„Studie“ zu Corona-Protesten – wie bestellt Manipulation in den Medien

Sehen Sie hier mein Video über die Bundespressekonferenz heute, in dem es auch um diese Studie geht.

Die Schlagzeile war allgegenwärtig, selbst in den ZDF-Nachrichten kam es groß. „Studie zeigt: Corona-Demos in Berlin und Leipzig waren Superspreader-Events“, titelt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), zu dessen Eigentümern auch die SPD gehört. Weiter heißt es in dem Text und in unzähligen anderen Medien sinngemäß ähnlich: „Die Erkenntnis scheint nicht neu zu sein, doch jetzt ist sie wissenschaftlich untermauert – die großen Anti-Corona-Demonstrationen in Berlin und Leipzig im vergangenen Jahr waren Superspreaderevents. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW und der Humboldt-Universität Berlin.“

Auch auf der Bundespressekonferenz, von der ich diesen Beitrag schreibe, fragten Kollegen bereits nach der Studie. Tenor der Fragen: Müsste man jetzt nicht noch strenger sein mit Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen?

Sieht man sich die „Studie“ genauer an, kommt Erstaunliches zu Tage: Das Originalpapier ist als „Diskussions-Papier“ bezeichnet. Ich fragte einen befreundeten Arzt, der in der Wissenschaft aktiv ist, ob man dieses Papier wirklich als Studie bezeichnen kann. Seine Antwort: „Medizinische Studien gehen auf einen Pre-Print-Server und dann durch die Peer Review. Striktes System. Dies hier ist ein Irgendwas eines Wirtschaftsverbandes namens ZEW. Und mein Bauchgefühl sagt mir: das ZEW bekommt staatliche Zuschüsse. Wetten?“

Man braucht nicht weit zu suchen, um genau das festzustellen. Über das ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) heißt es auf Wikipedia, das sonst keine zuverlässige Quelle ist, aber hier durchaus unverdächtig: „Die Finanzierung des ZEW erfolgt zum größten Teil aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie seit dem Jahr 2005 aus der Bund-Länder-Finanzierung; diese institutionelle Förderung betrug im Jahr 2019 ca. 61 Prozent. Drittmittel (inklusive „sonstiger Erträge“) machten 36 Prozent aus.“

Warum es in den Medien heißt, bis hin zum ZDF und auf der Seite des ZEW, es sei auch eine Studie der Humboldt-Universität (HU), ist mir schleierhaft. Einziger Hinweis auf die Humboldt-Uni in dem Diskussionspapier ist, dass einer der Verfasser mit der HU in Verbindung gebracht wird. Darf man die Studie deshalb als HU-Studie bezeichnen, fragte ich meinen Arzt: Seine Antwort:  „Unfug. Man kann allenfalls erwähnen, dass eine mit der HU verbundene bzw. dort tätige (?) Person mitgewirkt hat. Ich würde sofort den HU Präsidenten kontaktieren und grillen. Ob er weiß, was unter dem Namen der HU läuft. Das ZEW ist mir suspekt. Bauchgefühl: staatsgeldabhängiger Laden?? Und mit Medizin hat das ZEW schon mal gar nichts zu tun, scheint aber laut Webseite besessen von Corona. Regierungs-Front Shop?“

Die Verfasser des Papier haben folgende Qualifikation: Ole Monscheuer „Labor Economics, Economics of Migration, Applied Econometrics“, und über den zweiten Autor, Martin Lange, heißt es auf der Website des ZEW: „Martin Lange ist seit September 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter im ZEW-Forschungsbereich ‘Arbeitsmärkte und Personalmanagement‘. Dort ist er im Forschungsschwerpunkt ‘Integration in Arbeitsmärke‘ tätig. Seine Forschungsinteressen liegen in der angewandten Mikroökonometrie und der empirischen Arbeitsmarktforschung. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Migration auf die aufnehmende Gesellschaft, dem Integrationsprozess von Migranten sowie der ökonomischen Analyse kriminellen Verhaltens.“

Insofern handelt es sich hier um eine Medien-Kampagne, ja beinahe um Desinformation. Ein merkwürdiges Papier wird in den Medien zur „Studie der Humboldt-Universität“ – und es wird der Eindruck erweckt, es handle sich um eine fundierte Studie und der eilige Leser wird zudem noch glauben, sie sei eine medizinische.

