Anstieg der „Ortskräfte“ inflationär Gerade noch 515 Ortskräfte, jetzt 10.000 oder sogar 50.000

(red.) Das Bundesverteidigungsministerium zählte am 13. August 2021 – also vor weniger als zwei Wochen – noch 515 Ortskräfte, versteckt in einer Prozentrechenaufgabe via Twitter. Dort hieß es nämlich aus dem Hause Kramp-Karrenbauer:

„Wir helfen denjenigen, die uns geholfen haben: 360 (afghanische) Ortskräfte und 1.458 Familienangehörige sind in (Deutschland) angekommen. Das sind über 70 % der Ortskräfte mit Aufnahmezusage seit 2019. Als Ansprechstelle ist auch ein Callcenter für Ortskräfte eingerichtet.“

Weiter heißt es, dieses Callcenter bestehend aus sechs Teams – mit je einem Soldaten und einem Dolmetscher besetzt – hätte zu dem Zeitpunkt 2.850 Telefonate geführt, was immer das bedeuten mag. Verlinkt wurde via Twitter ein Text von Bundeswehr-Online.

Dort heißt es:

„Seit Beginn des Einsatzes unterstützten afghanische Ortskräfte die Bundeswehr bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Sie arbeiteten unter anderem als Bauarbeiter, Übersetzer und Reinigungskräfte. Ihre ehemaligen Tätigkeiten könnten nun, nach der vollständigen Rückverlegung der deutschen Truppen, die einheimischen Ortskräfte in Gefahr bringen.“

Bauarbeiter und Reinigungskräfte? Sicher mag es hier in der Vergangenheit zu Konflikten gekommen sein. Wer kann sich über 7.000 Kilometer hinweg anmaßen, eine verbindliche Gefahreneinschätzung vorzunehmen? Allerdings hatte zuletzt der Wiener Afghanistan-Experte Dr. Sarajuddin Rasuly im Gespräch mit reitschuster.de explizit darauf hingewiesen, dass er beispielsweise Köche nicht zur gefährdeten Gruppe zählen würde, ergo auch Putzhilfen nicht.

Erstaunlich ist ebenfalls, dass die vielen weiteren Helfer der staatlichen und privaten Organisationen im Vorfeld und in der Kommunikation des Ministeriums kaum Erwähnung fanden. Zwar untersteht beispielsweise die GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) nicht dem Verteidigungsministerium, aber im Rahmen der Ortskräfte-Luftbrücke bedarf es des Einsatzes der Truppe.

Bereits vor Monaten erklärte die Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer gegenüber den Medien, dass sie es als eine Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland empfände, die Menschen, die an der Seite der Bundeswehr gearbeitet haben, nicht schutzlos zurückzulassen: „Wir reden hier von Menschen, die zum Teil über Jahre hinweg auch unter Gefährdung ihrer eigenen Sicherheit an unserer Seite gearbeitet, mitgekämpft und ihren persönlichen Beitrag geleistet haben.“

Von GIZ und Co ist hier keine Rede. So allerdings entsteht mittlerweile der Eindruck, als hätte die Bundesregierung hier die tatsächliche Höhe der Zahlen nicht im erforderlichen Maß zeitnah und offen kommunizieren wollen, so wie die Zahlen der Ortskräfte der Bundeswehr.

Die Bundeskanzlerin spricht inzwischen von 10.000 Betroffenen. Und die Kanzlerkandidatin der Grünen proklamiert gar schon 50.000 Kandidaten für die Luftbrücke.

Zwei Dinge sind hier noch auffällig: Zum einen bietet die GIZ ihren „Ortskräften“ mittlerweile eine Bleibe-Prämie, ein Angebot, welches allerdings unvereinbar sein dürfte mit einer Luftbrücke, die laut Baerbock mindestens 50.000 Menschen vor den Taliban retten soll.

Und weiter irritiert die Zahl derjenigen Afghanen, die aus Afghanistan ausgeflogen werden dürfen, weil sie in Deutschland einen Aufenthaltstitel nach ihrem Asylantrag erhalten haben. Diese Personen tauchen in den Erzählungen der Bundesregierung nicht explizit auf:

„Nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban evakuiert die Bundeswehr deutsche Staatsangehörige, Bürger weiterer Staaten, afghanische Ortskräfte sowie weitere zu Schützende aus Kabul. Das Kabinett hat den bewaffneten Einsatz beschlossen. Verfolgen Sie hier aktuelle Entwicklungen.“

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
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Bild: privat
Text: red

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