Verbot von Transgender-Propaganda an Schulen in den USA Oklahoma und Florida ändern Gesetzgebung

Von Kai Rebmann

Die Schulen in den USA sollen offenbar wieder zu einem Ort des Lernens und der Vermittlung von evidenzbasierten Inhalten werden. Zumindest in Oklahoma und Florida, zwei Bundesstaaten, an deren Spitze erzkonservative Republikaner stehen. Medienberichten aus den USA zufolge wurden entsprechende Gesetzesinitiativen in der vergangenen Woche sowohl von Kevin Stitt (Oklahoma) als auch Ron DeSantis (Florida) auf den Weg gebracht. Letzterem wird dabei vorgeworfen, mit diesem Schritt lediglich das Profil für seine Präsidentschaftskandidatur schärfen zu wollen, deren offizielle Verkündung allerdings noch aussteht.

In Oklahoma soll die Frühsexualisierung in der Kita sowie in der Schule bis einschließlich zur 5. Klasse von den Lehrplänen verschwinden. Einen vorentscheidenden Schritt ging die Initiative am vergangenen Dienstag, als das Vorhaben durch die Mehrheit des Parlaments gebilligt wurde.

Im Sunshine State, wo ein entsprechendes Gesetz bereits im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist, soll das Verbot der Transgender-Propaganda auch auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet werden. Die Zustimmung des Parlaments braucht es in Florida nicht, es reicht eine einfache Mehrheit im Bildungsrat. Dort soll am 19. April über den Vorstoß von DeSantis abgestimmt werden.

Erwartbare Kritik aus dem Weißen Haus

Lerninhalte zur sexuellen Orientierung und Geschlechteridentität von Kindern und Jugendlichen dürfen dem „Don’t say gay“-Entwurf zufolge künftig nicht mehr alleinstehend an die Schüler in Florida vermittelt werden. Heißt im Klartext: Diese Themen dürfen von den Lehrern nur noch behandelt werden, wenn diese im Kontext zur Vermittlung dessen steht, was die klassische Biologie darüber lehrt. So zum Beispiel und insbesondere die Lehre – nicht etwa die „Theorie“ – von den zwei Geschlechtern.

Auch in Deutschland berichten Medien wie die „FR“ über die Pläne aus den USA, natürlich mit der üblichen Schlagseite. Dort werden vor allem die kritischen Reaktionen aus dem Weißen Haus in den Mittelpunkt gestellt. Präsident Joe Biden habe sich bereits vor einem Jahr, als die erste Stufe des Gesetzes in Florida eingeführt worden war, dahingehend geäußert, dass es die „LGBTQI+-Jugendlichen“ verdienten, „bejaht und akzeptiert zu werden, wie sie sind“. Dessen Sprecherin Karine Jean-Pierre habe jetzt die aktuellen Pläne als „vollkommen falsch“ und „Teil eines verstörenden und gefährlichen Trends“ bezeichnet.

Freie Interpretation von LGBTQ-Studien

Offenbar wird es mit zunehmender Sorge gesehen, dass die geänderte Gesetzgebung Floridas jetzt auch in Oklahoma umgesetzt werden soll. Weitere Bundesstaaten, insbesondere von Republikanern regierte, könnten in den kommenden Monaten folgen. Daher darf auch der Verweis auf zwei mehr oder weniger aktuelle Untersuchungen zu dem Thema nicht fehlen.

Einer Erhebung des Trevor Projects aus dem Jahr 2022 zufolge sei es an „LGBTQ+-bejahenden“ Schulen zu weniger Suizidversuchen unter Kinder und Jugendlichen gekommen. In einer bereits im Mai 2020 publizierten Studie haben Forscher der Yale University die Auswirkungen von Mobbing auf die Suizidrate unter „LGBTQ+-Jugendlichen“ untersucht.

Bei beiden Studien unberücksichtigt blieb jedoch die Fragestellung, inwieweit die frühkindliche Indoktrinierung schon im Kindergarten die sexuelle Orientierung beeinflusst. Wer oder was macht einen Jungen oder ein Mädchen überhaupt zu einem „LGBTQ+-Jugendlichen“? Wie ist der explosionsartige Anstieg von Kindern und Jugendlichen zu erklären, die sich insbesondere in der westlichen Welt immer häufiger „im falschen Körper geboren“ fühlen? Weshalb ist dieser woke Trend ausschließlich in vermeintlich zivilisierten und aufgeklärten Ländern zu beobachten, nicht aber dort, wo der Transgender-Wahn – wenn überhaupt – nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt?

Auch diese und ähnliche Fragen würden es verdienen, von Medien, Politik und Wissenschaft einmal kritisch beleuchtet zu werden. Gut möglich, dass sich Florida und Oklahoma mit genau diesen Modeerscheinungen auseinandergesetzt haben und dabei eben zu Schlüssen gekommen sind, die den Bewohnern der LGBTQ-Blase nicht in den Kram passen. Wenn dann noch Medien wie die „FR“ von einem „scharf rechten Kurs“ schreiben, spricht das natürlich ebenfalls für sich.

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.
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