Lauterbach kann’s nicht lassen: China als Vorbild Unterschiedliche Farben für unterschiedliche Rechte

Von Daniel Weinmann

Geht es um die Forcierung der im Herbst anstehenden Impfkampagne, geht Karl Lauterbach gern eigene Wege. „Wenn im Herbst vor Infektion schützende Impfstoffe vorliegen, sollten sie auch für Geimpfte einen Vorteil bringen“, lautet das Credo des noch nicht Genesenen. Sein Impfanreiz sieht so aus: „Auf Maske im Innenraum kann man im Herbst nicht verzichten. Für die frisch Geimpften wäre eine Ausnahme vertretbar.“ Dies sei „dann sicherlich Anreiz für den ein oder anderen, darüber nachzudenken, ob er sich impfen lassen möchte.“ Masken-Befreiung statt Bratwurst, lautet also das neue Lockmittel.

Als „frisch geimpft“ gilt allerdings nur, wer eine Vakzinierung nachweisen kann, die maximal drei Monate zurückliegt. Dies bedeutet: Millionen drei- und vierfach Geimpfte haben nur die gleichen Rechte wie die als unsolidarisch diffamierten Ungeimpften.

Fragt sich, wie in Gaststätten, Kinos oder Theatern kontrolliert werden soll, wer wann geimpft wurde. Des Bundesgesundheitsministers glorreiche Idee: Auf der Corona-Warn-App ist eine andere Farbe des Zertifikats vorgesehen. „Einfacher als früher 2G+“, findet Lauterbach – und beruft sich auf ein höchst fragwürdiges Vorbild. In China gibt es dieses System mit verschiedenen Farben bereits, wo sogenannte „Health Code“-Apps Bewegungsprofile erstellen und Auskunft über den Gesundheitszustand geben.

Wie in China wird die Angst vor einer Infektionswelle staatlich gelenkt

Je nach Farbe haben die Menschen dann unterschiedliche Rechte. Grün bedeutet Bewegungsfreiheit. Wer nur Orange oder Rot vorweisen kann, muss bis zu zwei Wochen in Quarantäne. Dies weckt Erinnerungen an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte, als ein Stern auf der Kleidung diejenigen Menschen kennzeichnete, die sozial ausgegrenzt werden sollten.

Lauterbachs Phantasmagorie sieht so aus: „Drei Monate lang nach der Impfung ist der Pass dann grün, weil man davon ausgehen kann, dass sie vor Infektionen geschützt sind.“ Es ist ein bedrückendes Déjà-vu eines Berichts des Leiters des ZDF-Studios in Peking, Ulf Röller, in der TV-Sendung „Lanz“ am 21. April 2020:

„Die Angst, die so vor einer neuen Infektionswelle haben, ist so groß und sie wird auch staatlich gelenkt“, so der Journalist, „dass sie eigentlich gar keine Einschränkung ihrer Freiheitsrechte sehen, dass sie sie abgeben. Sondern sie sehen in der Freigabe der Daten etwas, was positiv ist, weil sie das schützt.“ In seinem nie nachlassenden Schüren von Panik strebt Lauterbach offensichtlich genau dies für Deutschland an.

»Glauben Sie im Ernst, dass Menschen sich alle drei Monate impfen lassen?«

Augenfällig ist das indirekte Eingeständnis des Impf-Fetischisten („Sicherer es sitzt ein Geimpfter am Tisch als ein Ungeimpfter“), dass die viel gepriesenen, gleichwohl nur bedingt zugelassenen Impfstoffe, nur noch drei Monate lang „schützen“.

Dass sich die so obrigkeitshörigen Deutschen von seiner Farb-App verführen lassen, glaubt offensichtlich nicht einmal Lauterbach selbst. „Glauben Sie im Ernst, dass Menschen sich alle drei Monate impfen lassen, um ohne Maske in ein Restaurant gehen zu können??????“, verstrickte sich der SPD-Politiker auf Twitter in einen weiteren seiner zahllosen Widersprüche, den „Bild“ so kommentierte: “Wirrer Lauterbach-Tweet aus der Corona-Isolation.”

Zahlen müssen für diese Warn-App sämtliche Steuerzahler: Schon bis Anfang dieses Jahres liefen dafür 130 Millionen Euro auf. Laut „New York Times“ kann die chinesische App auch automatisch Daten mit der Polizei teilen. Ein kleines Wunder, wenn dies keine Steilvorlage für Lauterbach & Co. wäre.

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Juergen Nowak/Shutterstock
Text: dw

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