Tote nach Impfungen: Regierung nennt immer noch keine Zahlen "Das kann ich jetzt nicht sagen"

Gestern habe ich hier darüber geschrieben, wie ich seit einem Monat versuche, von der Bundesregierung zu erfahren, wie viele Menschen in Deutschland bisher nach einer Corona-Impfung verstorben sind – also in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Verabreichung des Vakzins. Da die Bundesregierung auf meiner Seite mitliest, wie auch heute wieder deutlich wurde im konkreten Fall von Merkels Sprecher Steffen Seibert (anzusehen hier oder später nachzulesen in einem eigenen Text), hätte man davon ausgehen können, dass sie sich vorbereitet und Zahlen parat hat. Zumindest wäre das zu erwarten gewesen von einer Bundesregierung, die auf Transparenz setzt und die Lage im Griff hat.

Doch auf meine entsprechende Frage hin kam der Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Sebastian Gülde, heute ins Schlingern. So wird offensichtlich: Entweder hat die Regierung keinen Überblick über diese sehr heiklen Daten – oder sie will sie nicht bekannt geben. Hier mein Wortwechsel mit Spahns Sprecher heute:

REITSCHUSTER: Herr Gülde, ich versuche seit über einem Monat, von Ihnen bzw. vom RKI die Zahlen zu den Toten zu bekommen, die nach oder im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronaimpfung gestorben sind. Man hat den Eindruck, man wird wie der Buchbinder Wanninger hin- und hergeschickt. Warum gibt es diese Zahlen nicht? Auch im aktuellsten Bericht von gestern sind sie wieder nicht drin.

GÜLDE: Das kann ich Ihnen, ehrlich gesagt, nicht sagen. Ich weiß jetzt nicht: Zielen Sie auf Verdachtsmeldungen ab, die an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden, oder geht es Ihnen generell um Todesfälle, bei denen auch der Impfstatus bekannt ist? Das sind zwei Dinge, die man tatsächlich unterscheiden muss.

Die Verdachtsmeldungen erhalten Sie ja tatsächlich in den Sicherheitsberichten des Paul-Ehrlich-Instituts. Sie finden sie tatsächlich auf der Webseite. Wenn es um die anderen Fälle geht, dann muss man dazu vielleicht grundsätzlich sagen: Nicht immer ist bei Todesfällen auch der Impfstatus der Menschen bekannt.

Insofern: Ich muss sehen, ob dem Robert Koch-Institut solche Zahlen vorliegen. Das kann ich jetzt nicht sagen. Wir haben dazu ja schon in der Vergangenheit Zahlen vorgelegt. Aber trotzdem: Sie sind immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Denn nicht immer ist der Impfstatus von Verstorbenen bekannt.

REITSCHUSTER: Aber es ist zumindest bei einigen bekannt, dass sie das haben, und die hat man ja auch vorher schon gezählt. Warum hat man jetzt mit dem Zählen aufgehört?

GÜLDE: Wie gesagt: Das kann ich jetzt nicht sagen. Das müssten Sie gegebenenfalls noch einmal beim Robert Koch-Institut nachfragen.

Damit schließt sich der Kreis endgültig – seit einem Monat bekomme ich im Hin und Her zwischen Bundesregierung und Robert Koch-Institut keine Zahlen geliefert. Und von den Kollegen scheint das keinen zu kümmern, jedenfalls habe ich noch nicht erlebt, dass jemand außer mir nachfragt.

PS: Nach dem neuesten Wochenbericht des RKI gab es seit dem 1.2.2021 10.827 sogenannte „Impfdurchbrüche“ – also Fälle, bei denen Geimpfte an Covid-19 erkrankten. In 893 Fällen mussten diese geimpften Covid-19-Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

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Bild: Shutterstock
Text: br


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