Wir haben bei der Humboldt-Universität angefragt, ob es sich um eine Studie der Hochschule handelt:

In den Medien ist davon die Rede, dass die ZEW-Studie (Link hier) auch eine Studie der Humboldt-Universität ist. Wir finden allerdings in der Studie keinerlei Hinweis darauf. Können Sie bestätigen, dass es sich hier um eine Studie der Humboldt-Universität handelt? 

Die Antwort der Pressestelle:

Mitautor dieser Studie ist Dr. Ole Monscheuer von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität. Den Hinweis auf die Autorenschaft finden Sie auf Seite 2 der Studie.

Meine Nachfrage:

Besten Dank für Ihre Antwort.
Allerdings ging es darum, ob es sich um eine Studie der Universität handelt, wie dies in den Medien geschrieben wird.
Verstehe ich Sie richtig dahingehend, dass der einzige Zusammenhang zwischen Ihrem Haus und der Studie darin besteht, dass einer der Autoren in Ihrem Haus tätig ist und Sie die Studie weder in Auftrag gegeben noch sonst irgendwie autorisiert oder als Institution mitgewirkt haben?

Trifft es damit zu, dass der Begriff „Studie der Humboldt-Universität“ irreführend ist und richtig wäre: „Studie, bei der einer der Autoren Mitarbeiter der Humboldt-Universität ist“?

Die Antwort:

Die Medien zitieren absolut korrekt, wenn sie schreiben: „…Dies zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und der Humboldt-Universität zu Berlin“ – denn genau so hat es das bei der Studie federführende ZEW  per Pressemitteilung publiziert (u.a. hier:) https://idw-online.de/de/news762798.

Deshalb wäre es falsch, die Studie allein der Humboldt-Universität zuzuschreiben, aber mitgewirkt hat sie über den Co-Autor schon.

Man lernt nie aus im Leben. Bisher war ich ebenso wie der befreundete Mediziner und Wissenschaftler davon ausgegangen, dass eine Studie allein dadurch, dass ein Mitarbeiter einer Universität an ihr beteiligt ist, nicht automatisch zu einer Studie dieser Universität wird. 

Den Inhalt der „Studie“ konnte ich leider nur überfliegen. Wenn der erste Eindruck nicht täuscht, wird dort zumindest der Anschein erweckt, dass es einen Zusammenhang gebe zwischen dem AfD-Anteil von Wählern in bestimmten Regionen und den Corona-Fällen dort. Das Wort „AfD“ kommt 28 Mal vor, das Wort „Honk“ 62 Mal. Kritiker der Corona-Maßnahmen werden durchgängig als „Corona-Leugner“ diffamiert, der Begriff wird 73 Mal verwendet. Was schon per se völlig unwissenschaftlich ist: denn die wenigsten Kritiker der Maßnahmen leugnen Corona. Sie protestieren in der Regel, weil sie die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bestreiten. 

Ich hoffe sehr, dass sich jemand von meinen Lesern oder Gastautoren der „Studie“ annehmen und ihren Inhalt analysieren wird. Sie finden Sie hier.

Lesen Sie unten noch die Fragen von zwei Kollegen heute auf der Bundespressekonferenz zu der „Studie“.




FRAGE JORDANS: Meine Frage richtet sich an Frau Demmer, gegebenenfalls auch an BMG und BMI. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim hat gestern eine Studie zu den Auswirkungen der „Querdenken“-Demonstrationen im November 2020 auf das Pandemiegeschehen in Deutschland vorgelegt. In dieser Studie sind die Autoren zu dem Schluss gekommen, dass die Demonstrationen dazu beigetragen haben, dass sich das Coranavirus innerhalb von Deutschland stark verbreitet hat. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie die Studie gelesen haben. Ich habe sie Ihnen gestern zugeschickt. Sieht man denn im Ministerium für Gesundheit, im Ministerium für Inneres oder im Kanzleramt eine Notwendigkeit, aus der Studie Konsequenzen für die Handhabe solcher Demonstrationen zu ziehen? Folgt man den Schlüssen der Studie?

Merkel-Sprecherin DEMMER: Wir haben die Studie zur Kenntnis genommen. Die Bundespressekonferenz ist jetzt aber nicht der Ort, um einzelne Studien zu bewerten. Das machen wir ja grundsätzlich nicht.

