Duell Wagenknecht gegen Lauterbach bei Will: Systemmedien hyperventilieren und framen Peinliche Versuche, die "Linke" niederzuschreiben

Es ist fast zu schön, um wahr zu sein: Endlich konnte einmal eine prominente und wortgewandte Kritikerin der Corona-Maßnahmen vor einem Millionenpublikum im gebührenfinanzierten Fernsehen einem der wichtigsten Protagonisten der staatlichen Corona-Politik direkt Paroli bieten. Besonders pikant: Kein Geringerer als Sahra Wagenknechts Ehegatte, der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine, hatte den SPD-Politiker Karl Lauterbach als „Covid-Heulboje“ bezeichnet. So interessant wie das Duell der beiden war, so entlarvend ist die Berichterstattung in vielen großen Medien darüber. Aber alles der Reihe nach. 

„Auch wer geimpft ist, kann andere anstecken“, sagte Wagenknecht. Die Impfung sei eine individuelle Entscheidung, betonte sie. Und stellte klar: Sie selbst sei nicht geimpft. Selbst in der Sendung war dann das zu spüren, was Ungeimpfte heute allerorts in Deutschland erleben: Druck! Dem hielt die „Linke“ stand. Sie forderte, man solle das Impfen nicht zu einem „Akt der Solidarität mit anderen aufblasen“. Das begründete sie wie folgt: „Wer sich impfen lässt, der schützt in erster Linie sich selbst.“ Sodann verwies Wagenknecht auf die Weigerung der Impfmittelhersteller, die Haftung für mögliche Langzeitnebenwirkungen ihrer Medikamente zu übernehmen. Die Impfdebatte sei, so die Politikerin, moralisch aufgeladen. Sie machte deutlich, dass es ihrer Ansicht nach mit den aktuellen  Impfstoffen keine Herdenimmunität geben werde. Auch auf mögliche Nebenwirkungen wies die Linke hin, mRNA-Impfstoffe seien neu und Langzeitfolgen allein deshalb nicht auszuschließen.

Dass ausgerechnet Wagenknecht so impfkritisch auftrat, stellte die eingespielte Talkshow-Maschinerie vor ein Problem: Die Ikone der Linken kann man nicht so leicht als „rechts“, „rechtspopulistisch“ oder „rechtsoffen“ diffamieren, wie das mit anderen Kritikern der Impfpolitik quer durch die politischen Lager geschieht. Wagenknecht kam hier eine Beißhemmung der Gegenüber zugute.

Und so trat in der Sendung Erstaunliches zu Tage. Etwa, dass nicht vorrangig eine steigende Zahl von Corona-Kranken unser Gesundheitssystem vor massive Probleme stellt. Der Abbau von beinahe 4.500 Intensivbetten seit Beginn der Corona-Krise und das chronische Fehlen von Pflegepersonal spielen hier eine entscheidende Rolle. Wenn das Gesundheitssystem jetzt zusammenbreche, dann „weil es über Jahre kaputtgespart worden ist“, so Wagenknecht. Die Löhne wären immer noch zu niedrig: „Nix wird gegen den Pflegenotstand getan.“

Lauterbachs Aussagen wirkten teilweise wie Hütchenspielerei. So konterte er Wagenknechts Hinweis auf die Neuartigkeit der mRNA-Impfstoffe damit, es seien mit Astrazeneca und Johnson & Johnson auch Vektorimpfstoffe verfügbar, die mit altbekannten und im Rahmen anderer Impfungen bewährten Vektoren operierten. Was aber hat das bitte mit der Neuartigkeit der mRNA-Technologie zu tun? Hätte Lauterbach da zur Ablenkung nicht auch gleich auf das Wetter verweisen können? Man dürfe, sagte er weiter, die Menschen nicht verunsichern – so als ob nicht gerade seine ständigen Alarmrufe und falschen Aussagen genau dazu führen würden. Weiter sagte Lauterbach: „Die Impfstoffe sind sicher.“ Man kann nur beten, dass er damit richtiger liegt als mit vielen anderen seiner Aussagen.

Wenn Sahra Wagenknecht aber lieber auf einen traditionellen Impfstoff warte, sei das Impfrisiko weit höher, so Lauterbach. Denn bei diesen würden die Ergebnisse von nur 30.000 Probanden aus den Studien gegen die Erfahrung von 500 Millionen mRNA-Geimpften stehen, bei denen Nebenwirkungen in sehr geringem Ausmaß und binnen weniger Wochen aufgetreten waren. Auch das ist in meinen Augen ein höchst fragwürdiges Argument, vor allem im Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen – und darauf, dass der Verdacht im Raum steht, dass viele Impf-Nebenwirkungen nicht als solche erfasst werden.

