Neuer Corona-Bauchklatscher von Söder Was der CSU-Chef macht, ist laut RKI "hochgefährlich"

In schweren Zeiten wie diesen ist schwarzer Humor lebensrettend. Und Witze wie dieser: „Napoleon, Reagan und Honecker fliegen im Himmel über Berlin. Honecker strahlend: Ich wusste es – der Sozialismus siegt. Reagan bleich: Ich hätte nie fordern dürfen, die Mauer abzureißen. Napoleon neidisch: Solche Medien hätten alle davon überzeugt, dass ich Waterloo gewonnen habe.“ Tatsächlich ist es wohl in vielem auf die Medien zurückzuführen, dass unsere Politiker trotz ihrer Corona-Politik noch hohe Zustimmungswerte haben. Oder, um noch einen Schritt weiter zu gehen: Dass ihnen solche hohen Zustimmungswerte in Umfragen bescheinigt werden, die Medien in Auftrag geben und verbreiten.

Denn tatsächlich gäbe es viel zu kritisieren und zu hinterfragen am staatlichen Umgang mit Corona. Nur es wird eben in den meisten Medien kaum getan. Stattdessen herrschen Hofberichterstattung, Panikmache und Durchhalte-Parolen vor. Man nehme nur Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der sich für das Kanzleramt warmläuft und als Corona-Terminator in Szene setzt. Noch im März ließ er trotz warnender Stimmen Kommunalwahlen abhalten. Dass danach die Infektionszahlen stiegen, übergingen die meisten Medien mit dezentem Schweigen.

Später machte sich Söder für eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen stark, in München kam diese auch. Um dann schnell wieder gestrichen zu werden. Die Geschichte von der „Super-Spreaderin“ in Garmisch-Partenkirchen, die der CSU-Chef nach Kräften hochpuschte, entpuppte sich als Posse. Fast nichts an der Story war wirklich so, wie es zunächst in den Medien berichtet wurde und wie Söder es zuspitzte („Musterfall für Unvernunft“).

Und jetzt der nächste Söder-Bauchklatscher (und der von anderen Ministerpräsidenten gleich mit). Lautstark verteidigte er in den letzten Tagen ein Beherbergungsverbot, wie er es in seinem Freistaat auch durchgesetzt hat: Menschen aus Gebieten mit hohen Infektionszahlen dürfen nicht in Hotels unterkommen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) machte sich am Mittwoch bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin für diese Regelung stark. Widerspruch kam von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Der äußerte Zweifel und sagte, ein Beherberbungsverbot würde Testkapazitäten unnötig belegen: Denn viele Möchtegern-Urlauber lassen sich testen, um das Vebot zu umgehen.

Die Hotelbranche klagt bitter über die Regelung, die in mehreren Bundesländern gilt. So können etwa Berliner nicht mehr in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg übernachen – Berufspendler und Tagesausflügler jedoch frei einreisen, wie es in einem Bundesstaat auch das Grundrecht gebietet. Warum etwa in Brandenburg Hotelgäste aus Berlin gefährlicher sein sollen als Pendler, ist schleierhaft.


Und jetzt diese Ohrfeige: „RKI hält Beherbergungsverbot für hochgefährlich“, titelt Focus Online am Donnerstag Mittag in seinem Newsticker. Da heißt es: „Das Robert-Koch-Institut hat in seinem aktuellen Lagebericht das Beherbergungsverbot heftig kritisiert. ‘Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zur ‚Freitestung‘ durch Vorlage eines negativen Testergebnisses hat die Situation weiter verschärft und es kam regional zu einem zusätzlich stark erhöhten Probeaufkommen‘ heißt es dort. ‘Unter anderem hierdurch können sich die Labore derzeit nicht für den Herbst und Winter mit Reagenzien bevorraten, um eventuelle zukünftige und schon bestehende Lieferengpässe überbrücken zu können‘, warnt das Institut.“

Was für eine Ohrfeige für Söder, Schwesig und Co. Für die ganzen Corona-Hardliner. Sie fordern Maßnahmen, von denen sie glauben, dass sie bei ihren Wählern gut ankommen. Die aber kontraproduktiv sind oder sogar wie in diesem Fall „hochgefährlich“. Das große Glück dieser selbst ernannten Corona-Terminatoren: Die Medien thematisieren ihr Versagen kaum. So erinnert Focus in seiner Meldung über die Kritik des RKI nicht daran, wer gerade eben noch genau das gefordert hat, was nun als gefährlich gilt. Das Münchner Journal fällt eher durch Söder-Hofberichterstattung und Bauchpinseln auf.

Söder hat dabei schon wieder seine gewohnte Wendefähigkeit gezeigt und war bereits am Mittwoch zurückgerudert – wenn auch nur leicht. Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten rückte der CSU-Chef laut FAZ zumindest etwas von seiner harten Linie ab und sagte, das Beherbergungsverbot für Reisende sei „nicht das Entscheidende“, sondern sei „ein untergeordneter Punkt“. Aber selbst als „untergeordneter Punkt“ ist eine Maßnahme, die laut RKI „hochgefährlich“ ist, immer noch ein Politik-GAU.

„Wir sind kurz davor, die Kontrolle zu verlieren“, sagte Söder dieser Tage. In der Tat.

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Bild: footageclips/Shutterstock
Text: red


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