Sowohl das Kanzleramt als auch die Fachministerien nehmen den wissenschaftlichen Diskurs zu Corona und die Auswirkungen auf die Pandemie natürlich sehr genau zur Kenntnis. Das schließt auch neue Studien und ihre Ergebnisse mit ein. Ich habe ja eben auch darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung in einem ständigen Austausch mit der Wissenschaft steht.

An der hier mehrfach vorgetragenen Auffassung der Bundesregierung zu den Demonstrationen hat sich nichts geändert. Friedliche Demonstrationen sind auch in schwierigen Zeiten wichtig. Es ist wichtig, auch in diesen Zeiten Meinungen öffentlich vertreten zu können. Kritik muss in einer Demokratie immer möglich sein, denn Demokratie braucht Öffentlichkeit, damit Streit und unterschiedliche Meinungen ausgetragen werden können. Als Freiheit zur kollektiven Meinungskundgabe ist die Versammlungsfreiheit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ja konstituierend.

Das befreit aber natürlich Teilnehmer von Demonstrationen nicht von ihrer Verantwortung gegenüber ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, was die Einhaltung von Hygiene-, Schutz- und Abstandsregeln betrifft. Alle müssen sich an die AHA-Regeln halten, die Sie kennen: Abstand halten, Hygienemaßnahmen einhalten und Alltagsmaske verwenden. Es muss also beides möglich sein: friedlich demonstrieren, was ein Grundrecht ist, und die Regeln einhalten, die wir uns während der Pandemie zu unserem eigenen Schutz und unserer eigenen Sicherheit gegeben haben.


FRAGE JESSEN: Meine (…) zweite Frage richtet sich an Frau Demmer und bezieht sich auf die Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, die der Kollege Jordans erwähnt hat. In dieser Studie wird ja empirisch ziemlich deutlich nachgewiesen, dass in solchen Landkreisen, aus denen über bestimmte Busunternehmen gezielt Teilnehmer zu den „Hygienedemos“ gefahren wurden, ein signifikant verstärktes Infektionsgeschehen aufgetreten ist. Ist das für die Bundesregierung Anlass, über die Kontrolle solcher Fahrten oder die Einhaltung der Hygienevorschriften erneut nachzudenken und Maßnahmen zu ergreifen?

KAUTZ: Diese Lieferung ist nicht an einen bestimmten Zeitraum gekoppelt, Herr Jessen. Es ist natürlich vom Verlauf der Pandemie und von der Länge der Pandemie abhängig, ob man über eine zweite Lieferung noch einmal nachdenken würde. Momentan ist das nicht geplant.

Merkel-Sprecherin DEMMER: Ich kann noch einmal wiederholen: Es muss beides möglich sein – friedlich zu demonstrieren, was ein Grundrecht ist, und die Regeln in der Pandemie einzuhalten. Die örtlichen Behörden sind selbstverständlich aufgefordert, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und auch ihrer rechtlichen Möglichkeiten dazu beizutragen, die Ausbreitung des Virus auf dem derzeit niedrigen Niveau zu halten und einzudämmen. Aber ich muss eben auf die örtlichen Behörden verweisen.

ALTER (Innenministerium): Vielleicht kann ich das noch ergänzen und daran erinnern, dass wir ja an dieser Stelle, nachdem wir solche Demonstrationen beobachtet haben, dies auch deutlichst kritisiert haben, und zwar nicht, weil Menschen demonstrieren, sondern weil eben die Beobachtung schon befürchten ließ, dass, wenn sich so viele Menschen treffen und jegliche Schutzmaßnahmen missachten, das dann natürlich einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben muss. Sie erinnern sich, dass es insbesondere nach der großen Demonstration in Leipzig darüber auch eine Diskussion gab.


Bild: OdyMiles/Shutterstock
Text: br


Abonnieren
Benachrichtigen Sie mich bei
241 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
k.s.
22 Tage zuvor

Die Arbeit enthält Plagiate: Das ist wörtlich aus Wikipedia abgeschrieben:

Tensions ran high as protesters attempted to reach the Reichstag Building, where the Bundestag was in session to discuss the law.“ Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Protests_over_COVID-19_policies_in_Germany

Wie armselig, wenn man das nicht mal selbst paraphrasieren kann. Vielleicht sollte man sich die Dissertationen mal näher anschauen!

