Herrje! Baerbock rutscht das „N-Wort“ im Interview zu Rassismus raus Sturm im Berliner Wasserglas!

Annalena Baerbock versteht es wie kaum eine andere in diesen Tagen des Wahlkampfs, für Schlagzeilen zu sorgen. Oft sind es keine positiven. Manchmal skurrile. So auch die neueste. Ist jetzt der nächste Skandal im Wasserglas im Anmarsch? Oder können die Medien noch einmal alles abwiegeln? Die Causa: Die Parteichefin und Kanzlerkandidatin benutzte in einem Video-Interview über Rassismus das „N-Wort“. In den meisten Medien wird es nicht ausgesprochen – es gilt offenbar als Tabu wie das Aussprechen des Wortes „Jehova“ in dem Film-Klassiker „Das Leben des Brian“ der grandiosen britischen Komiker-Truppe „Monty Python“.

Die ganze Debatte scheint wirklich wie aus einem der satirischen und genialen Filme der Briten. Ausgerechnet eine CDU-Politikerin fordert Baerbock nun dazu auf, die Sache öffentlich zu machen. Focus Online (FOL) schreibt: „Bahnt sich hier die nächste Eklat um Grünen-Chefin Annalena Baerbock an? In einem aufgezeichneten Video-Interview äußerte sich die Kanzlerkandidatin zu Rassismus in Schulbüchern. Dabei rutschte ihr offenbar das ‘N-Wort‘ raus, wie zunächst die ‘Bild‘ berichtete“.

Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) fordert nun in der „Bild“: „Frau Baerbock sollte klar sagen, in welcher Schule in ihrem Umfeld dieser Vorfall war und wie Schulleitung und Schulaufsicht damit umgegangen sind“. Prien kritisiert auch die pauschale Schul-Rassismus-Kritik der Grünen: „Eine einzelne Anekdote ist nicht geeignet, eine pauschale Einschätzung der Situation an unseren Schulen zu fällen.“ Für viele Lehrerinnen und Lehrer, die sich in diesem Bereich engagieren würden, seien solche Aussagen „ein Schlag ins Gesicht“.

Besonders pikant ist, welche Doppelmoral in dem Fall zum Vorschein kommt: Vor einigen Monaten nutzte Tübingens Grünen-Oberbürgermeister Boris Palmer das „N-Wort“ klar erkennbar ironisch. Damals forderte ausgerechnet Baerbock den Parteiausschluss des Grünen-Rebellen. Die Partei-Chefin bezeichnete Palmers auf den Fußballer Dennis Aogo gemünzte Aussage als „rassistisch und abstoßend“. Sie fügte dann noch hinzu: „Sich nachträglich auf Ironie zu berufen, macht es nicht ungeschehen.“

Im ersten Bericht hatte die „Bild“ geschrieben, die Grünen wollten schlicht die heikle Passage aus dem Interview streichen und es erst danach veröffentlichen, so FOL: „Baerbock kritisierte zwar die Verwendung des Wortes ‘N***r‘, sprach es jedoch trotzdem aus.“ Auf Nachfrage von „Bild“ äußerte sich die Partei bislang nicht zu dem Vorfall.

Baerbock spricht von ‘emotionaler Beschreibung‘

Baerbock kommentierte ihre Äußerung im Kurznachrichtendienst Twitter: „Leider habe ich in der Aufzeichnung des Interviews in der emotionalen Beschreibung dieses unsäglichen Vorfalls das N-Wort zitiert und damit selbst reproduziert. Das war falsch und das tut mir leid.“ Und weiter: „Ich weiß ja um den rassistischen Ursprung dieses Wortes und die Verletzungen, die schwarze Menschen unter anderem durch ihn erfahren.“

Zu der von der eigenen Partei geforderten Kürzung des Interviews schrieb Baerbock: „Während der Aufzeichnung ist mir das bewusst geworden. Deshalb haben wir mit dem Zentralrat abgewogen, ob das eindringliche Beispiel geeignet ist, auf die Missstände auch im Bildungsbereich hinzuweisen, oder ob die Aussprache des N-Wortes genau dieses Anliegen konterkariert.“

Vergleiche mit der Aussage Palmers vor einigen Monaten wies sie zurück. Es sei „offensichtlich“, dass es sich „um zwei verschiedene Dinge in unterschiedlichen Kontexten handelt“. Mittlerweile wird das im Interview verwendete „N-Wort“ mit einem Piepton übertönt. Focus Online schreibt dazu: „Ein Beigeschmack bleibt allerdings.“

CDU-Mann Frank Rauer schrieb auf Twitter: „Bei anderer Gelegenheit hatte Baerbock deshalb schon mal nach einem Parteiausschluss gerufen. Abgesehen davon wieder einmal seltsam, wie die Grünen damit umgehen.“

Kritik kam aber auch von den Grünen selbst. Die Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms äußerte sich auf Twitter wie folgt: „Langsam machen sich die Grünen mit ihrer Identitätspolitik absolut lächerlich.“

Ex-FAZ-Herausgeber Hugo Müller-Vogg meint in dem Kurznachrichtendienst: „Irgendwie amüsant, wie Politiker:innen der Grünen in ihre eigenen, kunstvoll aufgestellten identitätspolitischen Fallen stolpern.“

Tatsächlich zeigt die Geschichte, wie abgedriftet die politische Debatte in Deutschland mittlerweile ist. Versucht man sie mit der gebotenen Distanz zu betrachten, erinnert sie eher an einen hysterischen Kindergarten als an erwachsene politische Diskurse.

Bei aller Kritik an Baerbock – im vorliegenden Fall würde ich nicht den Stab über ihr brechen. Auch wenn mir das in diesem Moment besonders schwerfällt – denn ich schreibe diese Zeilen von Angesicht zu Angesicht der Kanzlerkandidatin aus der Bundespressekonferenz. Ihrem rasenden und kaum zu stoppenden Redefluss zu folgen, war und ist teilweise durchaus anstrengend.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Bild: Boris Reitschuster
Text: br


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