Schon wieder eine Kehrtwende: Lauterbauch rudert bei Corona-Isolation zurück Gesundheitsminister will Regelung eigenmächtig „wieder einkassieren“

Von Daniel Weinmann

Die Lauterbach-Kapriolen häufen sich in beängstigendem Tempo: Bis zu 60 Millionen fehlende Impfdosen für die Booster-Kampagne im Dezember, dann das unwürdige Hickhack um den Genesenenstatus und die verkorkste Impflicht-Debatte.

Nun greift der Gesundheitsminister wieder eigenmächtig in die Corona-Agenda der Ampelkoalition ein. Dieses Mal ist es die Freiwilligkeit bei Covid-Isolationen, die ihm ein Dorn im Auge zu sein scheint. Ursprünglich sollte laut Lauterbach das Prinzip Selbstverantwortung gelten, ab Anfang Mai sollte jeder selbst entscheiden können, ob er sich bei einer Corona-Infektion isoliert.

„Wir setzen auf Eigenverantwortlichkeit, das ist eine verhältnismäßige Maßnahme“, brachte es der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann auf den Punkt. Jeder, der in Sorge sei, sich anzustecken, könne weiter eine Maske tragen. Eine Überforderung des Gesundheitswesens sieht Ullmann derzeit nicht.

180-Grad-Wende innerhalb von zwei Tagen

Lauterbach hingegen macht binnen kürzester Zeit die Rolle rückwärts und erklärte gestern bei einem seiner ungezählten Auftritte bei Polit-Talker „Markus Lanz“, dass die Gesundheitsämter weiter Quarantäne anordnen sollen.

„Diesen Punkt, dass die Infizierten, dass die sich selbst isolieren, und nicht mehr durch das Gesundheitsamt aufgefordert werden, den werde ich wieder einkassieren“, sagte er im Stile eines Alleinentscheiders. Das will er bereits heute offiziell verkünden. Bleiben soll aber eine verkürzte Isolation von fünf Tagen.

„Das Signal, das davon ausgeht, dass jemand, der isoliert ist, das dann selbst entscheidet, ob er zu Hause bleibt oder nicht – das ist so negativ, so verheerend, dass man an diesem Punkt eine Veränderung machen muss“, befand Lauterbach bei „Lanz“.

Erst am Montag hatte der Minister nach Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern mitgeteilt, dass Corona-Infizierte und Kontaktpersonen ab 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen.

Politische Kommunikation via Twitter und Talkshows

Auf Twitter äußerte er sich so: „Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Coronainfektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen. Hier habe ich einen Fehler gemacht. Das entlastet zwar die Gesundheitsämter. Aber das Signal ist falsch und schädlich.“ Corona sei keine Erkältung. Daher müsse es weiter eine Isolation nach Infektion geben – angeordnet und kontrolliert durch die Gesundheitsämter.

Man muss sich angesichts der jüngsten Volte des Gesundheitsministers vor Augen halten, dass er entscheidende Richtlinien nicht nur nach eigenem Gutdünken, sondern via Twitter und einer Talkshow ankündigt bzw. gleich erlässt.

Ein hochrangiger Politiker, der es nicht schafft, seine Arbeit in einem passenden Rahmen zu erledigen, sollte nicht zwei Tage zuvor angekündigte Vorgaben, sondern besser sich selbst „kassieren“ und seinen Posten zur Verfügung stellen.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock
Text: dw

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