Gerd
23 Tage zuvor

Natürlich haben die hier besprochenen Autoren Recht.
Die Fähigkeiten der Viren aus der SARS-Cov2-Familie werden nach wie vor unterschätzt.

Schon Anfang 2020 war mir Folgendes klar:

  1. Das Virus kennt seinen Standort.
    Deshalb gibt es in jedem Bundesland, ja sogar innerhalb eines Bundeslandes, unterschiedliche Maßnahmen zu dessen Eindämmung. Eine „Menschenansammlung“ ist in jedem Bundesland anders definiert, ebenso Sperrstunden oder Feierverbote.
  2. Das Virus verfügt über einen eingebauten Zeitgeber.
    Deshalb müssen Bewohner von Pflegeeinrichtungen in Quarantäne, wenn sie sich exakt 6 Stunden (also 360 Minuten) außerhalb der Einrichtung aufgehalten haben.
    Waren es nur 359 Minuten, ist eine Quarantäne nicht notwendig.

    In Paris dürfen die Menschen in den Restaurants bis genau 21 Uhr feiern. Ab exakt 21 Uhr ist das Virus hochgefährlich, und deshalb darf dann niemand mehr auf der Straße sein.
    Bis 20:59 Uhr ist eine Ansteckung jedoch nicht möglich, und man ist bis dahin sicher. Wie gesagt, das gilt so nur für Paris (zur Erklärung siehe 1.)

  3. Das Virus ist politisch korrekt und kann das Thema von Demonstrationen erkennen.
    Demonstrationen wie „Black Lives Matter“ können stattfinden, ohne dass jemand eine Ansteckung befürchten muss.
    Teilnehmer von Demonstrationen gegen zu weit gehende Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Virus hingegen müssen fürchten, allesamt qualvoll an Covid-19 zu sterben.
  4. Das Virus kann Gedanken lesen.
    Es sterben nur „Corona-Leugner“ qualvoll an Covid-19. Wer vom Virus überzeugt ist, der ist hingegen geschützt.

Insbesondere die Punkte 3. und 4. sollten uns zu denken geben. Für solche Fähigkeiten muss demnach in das Virus eine umfangreiche Intelligenz
implantiert worden sein, die über die bloße Anwesenheit einiger Erbgut-Moleküle deutlich hinausgeht.

Es gibt hier nur eine Erklärung für dieses Verhalten:

DAS VIRUS IST DER CHIP!!!

Wenn wir das jetzt erst mal einen Moment sacken lassen und uns außerdem erinnern, dass ein Befall des Gehirns durch SARS-CoV2 bewiesen wurde
(vergleiche https://www.heise.de/tp/features/SARS-CoV-2-verursacht-Gehirnnebel-4929967.html), dann wird uns das Verhalten unserer hoch geschätzten
Regierung sicherlich klarer.

Ebenso kann ich die jeden Tag mehr werdenden Befürworter dieser Maßnahmen (ich erwarte noch in diesem Jahr mehr als 110% Zustimmung zur Politik unserer Regierung!) verstehen.

Die Ärmsten sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit dem Virus infiziert worden, und es breitet sich in ihren Gehirnen aus!!!

S.K.
Antwort an  Gerd
23 Tage zuvor

@Gerd: Großartiger Kommentar 👍 und auf dem Punkt gebracht. 😁

 

S.K.
Antwort an  S.K.
23 Tage zuvor

Sorry! Sollte natürlich heißen, auf den Punkt gebracht.

Jens Walter
24 Tage zuvor

Hallo Herr Reitschuster,
ich habe mir den Artikel genauer angeschaut und unter
https://www.blautopf.net/index.php/politik/politik-corona/item/182-unserioeses-diskussionspapier-zu-den-corona-protesten
einen kurzen Artikel dazu geschrieben. Sie können ihn gerne verwenden, ggf. bitte darauf verweisen.
Viele Grüße
Jens Walter

Charles W. Millss
24 Tage zuvor

Eine Begrifflichkeit zur Einordnung der machttreuen wissenschaftlichen Lakaien und Profiteuren:

„Die Realität ist leider: „Anerkannte“ Experten sind zu oft insbesondere jene Experten, die fachlich eine von Journalisten gewünschte Weltanschauung untermauern. Der US-Soziologe Charles Wright Mills sprach von „Legitimationswissenschaftlern“, sprich: Fachleuten, die das Handeln der Herrschenden im öffentlichen Diskurs legitimieren.“

https://multipolar-magazin.de/artikel/ein-verstoss-gegen-journalistische-prinzipien-wie-die-nzz-uber-daniele-ganser-schreibt

