Scholz nennt Geimpfte „Versuchskaninchen“ Zynismus pur oder entlarvender Versprecher?

Als Autor Alexander Wallasch mir den Video-Mitschnitt schickte, auf dem eine Stimme, die der von SPD-Kanzerkandidat Olaf Scholz gleicht, Geimpfte als „Versuchskaninchen“ bezeichnet, war ich überzeugt: Das muss ein Fake sein, eine gut gemachte Fälschung. Es kann gar nicht sein, dass der Sozialdemokrat diesen Satz wirklich sagte: „50 Millionen sind jetzt zweimal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen – es ist gutgegangen! Bitte macht mit.“ (Anzusehen hier).

Doch es bedurfte keiner umfangreichen Recherchen, um herauszufinden: Die Szene ist echt. Tatsächlich haben Unionspolitiker Scholz bereits für diesen sehr eigenwilligen Impfaufruf kritisiert. „Menschen sind keine Versuchskaninchen in diesem Land“, hielt Armin Laschet entgegen und forderte seinen Mitbewerber auf, von solchen Begriffen Abstand zu nehmen.

Jens Spahn (CDU) kommentierte auf Twitter: „So eine Wortwahl ist eine Steilvorlage für die, die mit Halb- und Unwahrheiten Vertrauen untergraben wollen.“

Die große Frage ist: Wie kommt Scholz zu dieser Wortwahl? Ist es Zynismus? Verachtung für die Wähler? Sehen Sie dazu hier meinen Video-Kurzkommentar:

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Hier noch ein Auszug aus meinem aktuellen Wochenbriefing – Sie können es hier kostenlos und jederzeit widerrufbar abonnieren:

Liebe Leserinnen und Leser,

manchmal holt einen der Schreck erst ein, wenn man eine schreckliche Szene schon eine Zeit lang hinter sich hat. So ging es mir an diesem Sonntag. Anwohner im Prenzlauer Berg, dem Berliner Viertel, das wie die Oase einer heilen politkorrekten Welt aus dem „normalen“ Berlin heraussticht, haben mich nicht nur verbal attackiert. Sie haben auch einen Blumentopf nach mir geworfen. Von einem Balkon im ersten Stock. Ganz gezielt, und mit voller Wucht – wie ein Augenzeuge berichtete, der selbst schockiert war von der Szene. Ich hörte nur das Klirren des Aufschlags auf dem Asphalt. Nur mit zwanzig Zentimeter Abstand sei das Geschoss an meinem Kopf vorbeigeflogen, so der Zeuge.

Wenn es getroffen hätte, könnte ich vielleicht heute diese Zeilen nicht schreiben (sie haben auch so Verspätung, einen Tag, wofür ich um Verzeihung bitte). Ich bin überzeugt: Die Aggressoren, die mich offensichtlich erkannt hatten, halten sich selbst für die „Guten“. Für tolerant, weltoffen und bunt. Zumindest hatten sie ihren Balkon mit einem Regenbogen-Emblem dekoriert. Und es war nicht die einzige Aggression an diesem Tag. Ein Anwohner beschimpfte die Demonstranten fast schon hysterisch als „Wichser“, weil sie die Impfung verweigerten. Wobei das noch eines der freundlichsten Schimpfwörter war.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
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Bild: Shutterstock/Ekaterina Quehl
Text: br

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