„Wir befinden uns in einem kulturellen Bürgerkrieg“ Medienwissenschaftler Bolz erklärt, wie "woke" Eliten die Hegemonie erkämpft haben

Vieles von dem, was heute in Deutschland und allgemein in der westlichen Welt vor sich geht, stellt einen immer wieder vor Rätsel. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und fragt sich regelmäßig: Stimmt mit meiner eigenen Logik etwas nicht, oder wird hier massiv gegen die Logik verstoßen. So geht es jedenfalls mir. Umso bemerkenswerter fand ich es, dass mir der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Norbert Bolz in seinem aktuellen Interview einige sehr einleuchtende Erklärungen für die Phänomene unserer Zeit gab. Bolz spricht von einem „kulturellen Bürgerkrieg“, in dem wir uns befinden. Faktisch, so lassen sich die Aussagen von Bolz zugespitzt interpretieren, haben wir es mit einem schleichenden Coup oder gar Putsch von (pseudo-)linken Eliten zu tun. In Medien und Politik agieren sie gemeinsam als (Um-)Erzieher der Mehrheit. Wer sich dieser Umerziehung verweigert oder sie auch nur hinterfragt, der wird sofort diffamiert und in die rechte Ecke gestellt – auch wenn es noch so absurd ist. Dabei verweigern die „Putschisten“ den Dialog – weil sie keine Argumente haben, wie Bolz ausführt. Und weil die Heuchelei bei diesen Eliten inzwischen zu einem festen Bestandteil ihres Agierens geworden ist: Die offiziell ach so antirassistische und tolerante Gesellschaft sei so rassistisch und so intolerant wie selten. „Die Leute reden und handeln anders, als sie denken“, so Bolz. Die negativsten Eigenschaften, die man den Deutschen schon immer nachgesagt habe, kämen wieder zur Geltung: Autoritätsgläubigkeit, Untertanentum. Wobei all das diesmal von „links komme“.  

Nach dem ausgesprochen interessanten Interview mit dem Medienwissenschaftler bin ich noch vorsichtiger mit dem Begriff „links“ als bisher – auch wenn ich mir diese Vorsicht ja schon oft vorgenommen habe. In dem Gespräch erinnerte Bolz daran, dass diejenigen auf der Berliner (und auch Washingtoner) Tribüne, die sich heute „links“ nennen, zu einem großen Teil nichts mehr mit klassischen linken Idealen zu tun haben. Ja, zu einem großen Teil Verräter derselben sind. Statt um die klassische Klientel – Arbeiter und sozial Schwache – haben sie sich, oft zu deren Lasten, auf die Interessenvertretung für Minderheiten konzentriert. Und dabei eine „kulturelle Hegemonie“ erkämpft. Bolz spricht von einem Bürgerkrieg der neuen, „woken“ Eliten gegen die Mehrheitsbevölkerung. Ich lege Ihnen das Interview außerordentlich ans Herz. Auch mir hat es für vieles die Augen geöffnet. Er erklärt viele der Prozesse, die wir aktuell erleben. Und er attestiert den Hauptakteuren völlige intellektuelle Leere: „Was mich etwas optimistisch stimmt, denn irgendwann wird das implodieren, dieser ganze Wahnsinn, weil nichts dahinter steckt, diese Leute können nicht denken.“ Sie finden das Interview auf meinen zensurfreien Plattformen, auf Rumble und in Kürze auch auf Odysse:

 

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Bild: Shutterstock
Text: br

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