Scholz vs. Scholz: Kanzler-Bruder fordert Abkehr vom Panik-Modus „Wir testen uns in Deutschland zu Tode“

Von reitschuster.de

Prof. Dr. Jens Scholz ist der jüngere Bruder von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und steht bereits seit dem Jahr 2009 an der Spitze des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) mit seinen beiden Standorten in Kiel und Lübeck. Als Fachgebiete des 63-jährigen Arztes weist die Leopoldina, deren Mitglied er seit dem Jahr 2016 ist, Anästhesiologie, Notfallmedizin und Intensivmedizin aus. Jetzt hat Scholz in der „Welt“ zum Rundumschlag gegen die aus seiner Sicht völlig verfehlte Corona-Politik der Bundesregierung und damit auch seines Bruders ausgeholt. Man sollte meinen, dass sich der Bundeskanzler Scholz regelmäßig mit dem UKSH-Chef Scholz über Sinn und Unsinn von Corona-Maßnahmen austauscht. Aber da dies offenbar nicht der Fall ist, sah sich der Professor aus dem hohen Norden nun dazu gezwungen, seine Meinung über die Medien kundzutun.

Während in Deutschland die Schuld für Personalengpässe in fast allen Bereichen, so auch in den Pflegeheimen und Krankenhäusern, auf Corona geschoben wird, spricht Jens Scholz unmissverständlich Klartext. Am UKSH fallen aktuell rund 600 Mitarbeiter aus, jedoch nicht corona-, sondern isolationsbedingt. Den wichtigen Unterschied, auf den auch andere Experten immer wieder hingewiesen haben, erklärt der Professor so: „Wir müssen zu viele Mitarbeitende in Quarantäne schicken, die zwar einen positiven Test haben, sich aber gut fühlen, nicht mehr infektiös sind und eigentlich arbeiten gehen könnten.“ Dadurch werde dann die Versorgung von Patienten gefährdet, die sich wegen Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Krebs in Behandlung befinden, beschreibt der jüngere Scholz die Konsequenzen.

Corona wie Grippe behandeln

Der Fachmann aus der Praxis spricht sich deshalb für eine radikale Kursänderung in der Corona-Politik aus. „Wir testen uns in Deutschland zu Tode. Diese Panik muss ein Ende haben“, lautet die Kernforderung von Professor Scholz in Richtung seines im Kanzleramt sitzenden Bruders. In ähnlicher Weise hat sich in der jüngeren Vergangenheit unter anderem auch KBV-Chef Andreas Gassen geäußert, der sich ebenfalls für den sofortigen Stopp anlassloser Tests ausgesprochen hatte. Die Suche nach dem Ausweg aus der „Pandemie“ und der Rückkehr in so etwas wie einen Normalzustand mittels endloser Testorgien gleicht der Quadratur des Kreises. Wo getestet wird – völlig gleich auf was – wird es immer auch eine mehr oder weniger hohe Anzahl positiver Ergebnisse geben. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, muss man nicht einmal Medizin studiert haben, sondern einfach nur den gesunden Menschenverstand walten lassen.

Staatsvirus

Professor Scholz geht bei seiner harten Kritik am gegenwärtigen Kurs der Bundesregierung aber noch einen Schritt weiter. Bei unseren europäischen Nachbarn und in vielen weiteren Teilen der Welt wird Corona längst wie die Grippe behandelt. Ein solches Umdenken wünscht sich der UKSH-Vorsitzende auch in Deutschland: „Wir sollten mit Corona umgehen wie mit der Grippe: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Dafür brauchen wir weder Schnelltests noch Quarantänevorschriften.“ Und auch damit spricht der Kanzler-Bruder etwas aus, das bis vor zweieinhalb Jahren noch als Binsenweisheit galt. In Zeiten des betreuten Denkens gehen aber immer noch zu viele Bürger Politikern auf den Leim, die ihnen vorgaukeln, der eigene Gesundheitszustand und das persönliche Wohlbefinden lasse sich nur anhand eines Coronatests feststellen.

Quarantäne-Regeln gefährden Notfallversorgung in Deutschland

Welche Auswirkungen es in der Praxis hat, wenn bundesweit tausende von Ärzten und Pflegern eigentlich zwar arbeitsfähig sind, stattdessen aber im heimischen Wohnzimmer unverrichteter Dinge auf das Ende ihrer verordneten Isolation warten müssen, erklärt Jens Scholz so: „Durch den hohen Personalausfall können wir die Krankenversorgung derzeit nur zum Teil aufrechterhalten.“ Im UKSH seien derzeit bis zu einem Drittel der OP-Säle geschlossen, da die Notfallversorgung nur noch gewährleistet werden könne, wenn planbare Operationen verschoben würden, wie der Chef des Hauses weiter ausführt.

Wie in den meisten Krankenhäusern in Deutschland müssen daher auch bei der Versorgung der Patienten in Schleswig-Holstein Prioritäten gesetzt werden. Der Bruder des Bundeskanzlers erklärt das an diesem Beispiel: „Jemand, der auf eine Herzoperation wartet, wird natürlich eher versorgt, als jemand, der eine leichte Indikation im HNO-Bereich hat – dann sind es auch mal ein oder zwei Monate Wartezeit.“ Auch wenn derartige Triagen sowohl aus ethischer als auch medizinischer Sicht noch vertretbar erscheinen, zeigen sie deutlich, wie weit es in Deutschland aufgrund einer völlig verfehlten Corona-Politik schon gekommen ist. Vielleicht sollte der Kanzler doch öfter mal zum Hörer greifen und seinen Bruder um wirklich qualifizierten Rat fragen, anstatt sich blind auf die teilweise recht steilen Thesen seines Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) zu verlassen.

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Bild: SoulPicture König & Peters GbR, www.soulpicture.de, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons
Text: reitschuster.de

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