Manuel
24 Tage zuvor

Die Studie ist auch schön in Englisch verfasst, um wahrscheinlich zu erreichen, dass gerade die Interessierten die „Studie“ nicht so gut nachvollziehen können? Oder eben „Wichtigtuer“ auf dem internationlen Parkett? Meine Güte, wirklich, In der Masse der Kritiker der Maßnahmen mag vielleicht auch ein Bruchteil davon ausgehen, dass es Corona nicht gibt.

Na und jetzt? Ich halte es für höchst schwierig, sich zu distanzieren, wenn man dies möchte. Oder soll man bei einer Demo immer ein Blatt abgeben auf dem steht, Corono-Kritiker, Corona-Leugner, Demokratie-Freund und man einen Haken dahinter setzt, womit man sich identifiziert? Und ich sage und nenne es mit der AfD so: Es sind die Kinder, die diese Regierung hervorgebracht hat, durch ihr Verhalten und fehlender Vorbildfunktion. Und ansteht sich zu reflektieren, wird wieder einmal das selbst erschaffene Kind, was man nicht mag, in die Babyklappe gesteckt und abgeschoben, anstatt sich mit sich selber und den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen. Psychologisch gesehen ist das ein gefundes Fressen für Psychoanalytiker und bestätigt durch so ein Verhalten den maximalen Narzissmus fast jedes Politikers. Es ist nicht nur peinlich, beängstigt und beschämend, es ist nur noch armselig.

In Diskussion gehe ich schon lange mit Niemandem mehr, es bringt nichts. Die Fronten sind durch öffentliche Meinungssingularität schon längst verhärtet. Hoffnung habe ich keine mehr. Wenn nun auch bald rein digital gewählt wird, dann sehe ich Schwarz-Grün. Trotz aller entgegensätzlichen Stimmungen in diesem Land. Aber welche Farbe sollte man denn alternativ bekennen? Es gibt keine.

Ich habe letztes Jahr schon meinen Freunden gesagt, passt auf, dauert nicht lange, dann sind die Demonstranten an dem weiteren Lockdown und den Freiheitseinschränkungen schuld. Und das führt dazu, dass man sich gegenseitig die Augen auskratzt.

Weiter so Herr Reitschuster, aber passen sie bloß auf sich auf. Ungewöhnlich ist es nicht, dass Menschen auf einmal einen „Unfall“ haben.“

Heinz
25 Tage zuvor

Die Anti-Zwangsmaßnahmen-Demos sind also gefährlich, die Teilnehmer haben sich bei den Veranstaltungen größtenteils verseucht, wird behauptet.

Wie schön, dass bei den gleichzeitig und parallel stattfindenden Gegen-Demos, welche die Regierungslinie unterstützten, das Virus der Chinesischen Krankheit nicht aktiv war sondern nur bei den Querdenker-Demos. Na wer es glaubt!

Leider konsumiert die Masse der Menschen nur die L-Medien und -Presse und kennt daher nur die Regierungslinie.

Bingo
25 Tage zuvor

Warum???

Warum ist diese “Studie” auf Englisch? Um einen professionellen Eindruck vorzutäuschen?

“Covid-19 deniers” diskreditiert dieses Paper in den ersten Sätzen bereits.

”Even with over 100 million people infected by the disease worldwide and more than 2 million associated deaths,” – Wie wir wissen, beruhen diese Zahlen auf einen dubiosen PCR-Test. Eine Quellenangabe fehlt auch.

“Their study looks at the impact that Black Lives Matter gatherings have on the spread of COVID-19 and find that these demonstrations – at which participants largely complied with coronavirus mitigation strategies – have no or only a marginal effect on COVID-19 infections.” -lol!!!

“ Citizens‘ right to protest is a corner stone of modern democracies. In times of public crisis, such as a pandemic, local authorities may, however, deem such protests as too dangerous for society.” – They may??? No, they may not.

“Democrats are usually more willing to reduce mobility and voluntarily engage in social distancing; Republicans are less likely to do so.” – WTF?

“The COVID-19 pandemic has been accompanied by the emergence and spread of conspiracy theories.” – Wie bitte???

