„Frau mit Bart und Penis in Wiener Damensauna“ In Österreich wurde wahr, was bei uns als „Verschwörungstheorie“ diffamiert wird

Als Journalist fühlt man sich in diesen verrückten Zeiten immer wieder überfordert mit den Unmengen an Irrsinns-Meldungen, die auf einen einprasseln. Den richtigen Weg zu finden zwischen Abstumpfung und Dauer-Aufregung, ist schwierig. Beides wäre gefährlich. Einen großen Teil der absurden Meldungen filtert man heraus. Und beneidet zuweilen Menschen, die einen anderen Beruf haben – weil sie sich nicht den ganzen Tag über durch allzu oft abstruse und abwegige Nachrichten wühlen müssen.

Doch bei aller Abgeklärtheit hat heute ein Artikel in der drittgrößten österreichischen Zeitung „Heute“ dafür gesorgt, dass mir buchstäblich die Kinnlade herunterfiel. Er ist gleich auf mehreren Ebenen bemerkenswert. Allein die Überschrift ist auf der nach oben offenen Richterskala der Absurditäten sehr hoch anzusetzen: „Frau mit Bart und Penis in Wiener Damensauna.“ Im Vorspann setzen die Kollegen dann noch einen drauf: „Eine Besucherin mit Bart saß in der Damensauna eines Tröpferlbads. Die weiblichen Stammgäste verlangten eine Erklärung – nun ist das Rätsel gelöst …“ Rätsel? Liebe Kollegen, auf welchem Planeten lebt ihr? Würde jemand mit einer Zeitmaschine aus den Jahren 2018 oder zuvor in die Gegenwart transportiert – für ihn wäre es wirklich ein Rätsel, und er würde an einen Fehler glauben. Oder daran, dass die Autoren verrückt geworden sind. Doch für jeden, der heute Medien konsumiert, ist schon mit der Überschrift alles klar.

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Und tatsächlich handelt es sich natürlich um einen biologischen Mann, der hier als Transfrau für Aufregung sorgte. In dem Bericht von „Heute“ heißt es: „Obwohl Donnerstag Dampfbad und Sauna nur für Frauen reserviert sind, saß plötzlich eine etwas anders aussehende Person auf der heißen Holzbank. ‚Der Bart war nicht zu übersehen, das Geschlecht mit Handtuch bedeckt, bloß beim Duschen zu erkennen‘, so eine Zeugin. Das sorgte für Verwirrung in der Sauna, die Frauen baten um eine Erklärung.“

Weiter schreibt das Blatt: „‚Es handelte sich um eine Transfrau aus Deutschland‘, so ein Tröpferlbad-Insider im Bezirksamt Wien-Neubau. ‚Sie zeigte am Eingang ihren Ausweis und wurde dann auch hineingelassen. In dem Dokument war angeblich das passende Geschlecht eingetragen.‘“ Ganz amtlich gibt das Blatt dann die Behördenauskunft zu der Causa wieder: „Für die Nutzung von Bereichen, die zwischen Geschlechtern differenzieren (etwa Toiletten, Umkleiden, Sauna) ist das im Personaldokument angeführte Geschlecht maßgeblich“, erklärte Bäder-Sprecher Martin Kotinsky: „Für intersexuelle Menschen (Menschen, die keinem biologischen Geschlecht zuordenbar sind) ist hier ein x vermerkt. Diese haben die Wahlmöglichkeit, welchen Bereich sie nutzen möchten.“ Transpersonen hätten entsprechend den aktuellen Regelungen entweder den Personenstand „männlich“ oder „weiblich“ im Ausweis stehen, so der Sprecher. „Dementsprechend haben sie die geschlechtsspezifischen Räumlichkeiten zu nutzen.“

