EKD schmiedet unheilige Allianz mit „Letzter Generation“ Kein Witz: Tempolimit für Pfarrer und Bischöfe

Von Kai Rebmann

Deutschland im November 2022. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) fordert die Verhüllung bzw. Entfernung eines Bibeltextes an der Berliner Schlosskuppel. In Münster hat ein Kreuz im Friedenssaal des Rathauses die Jahrhunderte überdauert, ehe es anlässlich des G7-Gipfels und auf Anordnung des Annalena Baerbock (Grüne) unterstellten Auswärtigen Amtes abgehängt wurde. Angeblich aus Rücksicht auf andere Kulturen. Wer weiß, aus welchen Ländern sich die G7 zusammensetzen, wird sich seinen Teil dazu denken können. Praktisch zeitgleich zu diesen Ereignissen trifft sich die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) zu ihrer alljährlichen Synode in Magdeburg. Wer jetzt aber gedacht hat, dass sich die EKD-Vorsitzende Annette Kurschus kritisch zu den Vorgängen in Berlin oder Münster äußern würde, der sah sich – wieder einmal – getäuscht. Stattdessen bezeichnete Kurschus das Klima als die „wichtigste Frage“ unserer Zeit.

Aber damit noch nicht genug. Am Mittwoch bot die EKD der Klima-Extremistin Aimée van Baalen ein prominentes Podium und gewährte ihr vor der Synode eine Redezeit von rund 15 Minuten. Van Baalen nutzte die Gelegenheit, um die umstrittenen Proteste der „Letzten Generation“ zu verteidigen. Weil alle anderen Formen des Protestes versagt hätten, bliebe ihr und ihren Mitstreitern nichts anderes übrig, als „ihre körperliche Unversehrtheit, ihre berufliche und familiäre Zukunft sowie ihren Alltag aufs Spiel“ zu setzen. Berufliche Zukunft? Eigene körperliche Unversehrtheit? Das Einzige, was die größtenteils arbeitslosen Extremisten aufs Spiel setzen, ist die Existenz und das Leben anderer. Schließlich behauptete van Baalen, dass sie und ihre Kollegen „Zuversicht und Nächstenliebe“ im Herze trügen und machte sich damit auf fast schon tolldreiste Weise ausgerechnet die ureigensten Werte des Christentums zu eigen.

Den Kirchenvertretern scheinen die Ausführungen der Extremistin gefallen zu haben, denn sie bedachten van Baalen mit Standing Ovations. Anna-Nicole Heinrich, die Präses der EKD-Synode, kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und blendete dabei die Realität vollständig aus. Die „Aktivisten“ (O-Ton Heinrich) stellten ihr eigenes Wohl zurück, um „gewaltfreien zivilen Widerstand“ zu leisten, erzählte die EKD-Vertreterin. Und auch die Medien sprangen der Extremistin der „Letzten Generation“ in gewohnter Manier bei. Die „Welt“ verharmloste die Aktionen der Radikalen in diesem Zusammenhang gleich dreifach. In der vergangenen Woche sei in Berlin ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr in einem „mutmaßlich von Aktivisten mitverursachten“ Stau steckengeblieben, so das Springer-Blatt. Wir erinnern uns: Für eine 44-jährige Radfahrerin kam deshalb jede Hilfe zu spät!

Das 11. Gebot: Du sollst nicht rasen!

Die Chemie zwischen der „Letzten Generation“ und der EKD scheint also zu stimmen. Und dieselben Ziele verfolgen die beiden Organisationen sowieso – zumindest wenn es nach Anna-Nicole Heinrich geht. Sie wünsche sich, dass „ganz viele (Kirchen-)Gemeinden“ in Kontakt zu den Bewegungen in ihrer jeweiligen Region treten, warb sie als Präses der Synode für eine unheilige Allianz. Wer Juniorpartner in dieser Koalition sein wird, steht für Heinrich ebenfalls bereits fest: „Es ist schon klar, dass wir nicht mehr in der ersten Reihe stehen. Fridays for Future und die großen Bewegungen machen vieles besser als wir.“ An dieser Stelle wohl nicht ganz unwichtig: Anna-Nicole Heinrich ist gerade einmal 26 Jahre alt, was ein Teil der Erklärung für die Haltung der Kirchenfunktionärin sein mag.

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Alleine diese Aussage ist nämlich nicht weniger als eine Bankrotterklärung der EKD. Einen wesentlichen Anteil am Niedergang der einstmals stolzen Kirche hat Annette Kurschus. Seit ihrem Amtsantritt im November 2021 setzt sich die Ratspräsidentin vor allem für die Impfung und das Klima ein. Es geht der Kirche allem Anschein nach also deutlich mehr um Politik als um Religion. Dazu passt auch ein am Mittwoch auf der Synode in Magdeburg gefasster Beschluss, bei dem es sich leider um keinen schlechten Scherz handelt. Die EKD verlangt von ihren Vertretern bei Pkw-Fahrten „im kirchlichen Kontext“ künftig die Einhaltung eines selbstauferlegten Tempolimits. Auf Autobahnen soll dieses 100 km/h betragen, auf Bundes- und Landstraßen maximal 80 km/h. Wer das kontrollieren soll, blieb zwar offen, aber man wolle „eine öffentlichkeitswirksame Kampagne für eine entsprechende Selbstverpflichtung“ ins Leben rufen, wie es weiter hieß. Zudem wolle man „politische Bemühungen“ für ein generelles Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen unterstützen.

Der massenhafte Exodus ihrer Mitglieder ist nur die logische Folge, wenn die Kirche ihre Schaffenskraft nur noch auf politische Ziele konzentriert und sich dabei noch von gesellschaftlich höchst umstrittenen Organisationen vereinnahmen lässt. Dabei sollten es gerade die EKD und die Kirchenführer eigentlich besser wissen. Der Evangelist Matthäus schrieb: „Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: ‚Ich bin Christus‘ und werden viele verführen.“ (Mt 24, 4-5) So wie es aussieht, ist die EKD bei der „Letzten Generation“ jetzt endgültig schwach geworden.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: Screenshot YouTube Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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