Studie belegt politische Einseitigkeit von ARD und ZDF Haarsträubende Beispiele für Scheuklappen-Journalismus

Geht es Ihnen auch so? Manchmal muss ich bei Überschriften in den „großen“ Medien unvermittelt lachen. Wie heute bei dieser Schlagzeile in der „Bild“: „Zweifel an der Neutralität der TV-Nachrichten“. Wie bitte? Zweifel? Ich glaube eher daran, dass Zucker in großen Mengen dünn und schlank macht und Karies vorbeugt, als dass ich an die Neutralität in den Nachrichten unserer großen Sender glaube. Ich bin mir sicher, viele von Ihnen sehen das ähnlich (rotgrüne „Gegnerbeobachter“, die hier, finanziert mit Steuergeldern, mitlesen bzw. mitlesen müssen, einmal ausgenommen).

Weiter schreibt die Bild: „Neue Zweifel an der Neutralität der TV-Nachrichten ‘Tagesschau‘ (ARD) und ‘heute‘ (ZDF)“. Da musste ich schon wieder lachen. Richtig wäre gewesen: Neue Belege für diese fehlende Neutralität. Die übrigens nicht eine Gnade oder eine Nettigkeit der Gebührensender wäre. Sondern eine Vorschrift, die sich aus dem Medienstaatsvertrag ergibt. Der Gesetzesrang hat. Und den die GEZ-Journalisten dreist, willentlich und systematisch ad absurdum führen.

18.805 Beiträge untersucht

Belegt wird das Bauchgefühl, dass Sie und ich teilen, durch eine Analyse des Forschungsinstituts Media Tenor zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sender. Darin wurden 18.805 Beiträge in den TV-Nachrichten (Anfang 2021 bis Ende 2022) analysiert. Das Institut aus dem Schweizerischen Rapperswil kommt dabei zu folgendem Ergebnis: „Bei SPD und Grünen gab es mehr positive als negative Beiträge. Bei Union und FDP war es umgekehrt“, so die „Bild“. Extremstes Beispiel sind demnach die „Berichte über Ex-NRW-Regierungschef und Kanzlerkandidat Armin Laschet (61, CDU) und über Rheinland-Pfalz-Regentin Malu Dreyer (62, SPD).“

Hier die neue Fun-Kollektion

Beide kamen wegen der Flut-Katastrophe im Juli 2021, bei der mehr als 180 Menschen starben, massivst unter Druck. Die Sozialdemokratin etwa erkannte die Katastrophe zu spät, blieb in der Flut-Nacht unerreichbar. Laschet wurde vor allem sein Lachen beim Flutgebiet-Besuch angekreidet. Eine sehr deutsche Herangehensweise – während man etwa in Russland sagt, je schlimmer die Lage, umso wichtiger der Galgenhumor.

Die Forscher fanden dem Beitrag zufolge heraus: Laschet kam in zwei Jahren in 112 Beiträgen (mehr als jedem vierten Beitrag über ihn) schlecht weg. Gleichzeitig gab es keinen einzigen negativen Beitrag über Dreyer. 20 waren positiv, 73 neutral. Weil sie Sozialdemokratin ist, statt Christdemokratin? Oder weil sie im „Nebenjob“ dem ZDF-Verwaltungsrat vorsitzt? Und die GEZ-Journalisten nicht die Hand beißen wollen, die sie füttert? Allein die Konstellation ist mehr als abenteuerlich: Die Ministerpräsidentin kontrolliert das Medium, das sie kontrollieren soll. Ein schlechter Witz.

Empörte CDU

Die CDU läuft jetzt Sturm – so als sei das Problem nicht schon lange vorher mehr als offensichtlich gewesen. Schatzmeisterin Julia Klöckner sagte zu „Bild“: „Journalismus darf keine Auftragsarbeit sein.“ Besonders der gebührenfinanzierte Rundfunk müsse „unabhängig aus einer professionellen Distanz heraus berichten“.

Wo bitte waren Klöckner und Co. all die Jahre? Als Angela Merkel die Öffentlich-Rechtlichen mit einer Erweiterung der Rundfunkgebühren korrumpierte und zum Propaganda-Arm der Regierung machte?

Besonders dreist ist die Reaktion der Gebühren-Anstalten selbst. Der Deutschlandfunk verbreitete, bei der Studie habe es sich um eine Auftragsarbeit für die CDU gehandelt. Als Kronzeugen fuhr der Sender dazu den Politikberater Johannes Hillje auf. Der ließ kein gutes Haar an der Analyse, bezeichnete sie als „Stimmungsmache“ und „nicht objektiv“. Er diffamierte das renommierte Institut als „PR-Firma“, die sich im Auftrag der CDU einen wissenschaftlichen Mantel umgeworfen habe. Schlichte Fake-News. Und Rufmord. Wofür sich der Sender später entschuldigen musste. Die Berichterstattung legt nahe, dass weder Hillje noch die Redakteure die Studie überhaupt gelesen haben. Aber so diffamiert es sich ungestörter.

Täuschung der Gebührenzahler

Besonders dreist: Der „Deutschlandfunk“ präsentierte Hillje unter dem Deckmantel des „unabhängigen Experten“. Dabei ist er für die Grünen aktiv. Und wird fast schon regelmäßig als angeblich unabhängiger Experte zur Täuschung der Gebührenzahler eingesetzt.

Erst gestern habe ich hier über solche Hütchenspiele und solchen Betrug am Zuschauer durch die Gebührensender berichtet (siehe hier). Besonders absurd dabei: Die Kollegen sind offenbar so isoliert in ihrer Blase, oder schon so verzweifelt, dass sie gar nicht mehr merken, wie sie mit solchem Betrug am Zuschauer die Kritik an ihrer Arbeit selbst bestätigt.

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