar: Jörg Zajonc ist, wie erwähnt, nicht nur Geschäftsführer von RTL West, sondern zu 25 Prozent auch Anteilseigner. Da gibt es kein Wes Brot ich eß, des Lied ich sing. Und das zeigt: Es bräuchte meiner Meinung nach unbedingt eine groß angelegte Medienreform — Abschaffung von Zwangsgebühren, keine offene oder verdeckte staatliche Finanzierung und eine Privatisierung der Landesmedienanstalten.

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Bilder: Screenshot Youtube newstime

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