„Rückgabe” der Grundrechte an Geimpfte – ein gefährliches Märchen Gefahr potentieller Superspreader

Ein Gastbeitrag von Jonas Franz

Jetzt auch das noch: Erst konnte das einst nach dem edlen “Oxford” benannte Gebräu von AstraZeneca nur für unter 65 Jahre alte Menschen zugelassen werden, jetzt berichtet BILD (immerhin…) kleinlaut mit Stand 06.02.2021 das Folgende:

“AstraZeneca-Impfstoff weniger wirksam gegen südafrikanische Mutation.

Der von AstraZeneca entwickelte Impfstoff bietet nach einem Zeitungsbericht offenbar keinen umfassenden Schutz vor der in Südafrika entdeckten Mutation des Coronavirus. Die Arznei schütze nicht vor leichten und mittelschweren Erkrankungen, die durch diese Virus-Variante ausgelöst werden, berichtet die ‘Financial Times‘ unter Berufung auf eine Studie, die Montag veröffentlicht werden soll. Die Studie muss dann aber noch von unabhängigen Experten geprüft werden.”

Und als ob das noch nicht genug wäre, geht das unsagbar dämliche Märchen von der “Rückgabe” der Grundrechte an Geimpfte munter weiter. Das ist nicht nur pervers, das ist grenzdebil. Denn

1. ist bis dato der Sachstand, dass alle Impfstoffe keine oder keine robuste sterile Immunität erzeugen. Was bedeutet das? Ganz einfach: Geimpfte können sich Sars-CoV-2 trotzdem einfangen und sehr wahrscheinlich auch weitergeben. Freibriefe für Geimpfte also? Nein! Umgekehrt! Wer geimpft ist, der ist eventuell sogar besonders gefährlich für seine Mitmenschen. Nehmen wir folgendes Beispiel: Eine hypochondrisch talentierte Krankenpflegerin in den Mittvierzigern, nennen wir sie einfach mal Nicole, lässt sich brav impfen, damit sie ihre Patientinnen und Patienten nicht ansteckt. Und geht dann mit dem geforderten Impf-Freibrief in irgendeinem Ökoschuppen vegan essen. Dabei infiziert sie sich beim ökologisch-dynamischen Kellner. Nichts Schlimmes ahnend geht Nicole also nun wieder zur Arbeit mit Transplantierten, die nicht geimpft sind, da zu gebrechlich. Keiner denkt sich etwas trotz bergeweiser Warnungen, dass Geimpfte auch ansteckend sein können. Was ist Nicole dann? Genau, eine potenzielle Superspreaderin, die nichts von ihrer Infektion merkt. Schön für Nicole, dumm gelaufen für ihre Patienten. Und eine Peinlichkeit sondergleichen für alle, die über Sonderrechte für Geimpfte schwadronieren. Nicht Sonderrechte, sondern absondern als potenzielle Superspreaderin wäre korrekt.

2. Grundrechte werden nicht genommen und wieder gewährt. Allein das Vokabular ist schon mehr als bedenklich. Grundrechte gelten immer, ein zeitliches Begrenzen ist nur dann statthaft, wenn die Freiheit des Einzelnen Leib und Leben eines Dritten bedrohen. Ist während einer Pandemie der Fall. Okay, müssen Sie nicht dran glauben, ist trotzdem so. In anderen Lebensbereichen übrigens auch: Ihr Recht auf dem Balkon zu grillen ist in den meisten Fällen beschränkt, weil es Dritten nicht zuzumuten ist, Ihren Fettqualm abzubekommen. Also nichts Neues. Bedenklich wird es aber dann, wenn Rechte auf wissenschaftlich wackligen Beinen beschnitten werden. Aber jetzt rächt sich ein Kardinalfehler:

Der Umgang mit Covid-19 war von Anfang an ein Riesenfehler. Denn wenn man einmal in diesen Narrenzug ins Nirgendwo eingestiegen ist, glaubt einem am Ende keiner mehr etwas. Peter und der Wolf lassen grüßen!


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.


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Jonas Franz ist Mediziner und schreibt hier unter Pseudonym.


Bild: rawf8/Shutterstock
Text: gast


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