Trotz hoher Inzidenzen – In Frankreich bleiben die Schulen offen Blick über die Grenze

Ein Gastbeitrag von Sönke Paulsen

Als „exzessiv und unerträglich“ hat der französische Premierminister Castex eine mögliche dreimonatige Schulschließung bezeichnet und auf Deutschland verwiesen, wo die meisten Schulen immer noch geschlossen bleiben müssen. In Frankreich wird der Wechselunterricht in halben Klassen jetzt zur Pflicht.

Das alles trotz extrem hoher positiver Testungen (am Donnerstag fast 35000 Neuinfektionen), die in Frankreich allerdings extrem unterschiedlich verteilt sind. Spitzenreiter sind Paris und die Region Alpes Maritimes, die an Italien grenzt.

Soweit die ermutigenden Nachrichten aus unserem Nachbarland. Weniger ermutigend ist die Tatsache, dass Paris mit Ausgangssperren und Passierscheinen arbeiten will, strikte nächtliche Ausgangssperren hat, die bereits ab 18.00 Uhr beginnen. Die Repressionen werden von der Bevölkerung nur teilweise toleriert. Macron ist in Meinungsumfragen so unbeliebt wie nie. Ganz im Unterschied zu Deutschland konnte die französische Regierung von der Pandemie nicht profitieren.

Im nächsten Frühjahr, ein halbes Jahr nach den Bundestagswahlen in Deutschland, stehen in Frankreich die Präsidentschaftswahlen an. Laut Umfragen aus dem Januar 2021 würde Macron derzeit leicht hinter seiner schärfsten Konkurrentin Marine Le Pen (Rassemblement National, ehemals Front National) liegen. Le Pen werden bei den nächsten „Presidentielles“ gute Chancen gegen Macron eingeräumt.

Auch wenn also die Maßnahmen mit Freiheitsbeschränkungen während der Pandemie in Frankreich teilweise wesentlich drastischer sind, bleibt festzuhalten, dass das Verantwortungsgefühl gegenüber den Kindern in der Politik dort ausgeprägter ist als bei uns. Allerdings hat die Bevölkerung sich von der Regierung schon recht weitgehend abgewendet und Castex gilt bereits als „verbrannt“, und man schließt schon Wetten ab, wie lange er es noch als Premier machen wird.

Macron dagegen hat seine Wette, es ohne größeren Lockdown in den Sommer zu schaffen, verloren. Die Maßnahmen erinnern an das Frühjahr 2020, wo eine drastische fünfundfünfzigtägige Ausgangssperre mit dem Lockdown verbunden war.

Eines jedoch hat der Präsident erreicht.

Seine schärfsten Gegner, die Gilets Jaunes, wurden durch die starken Freiheitseinschränkungen, gewissermaßen „en passant“, und natürlich durch harsche Polizeigewalt, von der Straße getrieben. Sie werden aber wiederkommen, wie in Deutschland die Querdenker. Die Gelben Westen sind in Frankreich ausgezeichnet miteinander vernetzt und diskutieren schon weitere Aktionen gegen die Regierung.

Das Gerücht geht bereits um, dass der französische Präsident besonders viel Angst vor den Parisern habe, denn die haben schon Könige geköpft. Einige Spottlieder der Gilets Jaunes spielen bereits darauf an.

Im Gegensatz zu den Franzosen geht die deutsche Bevölkerung vergleichsweise sanft mit der Regierung Merkel und den Landesregierungen um. Die Franzosen haben sich ihre Demokratie allerdings auch selbst erkämpft und sie nicht, wie wir, von den Alliierten verordnet bekommen. Mit der kleinen Ausnahme der neuen Bundesländer. Dort haben die Menschen sich die Demokratie ebenfalls selbst erkämpft im Jahr 1989. Vielleicht ein Grund, dass der Osten Deutschlands rebellischer ist als der Westen. Eher französisch eben.

 

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Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt

Bild: Halfpoint/Shutterstock
Text: Gast 

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