Studie belegt massive Diskriminierung von Ungeimpften Hohe Zustimmung für Impfpflicht und Entzug von Grundrechten

Von Kai Rebmann

Nein, liebe Leser, wir wollen Sie nicht mit der Erkenntnis langweilen, dass sich Ungeimpfte in vielen Ländern dieser Welt in den vergangenen Jahren massiver Diskriminierung ausgesetzt sahen. Und noch viel weniger wollen wir Ihnen das als Neuigkeit verkaufen. Die unsäglichen Äußerungen sowie die Personen, die diese getätigt haben, sind gut dokumentiert und müssen daher nicht noch einmal durchgekaut werden. Ebenso wird jeder Ungeimpfte aus eigener Erfahrung über mehr oder weniger stark ausgeprägte Formen persönlicher Diffamierung zu berichten wissen.

Dennoch haben Alexander Bor (Central European University Wien) und seine beiden Co-Autoren Frederik Jørgensen und Michael Bang Petersen (beide Universität Aarhus) jetzt eine Studie vorgelegt, die Beachtung verdient. Und zwar nicht vor allem deshalb, weil sie belegt, in welchen Ländern es in welchem Ausmaß zur Ausgrenzung Andersdenkender gekommen ist, sondern weil sie auch zeigt, wo es dazu gerade nicht gekommen ist. In einem weiteren Aspekt verrät die im renommierten Fachmagazin „Nature“ publizierte Arbeit mit dem Titel „Discriminatory Attitudes Against the Unvaccinated During a Global Pandemic“ (Diskriminierende Einstellungen gegenüber Ungeimpften während einer globalen Pandemie) auch einiges über das Wesen der selbsternannten Gutmenschen und Moralapostel.

Aussagen von mehr als 15.000 Menschen aus 21 Ländern ausgewertet

Impfen sei eine soziale Verpflichtung, ja sogar ein Akt der Nächstenliebe, wie ranghohe Kirchenvertreter mehr als einmal behaupteten. Schützen Sie sich und andere, so war es immer wieder aus Mündern wie jenen von Jens Spahn (CDU), Karl Lauterbach (SPD) oder Lothar Wieler (RKI) zu hören. Selbst als der anfangs erhoffte Fremdschutz wissenschaftlich schon längst nicht mehr haltbar war, sollte eine allgemeine Impfpflicht eingeführt werden. Nachdem dieses Vorhaben im Bundestag krachend gescheitert war, wurde das Narrativ von der angeblichen „Pandemie der Ungeimpften“ immer weiter befeuert. Ziel: Eine nicht mal so kleine Minderheit – rund 22 Prozent der Bundesbürger sind ungeimpft – verächtlich zu machen und aus der Mitte der Gesellschaft zu drängen.

Die Autoren der vorliegenden Studie haben daraufhin untersucht, in welchen Ländern die Tendenzen zur Diskriminierung von Ungeimpften am stärksten ausgeprägt sind. Dazu wurden die Aussagen von 15.233 Menschen aus 21 Ländern ausgewertet. Ergebnis: In keinem anderen untersuchten EU-Staat sind Vorurteile gegenüber Ungeimpften so weit verbreitet wie in Deutschland. Laut der Studie konnten fast überall auf der Welt zwar Diskriminierungen von Geimpften gegenüber Ungeimpften festgestellt werden. Umgekehrt ergaben sich jedoch keine Hinweise darauf, dass Ungeimpfte sich negativ über Geimpfte geäußert hätten, mit leichten Einschränkungen für Deutschland und die USA. Die Autoren vergleichen die gesellschaftliche Stellung von Ungeimpften mit jener von anderen Minderheiten wie etwa Migranten oder Drogensüchtigen.

Nur in zwei Ländern gab es keine Belege für nennenswerte Diskriminierungen von Ungeimpften, und zwar in Rumänien und Ungarn. Wie Realsatire mutet es da an, dass Ungarn wegen angeblicher Diskriminierung von Minderheiten – in diesem Fall von Homosexuellen – am medial-politischen Pranger steht. Erst in dieser Woche hat die EU beschlossen, Fördergelder in Höhe von rund 6,3 Milliarden Euro zurückzuhalten. Am 24. November schrieb n-tv dazu: „Wegen der Diskriminierung von Minderheiten und der eingeschränkten Meinungsfreiheit ist Orban schon seit Jahren im Visier der EU.“ Wer mit dem Finger auf andere zeigt, der deutet bekanntlich mit drei Fingern seiner Hand auf sich selbst.

Positive Haltung zu Impfpflicht und Entzug von Grundrechten

Einen relativ geringen Einfluss auf die Diskriminierung von Ungeimpften haben Faktoren wie Einkommen oder Bildung der Bevölkerung. Stattdessen konnten die Autoren zeigen, „dass diskriminierende Einstellungen in Kulturen mit stärkeren kooperativen Normen stärker zum Ausdruck kommen“.  Mit anderen Worten: Gerade die Mitglieder der Gesellschaften, die sich für besonders fortschrittlich und vorbildlich halten, haben in den vergangenen Jahren eine eher stärkere als schwächere Tendenz zur Ausgrenzung Andersdenkender an den Tag gelegt. Hand in Hand mit der Diskriminierung von Ungeimpften geht in vielen Ländern die Forderung nach einer Impfpflicht sowie dem Entzug (!) – nicht etwa „nur“ der Einschränkung – von Grundrechten, wenn dies zur Bekämpfung einer Pandemie erforderlich ist.

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: Shuttserstock

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