Busfahrer von Borussia Dortmund wegen falscher Partei am Pranger Die DDR lässt grüßen

Wer immer noch der Illusion anhängt, wir würden weiterhin in einer pluralistischen, freiheitlichen Demokratie leben und nicht in einem Schnüffelstaat, der möge sich folgende Frage stellen: Hat es in Zeiten der alten Bundesrepublik irgendjemanden interessiert, ob ein Busfahrer Mitglied einer demokratischen Partei war? Das galt als seine Privatsache – es sei denn, er hätte vielleicht ständig seine Fahrgäste politisch belehrt. Im selbst erklärten BeDaZ („besten Deutschland aller Zeiten“) ist das anders. Es ist zu einem Gesinnungs- und Schnüffelstaat verkommen.

Aktueller Beleg lässt sich bei Sport.de nachlesen: „Borussia Dortmund bereitet sich derzeit in der Schweiz auf die anstehende Bundesliga-Saison vor. Derweil sorgt eine investigative Recherche der ‘Ruhr Nachrichten‘ für Aufsehen. So soll Busfahrer Christian Schulz Mitglied bei der Corona-Protestpartei ‘dieBasis‘ sein. Die Schwarz-Gelben haben sich von der politischen Einstellung des 52-Jährigen distanziert.“

Allein dieser erste Absatz ist ein vernichtendes Sittengemälde unseres Landes: Dass eine Zeitung eine „investigative Recherche“ betreibt, nicht um Verfehlungen der Regierung aufzudecken, sondern die Zugehörigkeit eines Busfahrers zu einer regierungskritischen Partei aufzudecken, klingt wie Realsatire. Ebenso wie die Tatsache, dass sich ein Bundesligist von der politischen Einstellung seines Busfahrers distanziert.

So etwas ist normalerweise in Nachrichten in autoritären Staaten zu finden. Es spricht einer Diktatur Hohn. So könnte man den ganzen Text durchgehen: „Ein Bericht der ‘Ruhr Nachrichten‘ sorgt jetzt aber für Wirbel. Grund dafür ist die politische Einstellung des 52-Jährigen, soll Schulz doch zu den Mitgründern des Dortmunder Stadtverbands von ‘dieBasis‘ gezählt haben.“

Wirbel wegen der politischen Einstellung eines Busfahrers

Weiter steht da: „Borussia Dortmund weiß über Schulz‘ Tätigkeit Bescheid und äußerte sich gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ zur politischen Haltung des Busfahrers. Der Verein habe Schulz „schon vor einigen Monaten deutlich mitgeteilt, dass Positionen der Partei, für die er sich in der Vergangenheit engagiert hat, mit den Positionen von Borussia Dortmund nicht im Ansatz vereinbar sind.“

Sind die Positionen von Borussia Dortmund antidemokratisch? Sehen sie nicht vor, dass sich jemand in einer regierungskritischen, nicht verbotenen Partei engagiert?

Es geht noch weiter. Ganz offen prahlt sich der Klub damit, seinen Busfahrer zur Aufgabe seines politischen Engagements gedrängt zu haben. Zwischen den Zeilen lässt sich auch Erpressung lesen – Job oder Partei. So zitiert das Portal den Verein wie folgt weiter: „Herr Schulz hat uns daraufhin mitgeteilt, dass er sich nicht mehr aktiv politisch in der besagten Partei engagiert, dass er sein Amt ruhen lässt und bei der nächsten Wahl nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung stehen wird.“ Schon jetzt würde Schulz nicht mehr an Sitzungen teilnehmen, gab er demnach an. Der Klub habe die Information, dass Schulz „unserem intensiven Gespräch schon vor Monaten“ hat „Taten folgen lassen“.

Das Opfer des Polit-Mobbings muss sich dann auch noch öffentlich erklären und mitteilen, der ganz offensichtliche Druck sei kein Druck: Der Verzicht auf Parteiarbeit sei seine „freie Entscheidung“ gewesen, ließ er dem Bericht zufolge ausrichten: „Keiner, tatsächlich niemand bei Borussia Dortmund hat mir dazu geraten“, sagte Schulz, der in Zukunft nach eigener Aussage nicht mehr für einen Posten bei „dieBasis“ kandidieren werde. Gleichzeitig beteuerte Schulz, dass sich die Partei von „Reichsbürgern“ und „jeglichem Rechtsextremismus“ distanzieren würde.“

Es ist der Geist der DDR, der aus solchen Berichten und solchen Vorgängen spricht.

Man kann es nicht mehr leugnen – die Wiedervereinigung führte langfristig zu einer massiven Übernahme von Denkweisen und Methoden der linksextremen deutschen Diktatur.

Ebenso erschreckend wie diese Entwicklung ist die Tatsache, dass sie so viele Menschen – vor allem im Westen – nicht wahrnehmen wollen. Sie sich schönreden. Eine rosa Brille aufsetzen. Das macht das Leben leichter. Aber nur dank dieses Wegsehens konnten die Kulturrevolutionäre und Ideologen dieses Land übernehmen und können es jetzt an die Wand fahren.

Danach wird es wieder niemand gewußt haben.

Aber man konnte es wissen.

Man musste es sogar.

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Bild: geogif/Shutterstock
Text: br

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