Warum können wir Deutsche nicht, was alle anderen Länder können? Der Armenier mit dem Clio

Ein Gastbeitrag von Klaus Kelle

Der 29-jährige Armenier Gor V. ist vorgestern mit seinem Renault-Clio unweit des Berliner Breitscheidplatzes in eine Menschengruppe gerast. Eine Lehrerin aus Hessen stirbt bei der „Amoktat“, 32 Menschen werden – zum Teil lebensgefährlich – verletzt, darunter ein weiterer Lehrer und sieben Schüler. Und weil der Tatort in der Nähe der Gedächtniskirche liegt, wo am 19. Dezember 2016 ein islamischer Terrorist namens Anis Amri mit einem geklauten LKW den schlimmsten Terroranschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte verübt hatte, bemühte sich die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gleich am Abend noch festzuhalten, dass es sich bei dem Täter wohl um einen psychisch gestörten Mann handele. Nicht, dass wir noch auf dumme Gedanken kommen. Aber ernsthaft: Ist nicht jeder Selbstmordattentäter qua Tat im Grunde psychisch gestört?

Die Hauptstadtmedien beschäftigen sich am Tag nach der Gewalttat mit der Frage, was wohl das Motiv für die „Amoktat“ gewesen sein könne. Mich hätte erst einmal interessiert, wie es den verletzten Schülern geht und den Angehörigen der getöteten Lehrerin. War sie verheiratet? Hatte sie selbst Kinder? War sie leidenschaftlich engagiert in ihrem Beruf, eine gute Lehrerin, beliebt bei ihren Schülern? Sang sie im Kirchenchor? Nichts davon erfahren wir, stattdessen werden wir auf eine Spurensuche zu den Motiven des psychisch gestörten Armeniers mitgenommen.

Möglicherweise sei der Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges der Auslöser für diese Tat gewesen, mutmaßen Journalisten in Berliner Tageszeitungen. Na, dann ist ja alles gut, oder? Und er war ja psychisch gestört und hat nur eine „Amoktat“ begangen, nicht etwa einen Terroranschlag…

Alle Rassisten?

Nein, so einfach ist es nicht, es ist das gleiche mediale Framing, das man uns wieder und wieder in die Köpfe hämmern will. Und wenn wir es partout nicht begreifen, dann sind wir halt Rechtsradikale, Ausländerfeinde, Rassisten, oder?

Nein, das sind wir natürlich nicht. Aber wir nehmen, und ich nehme mir das Recht heraus, nachzufragen.

Gor V. wurde 2015 in Deutschland eingebürgert. Er kann bis heute auch nicht einmal rudimentär die deutsche Sprache sprechen. Warum wurde der Mann dann eingebürgert? Wie kann jemand die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, der kein Wort Deutsch spricht? Wer hat seine Anträge auf Einbürgerung ausgefüllt, die Formulare für die staatlichen Transferleistungen über sieben Jahre(!)?
Bei der Polizei ist der 29-Jährige immer wieder aufgefallen, wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Beleidigung. Wer hat sich um diesen Mitbürger gekümmert – einer von 60.000 Armeniern, die in unserer Hauptstadt heute leben? Warum durfte er trotz bekannter schwerer psychischer Störung immer noch auf Berlins Straßen herumlaufen? Warum ist es – verdammt nochmal – für jeden so leicht, in unser Land einzureisen und hier auf unsere Kosten zu leben?

Was muss noch passieren, damit das aufhört?

Ein sehr guter Freund von mir siedelt gerade in die USA über. Ein Deutscher, mit seiner Frau und seinen kleinen Kindern. Sie verlassen Deutschland, weil Deutschland so geworden ist, wie es jetzt ist. Er ist Jurist mit internationaler Managementerfahrung, spricht sechs Sprachen, konnte zwei konkrete Arbeitsangebote von einer angesehenen Anwaltskanzlei und einer Universität vorweisen. Und trotzdem mussten sie monatelang Formulare und Nachweise ranschaffen, Zeugnisse, überzeugende Begründungen vortragen und glaubhaft machen, dass die dem amerikanischen Staatsbürger nicht auf der Tasche liegen, sondern selbst für sich sorgen und etwas für das neue Gastland leisten werden.

So machen andere Länder das, wenn sie schlau sind. Da fährt kein Gor aus Armenien einfach so rein, lebt ein paar Jahre auf Kosten anderer Leute, leistet nichts und fühlt sich dann unpässlich und fährt mit seinem Clio – wahrscheinlich von uns finanziert – in eine Menschenmenge und tötet und verletzt andere. Das ist alles irre, was in unserem Land passiert. Und dass niemand dieses Problem grundsätzlich angeht.

Strenge Grenzkontrollen, Aufenthaltsgenehmigungen nur begrenzt und gut begründet, Asyl ja, sofern es sich nachweisbar um echte Verfolgung handelt und nur so lange, bis eine Rückkehr für die Aufgenommenen wieder möglich ist. So wie in Dänemark, wo die sozialdemokratische Regierungschefin massenweise Syrer abschieben lässt, weil es in weiten Teilen Syriens wieder sicher sein soll. Warum ist das alles in anderen Ländern möglich, aber nicht bei uns in Deutschland?

David
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Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für viel gelesene Zeitungen und Internet-Blogs. Dieser Beitrag ist zuerst auf the-germanz.de.

Bild: Screenshot Tweet
Text: Gast

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