Öffentlich-rechtlicher Dauernicker-Journalismus Bauchpinseln statt kritischem Fragen

Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Stop! Stop! Stop! Ich bin kein Rassist! Ich bin durchaus gleicher Meinung mit unserem Bayerischen Innenminister Hermann, dass Roberto Blanco, Schlagerstar im Ausgang des letzten Jahrtausends, ein ”wunderbarer Neger” war. Wunderbar sein Song: “Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun bin auch ich.” Wie sollte ich auch etwas gegen ihn gehabt haben, wo „Neger“, von der Wortbedeutung her, nichts anders als “schwarz” heißt. Kommt aus dem Lateinischen “niger”, ist gleich schwarz. Wir Weißen sind, von der Herkunft des Wortes, lateinisch, albinos, vom lat. albus, das heißt „weiß“. Alles klar? Also: dort „Neger“, der/die Schwarzen, und hier wir, die Weißen, die „Albinos“.

Ich will nicht abstreiten, dass es Menschen gibt, die den Begriff abwertend verwenden. Das verurteile ich. Aber umgekehrt kann es auch kein Verbrechen sein, dass das Wort für manche Menschen wie mich positiv besetzt ist. Einerseits will ich mir meine Sprache nicht zensieren lassen. Aber andererseits will ich auch keine Steilvorlage für Angriffe bieten. Bekanntlich kann – nach Schiller – der „Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Deshalb verwende ich im weiteren die politisch korrekten Worte.

Ich kann mich noch erinnern, dass in unserer Kirche eine Opferdose war, wo ein kleiner, schwarzer Mann, ich schreibe nicht, wie man ihn früher nannte, saß, der mit Kopfnicken ein “Danke” sagte, wenn man Geld für die Mission hineinwarf. Die Missionsspende bezog sich natürlich nicht auf Grönland, sondern auf Afrika. Deswegen kam das Nicken des Schwarzen, das Dankeschön, von dem kleinen Christus-Menschen in spe. Hätten wir sie, die bald Getauften, als minderwertig verachtet, dann hätten wir sicher nichts in die Missionsdose geworfen, damit deren Heilschancen vorangetrieben werden konnten.

Falsche Wortwahl

Hoppla, schon wieder ein falsches Wort: Missionierung! Ist das nicht im Cancel-Culture-Auge ein Knallwort für Unterdrückung, Missachtung, verächtliches Überlegenheitsgefühl? Okay, wenn die Verbreitung christlicher Hoffnungsbotschaft Diskriminierung war …?

Beinahe hätte ich vergessen, worauf ich hinauswill. Klar doch, der schwarze Dauer-Nicker aus der Kirche – ich benenne ihn jetzt also politisch korrekt – gab mir vor kurzem den Kick. Mir wurde nämlich klar, dass Journalismus in den öffentlich-rechtlichen Zwangsfinanzierungsmedien gegenwärtig im Grunde nichts anderes ist als Missionierungsideologie mit neuer Heilsbotschaft. Aber nicht per Spende, sondern gebührenpflichtig zu finanzieren. Warum? Weil wir im Grunde in den Anstalten nur journalistische Dauernicker haben. Will sagen: Sie kriegen unser GEZ-Geld und nicken sich und den Regierungsmeinungen zu.

Die Münchner Runde vom 18.11.2020 im Bayerischen Rundfunk ( „Zwischen Hoffen und Bangen: Wie hart wird der Corona-Winter?“) war insofern kein neues Erlebnis. Immer sitzt da ein Pariah, diesmal der Fraktionschef der FDP im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, ein sorgfältig Ausgewählter, mit drin, auf den man einschlagen kann, weil er das Falsche denkt und das Falsche auch noch sagt. Der Dynamische, rhetorisch Gefährliche, brachte es doch fertig, während seiner Beiträge den staatssekretärischen CSU-Kabinettsfurzer in Schnappatmung zu versetzen. Er versuchte hilflos ringend, die Kritik des FDPlers an den zu erwartenden söderschen Corona-Ermächtigungsgesetzverfügungsumsetzungen mit ständigen Unterbrechungen zu widerlegen. Der FDP-Mann war nämlich einer, der sich nicht als Dauernicker instrumentalisieren lassen wollte.

Dauernicken

Die Teilnehmer der Diskussion, einschließlich des systemkonformen Virologen, aber mit Ausnahme des Hau-den-Lukas-Kandidaten von der FDP, nickten sich beständig zu, während X oder Y etwas zum Corona-Diktat unserer Politiker sagten. Kleine kritische Nachfragen des Moderators, die meist die Antwort suggerierten, wurden entsprechend mit Nicken vor der Antwort antizipiert. (Wie oft genickt wurde, habe ich aus Zeitgründen nicht gezählt.)

Wie hieß das nochmal? „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Der Ablass-Spruch aus grauer Vorzeit ist gleichsam das geforderte und willig geleistete Glaubensbekenntnis haltungskorrekter Dauernicker-Journalisten.

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Josef Hueber, geboren in Nürnberg, studierte in München und Exeter (England) Germanistik und Anglistik für das Lehramt an Gymnasien. Die an der Schule verbreiteten Lehrbücher in den weltanschaulich stark bestimmten Fächern durchschaute er lange nicht als das, was sie waren: Transportmittel für linke und grüne Ideologien. Seine Erkenntnis: Better late than never! Das öffentliche Bewusstsein sieht er heute geprägt von Anti-Amerikanismus, Israel-Bashing, Antisemitismus, Umweltalarmismus, Wissenschaftsfeindlichkeit und Selbstverleugnung in Fragen der kulturellen Identität, sowie von zunehmenden Angriffen auf die persönliche Freiheit durch den Nannystaat. In zunehmendem Maße pulverisiert man, was als Errungenschaft der Aufklärung gelten darf und deswegen den Alleinanspruch auf Modernität erheben kann.

Seine Begegnung mit Blogs, für die er auch Übersetzungen aus dem Englischen lieferte, stellte den Beginn seiner Tätigkeit als freier Autor dar. Blogs sind für ihn unverzichtbare Augenöffner in nahezu allen aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen. Er sieht sie als verlässliche Garanten für einen kontroversen Wettbewerb der Meinungen in einer von den Mainstream-Medien beherrschten Diskurshoheit. Im April 2020 erschien sein Buch “Stromaufwärts denken”.

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Bild: Luis Molinero/Shutterstock
Text: gast

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