Schule verbietet Praktikum bei AfD – und kommt vor Gericht damit durch „Offenkundig politisch motiviertes Urteil“

Von Kai Rebmann

Eine Hand wäscht die andere. So muss man wohl den Doppelpass bezeichnen, der regelmäßig zwischen Politik und Rechtsprechung gespielt wird. Ganz aktuell war das jetzt in Brandenburg wieder zu beobachten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gab in zweiter Instanz einem beruflichen Gymnasium recht, das einer 16-jährigen Schülerin ein Pflichtpraktikum beim AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer verboten hatte.

Begründung des Gerichts: die AfD werde vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuft. Dies wiederum sei nicht mit den Zielen und Grundsätzen von Erziehung und Bildung gemäß des Landesschulgesetzes vereinbar, wie es weiter heißt.

Was die Richter dabei aber übersehen oder, was wohl leider wahrscheinlicher ist, ganz bewusst ignorieren: eben dieses Upgrade zur „gesichert rechtsextremen Bestrebung“ – vom vormaligen „Verdachtsfall“ – wurde im Mai 2025 unter fragwürdigen Umständen vom damaligen Verfassungsschutzchef Jörg Müller vorgenommen. Sowohl er als auch seine Dienstherrin, die damalige Innenministerin Katrin Lange (SPD), mussten wenige Tage nach der umstrittenen Hochstufung ihre Stühle räumen – nicht zuletzt aufgrund dieser Causa.

Denn: der Verfassungsschutz ist immer dem jeweiligen Innenministerium unterstellt und damit  – und anders, als dies oft dargestellt wird – keineswegs unabhängig, ganz im Gegenteil. So sieht das im aktuellen Fall naturgemäß auch René Springer, der eine Instrumentalisierung eben dieses Organs wittert und dem Oberverwaltungsgericht eine „offenkundig politisch motivierte Entscheidung“ vorwirft. „Es ist ein bedenklicher Zustand unserer Demokratie, wenn einer Schülerin ein Praktikum bei einem direkt gewählten AfD-Bundestagsabgeordneten verwehrt wird“, bedauert der Brandenburger Landeschef seiner Partei.

AfD oder Justiz – wer ist gefährlicher für die Demokratie?

Nicht viel besser verdaulich wird der politisch-juristische Eierkuchen durch den weiteren Verweis der Brandenburger Richter auf eine Entscheidung des Landesbildungsministers Steffen Freiberg (SPD), die Schulen faktisch aus der Pflicht zu nehmen, die vom Landesverfassungsschutz vorgenommene Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ – und die sich daraus möglicherweise ergebenden Interessenskonflikte – selbst zu überprüfen oder auch nur einen Moment lang kritisch zu hinterfragen.

Der Verfassungsschutz als Einpeitscher gegen den politischen Gegner und Schulen sowie weitere staatliche Institutionen als willige Befehlsempfänger in stoischer Lemmingtreue – so sieht sie aus, „unsere Demokratie“ im Deutschland anno 2026.

Zurück bleibt eine junge Schülerin, die zunächst ohne das für ihre Ausbildung benötigte Pflichtpraktikum dastand und sich dabei laut Urteil des Oberverwaltungsgerichts weder auf den Gleichheitsgrundsatz noch auf das Parteienprivileg noch auf ihr ureigenes Recht auf Bildung berufen darf – und das offenbar nur, weil der ausgewählte Praktikumsgeber nicht ins politische Weltbild der Regierung passt.

Denn eine richterliche Entscheidung zur Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ steht ausdrücklich noch aus. Stand heute haben darüber lediglich der einem SPD-geführten Innenministerium unterstellte Landesverfassungsschutz und dessen inzwischen geschasster Chef entschieden. Als Grundlage für ein wohlgefälliges Urteil im Sinne der Regierung reicht das allem Anschein nach aber allemal aus.

HELFEN SIE MIT –
DAMIT DIESE STIMME HÖRBAR BLEIBT!

Im Dezember 2019 ging meine Seite an den Start – damals mit einem alten Laptop am Küchentisch. Heute erreicht sie regelmäßig mehr Leser als manch großer Medienkonzern. Und trotzdem: Der Küchentisch ist geblieben. Denn eines hat sich nicht geändert – meine Unabhängigkeit. Kein Verlag, keine Zwangsgebühren, keine Steuermittel. Nur Herzblut – und Sie.

Mein Ziel: 

Sie kritisch durch den Wahnsinn unserer Zeit zu lotsen.
Ideologiefrei, unabhängig, furchtlos.

Ohne staatliche Subventionen, ohne Abo-Zwang, ohne Paywall. Niemand muss zahlen, um meine Seite zu lesen – aber ich bin unendlich dankbar für jede Unterstützung, die freiwillig kommt. Sie trägt mich. Denn sie zeigt: Ich habe Rückhalt. Und mein Einsatz – mit allen Risiken, Angriffen und schlaflosen Nächten – ist nicht vergeblich.

Der direkteste Weg (ohne Abzüge) ist die Banküberweisung:
IBAN: DE30 6805 1207 0000 3701 71.

Alternativ sind Zuwendungen via Kreditkarte, Apple Pay etc. möglich – allerdings werden dabei Gebühren fällig. Über diesen Link

Auch PayPal ist wieder möglich.
Nicht direkt – aber über Bande, dank Ko-fi: Über diesen Link

(BITCOIN-Empfängerschlüssel: bc1qmdlseela8w4d7uykg0lsgm3pjpqk78fc4w0vlx)

Wenn Ihr Geld aktuell knapp ist – behalten Sie es bitte.
Mir ist wichtig, dass niemand zahlen muss, um kritisch informiert zu bleiben. Gleichzeitig bin ich umso dankbarer für jede freiwillige Geste, die keinen Verzicht abverlangt. Ob groß oder klein – Ihre Unterstützung ist für mich ein wertvolles Geschenk und trägt mich weiter.

Dafür: Ein großes Dankeschön– von ganzem Herzen!

Meine neuesten Videos und Livestreams

Zigtausende frieren – und unsere Medien spülen alles weich. Weil’s linker Terror war, nicht rechter.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sicherheits-Placebo: Wie Augsburg sich mit Pollern vor Terror „schützt“ – aber nichts verhindert

Unheimlich daheim. Weihnachten in Augsburg

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: nitpicker/Shuttertsock

Bitte beachten Sie die aktualisierten Kommentar-Regeln – nachzulesen hier. Insbesondere bitte ich darum, sachlich und zum jeweiligen Thema zu schreiben, und die Kommentarfunktion nicht für Pöbeleien gegen die Kommentar-Regeln zu missbrauchen. Solche Kommentare müssen wir leider löschen – um die Kommentarfunktion für die 99,9 Prozent konstruktiven Kommentatoren offen zu halten.

Mehr von Kai Rebmann auf reitschuster.de