Markus Söder: mit Maßkrug, aber ohne Maske und Abstand Die hinterlistige Doppelmoral des bayerischen Ministerpräsidenten

Von Daniel Weinmann

Wasser predigen und Wein trinken. Die Redewendung aus Heinrich Heines Gedicht „Ein Wintermärchen“ eignet sich exzellent, um das heuchlerische Verhalten der bayerischen Polit-Granden auf den Punkt zu bringen.

Mit Markus Söder und Klaus Holetschek zeigten sich jüngst gerade die glühendsten bundesdeutschen Verfechter einer FFP2-Maskenpficht besonders leger. Im Rahmen seiner Sympathie-Offensive kochte der bayerische Ministerpräsident in einer Berufsschule, präsentierte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr und zeigte sich volksnah in diversen Bierzelten. Frei nach dem CSU-Motto „Näher am Menschen“.

David
Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Für Söder bedeutet dies: „Ganz nah ran!“ – doch ohne Abstand und ohne Maske. Sein Gesundheitsminister steht ihm in nichts nach und sonnt sich, umringt von prominenten Gästen, bei einem Festakt im Bad der Menge. Natürlich ebenfalls ohne das vermeintlich wichtigste Utensil zur Bekämpfung der Pandemie.

»So oft wie möglich eine Maske aufsetzen - als Schutz«

Dabei rät das Gesundheitsministerium, weiterhin Abstand zu halten und in Innenräumen „mindestens eine medizinische Gesichtsmaske“ zu tragen. „Jeder wird angehalten, wo immer möglich zu anderen Personen einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und auf ausreichende Handhygiene zu achten“, heißt es in der bayerischen Corona-Verordnung gleich unter Paragraph 1. Dies gilt auch für Geimpfte und Genesene.

„Ich trage die Maske im Innenraum auch wie vorher“, betonte der dreifach geimpfte und genesene Holetschek noch am 26. April in einem Video aus dem Landtag. Er versuche „so oft wie möglich“ eine Maske aufzusetzen – „als Schutz“. Offensichtlich ist ihm ebenso klar wie dem bayerischen Landesvater Söder, dass diese Art von Schutz gleichermaßen unnötig wie nutzlos ist.

Paradox: Ein Ministeriumssprecher teilt auf Anfrage des „Bayerischen Rundfunks“ mit, die Staatsregierung setze in der jetzigen Phase der Pandemie auf Eigenverantwortung. Sie empfehle, sich weiter an die gängigen Corona-Schutzmaßnahmen zu halten – und in Innenräumen Maske zu tragen.

»Auf einmal geht alles ohne Maske und Panikmache«

Dass gerade Söders Haus- und Hofsender diese Anfrage stellt und dessen Verhalten in Frage stellt, überrascht. Doch wäre es sicherlich zu früh, schon jetzt von einer bröckelnden Allianz zwischen dem BR und der CSU zu sprechen.

Söder lassen seine eigenen Corona-Maßnahmen nicht zum ersten Mal kalt: Reitschuster.de berichtete am 18. April über eine „Lex Söder“. Während Schüler im Freistaat immer noch unter den Masken stöhnten, feierte derjenige, der dafür verantwortlich war, maskenfrei und auf Tuchfühlung mit seinem Volk in Augsburg.

Bayerns oberster Gesundheitspolitiker Klaus Holetschek wiederum leistete sich Anfang April einen „peinlichen Bauchklatscher“ (reitschuster.de berichtete), als er sich beim politischen Frühschoppen im unterfränkischen Wasmuthhausen oben ohne zeigte.

In den sozialen Medien ist das Befremden groß. Auf Twitter etwa ist von Doppelmoral und fehlender Glaubwürdigkeit die Rede – während ein Instagram-User ätzt: „Auf einmal geht alles ohne Maske und Panikmache.“

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Foto-berlin.net/Shutterstock
Text: dw

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