Sicher und frei

Es kommt noch bunter. Der Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, Markus Reiter von den Grünen, sagte zu der österreichischen Zeitung: „Einrichtungen der Stadt und des Bezirks können von allen Menschen genutzt werden und sind auch für alle da. Alle Menschen haben das Recht, gleichberechtigt, sicher und frei zu leben. Doch nach wie vor sind Transgender-Personen, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen mit Benachteiligungen und Ausgrenzung im Berufs- und Alltagsleben konfrontiert.“

Das ist an Absurdität kaum noch zu überbieten. Doch statt das auch nur ansatzweise zu kommentieren, handelt die österreichische Zeitung nach dem Motto „Mein Name ist Hase, und ich weiß von nichts“ – bzw. hier: „Und ich habe keine Meinung“. Und sie versucht, zu schlichten: „Nach kurzer Aufregung soll sich bei den Damen in der Sauna im Hermannbad übrigens bald wieder relaxte Stimmung eingestellt haben. Sie waren letztendlich mit dem Besuch einverstanden. ‚Doch das männliche Geschlechtsteil war nicht zu übersehen‘, so eine Saunabesucherin …“

Für den Grünen Bezirksvorsteher gehört es also nicht zum Recht von Frauen, in der Frauensauna nicht mit biologischen Männern konfrontiert zu werden – dafür aber sieht er Transpersonen im Recht, ausgerechnet in die Frauensauna zu gehen – wo doch die gemischte Sauna die Norm ist; in der gemischten Sauna könnte sich auch niemand unangenehm berührt fühlen. Allein deshalb müsste hier eine Rechtsgüterabwägung dazu führen, dass dem biologischen Mann die Gemeinschaftssauna leichter zumutbar ist als Frauen, die Wert darauf legen, ohne Männer zu saunieren – ohne einen Mann in IHRER Frauensauna.

Kognitive Dissonanz

Eine russische Freundin, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt und der ich von der Geschichte erzählte, antwortete mir: „Es ist absurd, dass sie zuerst die Rechte der Frauen schützen und separate Saunen für sie einrichten – zuvor war es egal, alle gingen zur gleichen Zeit bzw. in eine Sauna (Männer, Frauen, Einhörner, jeder) – und jetzt sind sie empört darüber, dass Frauen empört sind …“ Ihr bitteres Fazit: „Es ist sehr schwierig, in ständiger kognitiver Dissonanz zu leben …;))“

Um noch einmal zu dem eingangs erwähnten Bild mit der Zeitmaschine zurückzukommen: Stellen Sie sich vor, Ihr „Ich“ aus dem Jahr 2018 würde in die jetzige Gegenwart geschleudert und würde eine solche Schlagzeile und so einen Artikel lesen. Ich persönlich würde dann wohl glauben, die Zeitmaschine habe einen Defekt, und ich sei im Irrenhaus gelandet. Oder in einem Parallel-Universum, das die Realität parodiert.

Überdrehte und Verrückte gab es zu allen Zeiten. Dass das Überdrehte zur Norm wird, gefördert von Politik und Medien, ist erstaunlich. Dass die Mehrheit brav mitspielt und sich wie ein Ochse am Nasenring durch die Arena vorführen lässt, ist bitter.

Rational ist dieser ganze Irrsinn einfach nicht mehr nachvollziehbar. Und man kann ihn nur noch mit Galgenhumor quittieren, wie es der unbekannte Autor dieser Fotomontage im Internet tat:

Besser kann man die Absurdität nicht auf den Punkt bringen. Ein weiterer Schritt wäre, sich zur „Katze“ zu erklären – und damit der Steuerpflicht zu entgehen. Oder mit dem Motorrad beim Fahrradrennen mitzufahren, weil man sich als Fahrradfahrer fühlt. Wir leben im Endstadium einer irren Phase, in der Ideologie über Fakten gesiegt hat. Endstadium, weil solch ein Irrsinn nie lange gutgehen kann, und Loslösung von den Fakten mittel- und erst recht langfristig immer ins Verderben führt.

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