Mehrheit der Deutschen unzufrieden mit Merkels Corona-Politik Exklusive INSA-Umfrage für meine Seite

Wie zufrieden sind die Deutschen mit dem Corona-Management der Kanzlerin? Und wünschen sie sich einen vorzeitigen Rücktritt Merkels, damit diese einem Nachfolger Platz macht? Weil mich diese beiden Fragen interessieren und ich dem Stimmungsbild misstraue, das die großen Medien und insbesondere die vom Staat abhängigen öffentlich-rechtlichen Anstalten wie ARD und ZDF vermitteln, habe ich exklusiv eine eigene, repräsentative Umfrage bei dem Meinungsforschungsinstitut INSA in Auftrag gegeben. Online und per Telefon wurden dabei am Wochenende 2.049 Menschen in allen 16 Bundesländern befragt. Das Ergebnis hat mich überrascht – insbesondere auch in seiner Widersprüchlichkeit. Aber alles der Reihe nach:

In der ersten Frage sollten die Umfrage-Teilnehmer angeben, ob sie folgender Aussage zustimmen: „Ich bin mit dem Corona-Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel unzufrieden.“

Das Ergebnis: Eine knappe Mehrheit von 50 Prozent ist mit dem Corona-Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel unzufrieden. 33 Prozent lehnen die Aussage ab – es kann somit angenommen werden, dass sie mit Merkels Corona-Politik zufrieden sind.

 


Deutliche Unterschiede ergeben sich bei den Antworten, wie zu erwarten war, je nach Partei-Präferenz. 80 Prozent der AfD-Wähler sind mit dem Corona-Krisenmanagement von Angela Merkel unzufrieden. Bei FDP-Wählern sind es 68 Prozent, bei Linke-Wählern 58 Prozent. Auch bei Grünen-Wählern liegt die Unzufriedenheit höher als deren Fehlen (46 zu 39 Prozent). SPD-Wähler sind relativ gespalten: 41 Prozent sind unzufrieden, jedoch teilen dieses Gefühl 46 Prozent nicht. Dagegen lehnen 57 Prozent der Unions-Wähler die Aussage ab, und nur 33 Prozent von ihnen drücken ihre Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Kanzlerin aus. Hier muss allerdings dazu gesagt werden, dass die Zustimmung zur Union so rapide sinkt, dass vielleicht mancher ehemaliger Unionswähler inzwischen gar nicht mehr als solcher auftritt.

Ganz anders fällt das Stimmungsbild aus, wenn man nach der Zustimmung zu folgender These fragt: „Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte aufgrund von Fehlern im Corona-Krisenmanagement sofort Platz für einen Nachfolger machen und als Bundeskanzlerin zurücktreten.“

Während 24 Prozent der Befragten befürworten, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgrund von Fehlern im Corona-Krisenmanagement sofort Platz für einen Nachfolger machen und als Bundeskanzlerin zurücktreten sollte, stimmt dem eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent nicht zu.


Der Rückhalt der Bundeskanzlerin ist bei den Älteren besonders groß: Während die ab 60-Jährigen zu 68 Prozent gegen einen sofortigen Rücktritt von Angela Merkel sind, sind es bei den 18- bis 59-Jährigen 57 bis 59 Prozent.


70 Prozent der AfD-Wähler sind für den sofortigen Rücktritt von Angela Merkel. 21 Prozent dieser Wählergruppe sind dagegen. Bei FDP-Wählern zeigt sich der zweithöchste Wert an Zustimmung unter allen Wählergruppen (36 Prozent) – hier ist jedoch bereits eine Mehrheit der Befragten dagegen (53 Prozent). Linke-Wähler stimmen zu 25 Prozent zu (64 Prozent dagegen). Bei den restlichen Wählergruppen liegt die Ablehnung eines sofortigen Rücktritts der Bundeskanzlerin bei 77 bis 88 Prozent.

Für mich ist das Ergebnis sehr widersprüchlich. Es stützt meine aus dem Bauchgefühl heraus entwickelte These, dass gerade in der Krise bei vielen Menschen in Deutschland autoritäre Sehnsüchte zum Vorschein kommen: Die Hoffnung auf eine starke Führungsperson. Und obwohl ganz offensichtlich eine Mehrheit der Menschen hierzulande Merkels Fehler sieht, hält sie die offensichtlich nicht für gewichtig genug, um sich einen Abgang der Kanzlerin zu wünschen. Pleiten, Pech und Pannen sind offenbar für die meisten Menschen kein Grund, sich einen Führungswechsel zu wünschen.

Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen ist, dass Merkel die politische Landschaft derart gesäubert hat und nur derart schwache politische Persönlichkeiten neben sich duldet, dass die Menschen tatsächlich eine „Alternativlosigkeit“ sehen – mangels Konkurrenz. Weder Laschet noch Söder gelingt es ganz offensichtlich, sich als Hoffnungsträger zu verkaufen. Viel spricht dafür, dass genau das Gegenteil zutrifft: Dass die Menschen Merkel als das geringere Übel sehen. Da Demokratie von Alternativen lebt und diese ihr wichtigstes Element sind, ist so eine „Alternativlosigkeit“ höchst gefährlich.

Merkel wird sich solche Umfragen sehr genau ansehen (ggf. auch hier – ihr Sprecher Steffen Seibert machte heute noch einmal deutlich auf der Bundespressekonferenz, dass er meine Arbeit aufmerksam verfolgt). Und sie könnten die Bundeskanzlerin dazu verleiten, doch noch einmal in eine „Verlängerung“ zu gehen.


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Bild: photocosmos1/Shutterstock
Text: red


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