“In comparison, more than 75 percent of the German population supports the government’s measures to fight COVID-19 (Deutschlandfunk, 2020).” – Ich traue der Reitschuster-Umfrage eher.

“Esoteric, monarchist, and far-right groups and parties joined the protests, united around a common grievance: that the pandemic is an invention aimed at suppressing their freedom.” – Facepalm.

…Eh, sorry, ich kann diesen Dreck nicht mehr weiterlesen. Ich hab echt wichtigeres zu tun. Toilettenpapier ist hochwertiger.

 

Heidi M.
25 Tage zuvor

Rechtsanwalt Ralf Ludwig hat in einem post Folgendes dazu geschrieben:

„Martin Lange und Ole Monscheuer haben ein völlig unwissenschaftliches „Diskussionspapier“, das sie intern als Studie bezeichnen, zu einem angeblichen Zusammenhang von Demonstrationen und Coronainfektionen geschrieben.

Dieses Schreiben ist so offensichtlich politisch motiviert und derart handwerklich schlecht, dass eine Grenze in der Propaganda überschritten wurde.

Ich konnte mit mehreren Statistikern und Sozialwissenschaftlern sprechen, die allesamt nur erschüttert waren.

Ich werde nun Top-Strafrechtsanwälte damit beauftragen, Martin Lange und Ole Monscheuer wegen Volksverhetzung anzuzeigen und werde insbesondere Honk for Hope und die dazugehörigen Busunternehmer bitten, sich daran zu beteiligen. Diesen gegenüber stellt es aus meiner Sicht eine Verleumdung dar, die zugleich zivilrechtlich mit einer Schadensersatzklage gegen die beiden verbunden sein sollte.
Zugleich werde ich ZEW und Humboldt Universität auffordern, arbeitsrechtliche Konsequenzen zu ziehen.
Soweit die Humboldt Universität sich das Papier bereits zu eigen gemacht hat (https://reitschuster.de/post/studie-zu-corona-protesten-wie-bestellt/#) werden die rechtlichen Konsequenzen auch auf diese ausgeweitet.

Zu versuchen, mit einer derart politisch motivierten Kampfschrift das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu bekämpfen, ist ein unwürdiges Schauspiel, dem wir sofort einen Riegel vorschieben werden.

Jedes Presseorgan, das aktuell noch schreibt: „Eine Studie hat bewiesen dass….“ äußert damit eine unwahre Tatsachenbehauptung.
Unsere Presserechtler überprüfen auch das sehr genau.

Positiv an dieser Studie ist, dass wir hierdurch einen historischen Nachweis haben, dass ein Großteil der Leitmedien nicht mehr im Rahmen des Pressekodex, sondern nur noch als Propagandorgane arbeiten.

Unterstützt mich bitte dabei, herauszufinden, welche Medien diese „Studie“ unkritisch als wahr übernommen haben.“