Schützenhilfe bekam Lauterbach bei Will von Christina Berndt, Wissenschaftsredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“, die stramm auf Regierungslinie liegt und in der die Bundesregierung teure Anzeigen schaltet. Berndt warf der Linken-Politikerin eine Verdrehung der Tatsachenvor und behauptete: „Nur weil wir so viele Ungeimpfte haben, haben wir jetzt so viele Probleme.“ Sie führte aus, auf den Intensivstationen lägen nur zu 25 Prozent Geimpfte, zumeist hochbetagte Vorerkrankte. Der Anteil an Ungeimpften sei weit höher. Leider fragte niemand nach, ob Geimpfte regelmäßig getestet werden auf der Intensivstation – was eine erhebliche Verzerrung der Zahlen bewirken würde. 

Berndt warf Wagenknecht eine „völlig verschobene Risikowahrnehmung“ vor: „Bei den Impfungen sehen Sie Gefahren, weil Ihnen das alles nicht geheuer ist, aber diese Infektion, das zeigen doch sämtliche Studien, ist für jede Altersgruppe der Erwachsenen in jedem Fall gefährlicher als die Impfung, und zwar bei Weitem.“

Der FDP-Mann in der Runde, Marco Buschmann, zeigte sich opportunistisch und rechtfertigte kleinlaut den Plan der Ampel-Koalitionäre in spe, die „pandemische Lage“ zu beenden: Diese sei ein juristisches Konstrukt und nichts Medizinisches. „Niemand ruft das Ende der Pandemie aus.“

Insgesamt war die Sendung dennoch zumindest dahingehend erfreulich, dass auch einmal eine andere Sichtweise vor einem Millionenpublikum zu Wort kam. Viele in Politik und Medien schienen damit aber nicht klarzukommen.

Manche aus Wagenknechts eigener Partei reagierten auf eine Art und Weise, wie man sie aus der Sowjetunion kannte – etwa der Bundestagsabgeordnete Niema Movassat mit einem öffentlichen, theatralischen Bekenntnis, er schäme sich für die falsche Haltung seiner Genossin.

Auch die Sächsische Landtagsabgeordnete Juliane („Jule“) Nagel, bekannt für ihre Unterstützung für linksextreme Gewalttäter in Leipzig-Connewitz, trat nach: 

 

Der stramm auf Regierungslinie schreibende Berliner „Tagesspiegel“ titelt: „Das ist doch ne Räuberpistole: Lauterbach weist bei ‚Anne Will‘ verärgert Wagenknecht zurecht – und pocht auf Fakten.“ Der Artikel erinnert mit seiner strammen „Haltung“ an die Verlautbarungs-Presse in autokratischen Staaten – es werden lediglich die allesamt angeblich falschen Aussagen Wagenknechts mit den allesamt richtigen „Wahrheiten“ Lauterbachs „richtiggestellt“. Motto in der Einleitung: „Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, ebenfalls Talk-Gast, widersprach Wagenknecht immer wieder, versuchte mit Fakten ihre Äußerungen zu entkräften. Und war dabei sichtlich verärgert.“

Focus-Online – bei dessen Verlag Spahns Ehemann das Berliner Büro leitet – titelt: „Wagenknecht verbreitet bei ‘Will‘ gefährlichen Impf-Irrtum – da wird Lauterbach deutlich.“ 

Auch die Westdeutsche Allgemeine (WAZ) macht schon im Einstieg ihres Artikels klar, dass sie sich im Besitz der Wahrheit fühlt und diese nicht auf Wagenknechts Seite verorte: „Bei Anne Will gab Sahra Wagenknecht zu, nicht geimpft zu sein. Die Linken-Politikerin verteidigte sich mit widerlegbaren Argumenten.“ Auch die Wortwahl – „gab zu“ – hat etwas von Framing. Man gibt in der Regel etwas zu, was man falsch gemacht hat. Hier handelt es sich aber um eine freie Entscheidung. 

Weiter schreibt die WAZ: „Die publikumswirksame Wirkung ihrer Meinung vorausahnend, rutschte denn auch Karl Lauterbach (SPD) nervös auf seinem Sessel herum, um schnellstmöglich die ‘Räuberpistolen, die auf dem Tisch lagen‘, wieder einzusammeln: Die mRNA-Impfstoffe seien absolut sicher, widersprach er, zitierte Spezialisten aus Harvard und Yale und erläuterte mit Engelsgeduld und einfachsten Worten die Wirkweise der unterschiedlichen Präparate – mRNA- wie bei BioNTech und Vektor-Impfstoff wie bei AstraZeneca. ‘Wir verschweigen hier nichts‘, beteuerte er.“ 

Diese Art der Berichterstattung erinnert an einen alten sowjetischen Witz: Ronald Reagan und Leonid Breschnew machen ein Wettrennen um den Kreml. Reagan gewinnt mit riesigem Vorsprung. Die Schlagzeilen in der Sowjet-Presse: „Breschnew beeindruckender Zweiter bei Wettlauf – Reagan nur Vorletzter!“  

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Bild: Screenshot ARD /ZDF
Text: br
 

 
 

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