Peter
25 Tage zuvor

Die Autoren nutzen die Daten vom November (mit zwei größeren Querdenkerdemos), und nehmen nun folgendes an: Da, wo viel rechtspopulistische Parteien gewählt werden, seien viel Corona-Leugner, die auch die Hygiene-Regeln nicht einhalten würden. Wo wird viel AFD gewählt? Z.B. in Sachsen, da wo im Herbst die Zahlen höher waren. Klarer Fall, deren Anhänger sind schuld, und auch die Masernimpfverweigerer gleich noch dazu. Die Teilnehmer von Querdenken-Demos sind aber 29% Grüne-, 18% Linken- 21% sonstige und nur zu 15% AFD-Anhänger – das wird mal eben vergessen. Nun hatte im Frühjahr der Westen Deutschlands hohe Sars-Cov2-Positivraten, d.h. die aufgebaute Immunität war hier ebenfalls höher als z.B. in Süd-Ostdeutschland. Deshalb waren im Herbst die Gebiete, die im Frühjahr wenig betroffen waren, jetzt stärker betroffen, eben z.B. Sachsen (oder hier in BW Pforzheim). Die gleiche Auswertung im Frühjahr hätte ergeben, dass Corona-Leugnen vor Infektionen schützt… Wenn man dann in die Auswertung genauer hineinschaut, wird es noch schlimmer. Die Autoren schreiben selbst, dass sie keinen Zusammenhang zu einem frühen Zeitpunkt gefunden haben, aber bei dem später beobachteten Zeitpunkt und beziehen sich jeweils auf die damals aktuellen Inzidenzwerte. Diese basieren auf den Meldezeitpunkt positiver Tests auf Sars-Cov2 (nicht Covid-19, das ist die Krankheit, die nur ein Bruchteil der pos. getesteten Menschen entwickeln) Der Meldezeitpunkt lässt sich leider keinem genauen Infektionszeitpunkt zuordnen, da der Meldeverzug, Bearbeitungszeit, etc.. sehr unterschiedliche sind, liegt aber mit großer Streuung laut RKI ca. 3 Wochen nach einer möglichen Infektion. So eine Streuung ist für die Verfolgung des Infektionsgeschehens unbrauchbar, deshalb stellt das RKI im Nowcasting zeitlich sortierte Daten zur Verfügung, die einen engen & festen zeitlichen Bezug zu Infektion haben (7 vor dem jeweils genanntem Bezugs-Datum). Diese werden aber in dem Papier nicht genutzt. Das Papier nimmt statt dessen unbrauchbaren Meldedaten, und berücksichtigt einen zu kurzen Zeitverzug von 10 Tagen. Aber selbst mit diesen ungeeigneten Daten verschwindet der vermutete Effekt, wenn die durchschnittlichen 3 Wochen Verzugszeit berücksichtigt werden. Mit Wissenschaft hat das wenig zu tun, setzen, 6.

S.K.
25 Tage zuvor

Das war vorauszusehen, dass so eine Studie kommt. Die „Studie“ ist genauso ein Fake wie das Geheimpapier über COVID-19 vom März 2020.

  • Der Initiator Michael Ballweg von Querdenken-711 hat die Regierung mit diesem Satz ja erst auf diese Idee gebracht: „Hiermit fordere ich die Politik auf, diese Zahlen nun endlich zu liefern. Jede staatliche Einschränkung bedarf einer verfassungsrechtlich tragfähigen Begründung.
  • Michael Ballweg von Querdenken-711 hat am 24.12.2020 auf YouTube eine Video-Botschaft hinterlassen, wo er darum bat, das Verbot der Demonstrationen in Berlin zu akzeptieren. Da die Demonstration am 30.12.2020 wie auch die Demonstration am 31.12.2020 von der Stadt Berlin verboten wurde. Ballweg kündigte außerdem auch an, zunächst keine großen Demos gegen die Corona-Maßnahmen anzumelden. Er werde den Winter nutzen, um sich auszuruhen und Kräfte zu sammeln.
  • Er sagte in dem Video: „Es muss für eine versammlungsrechtliche Einschränkung hierbei im Übrigen nicht der Beweis erbracht werden, dass sich vergangene Versammlungslagen tatsächlich negativ auf die absoluten Infektionszahlen ausgewirkt haben und es in diesen Versammlungen zur Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus gekommen ist. Es wäre nach den großen Demonstrationen am 01.08.2020 und am 29.08.2020 in Berlin sicherlich möglich gewesen, hier belastbare Zahlen zu liefern. Aber anscheinend liegen diese nicht vor. Hiermit fordere ich die Politik auf, diese Zahlen nun endlich zu liefern. Jede staatliche Einschränkung bedarf einer verfassungsrechtlich tragfähigen Begründung.“
S.K.
Antwort an  S.K.
23 Tage zuvor

Lieber Herr Reitschuster, ich sehe gerade das mein Beitrag 3-mal in Ihrem Artikel erschienen ist. Tut mir aufrichtig leid! Aber beim absenden meines Beitrags wurde immer wieder Fehler angezeigt. Da es mir sehr wichtig war, Ihnen meine Erkenntnis mitzuteilen, habe ich eben solange versucht, ihn zu posten, bis er für mich sichtbar war. Entschuldigen Sie bitte vielmals!

S.K.
Antwort an  S.K.
23 Tage zuvor

P.S. …. Es wäre auch sehr lieb, wenn Sie wieder meine E-Mail-Adresse freischalten würden. Ich musste nun extra eine andere E-Mail-Adresse nutzen, um mich für den 3-Fach-Post bei Ihnen zu entschuldigen.

Sie sind wahrscheinlich davon ausgegangen, dass ich Sie zu spammen wollte. Das war nicht der Fall.