Das Neueste aus dem Transgender-Diversum Die Deutsche Bahn macht auf 'trans'

Ein Gastbeitrag von Josef Kraus

Man kommt gar nicht mehr hinterher, alle Auswüchse des Transgender-Hypes zu dokumentieren. Nahezu täglich erreichen uns neue „Aktionen“, mit denen die Trans-„Aktivisten“ dem deutschen Michel ins Hirn einpflanzen wollen, dass er nicht als Männlein oder als Weiblein existiert, sondern als sexuell fluides, volatiles Wesen, das selbst entscheiden kann, welcher geschlechtlichen Identität er sich zuordnet. Im täglichen Wechsel. Oder wenn es nach dem Entwurf des geplanten „Ampel“-Selbstbestimmungsgesetzes geht, im jährlichen Wechsel. Hier für alle naiven Hinterwäldler, die immer noch glauben, es gäbe nur ein männliches und ein weibliches Geschlecht, das Angebot an über sechzig (in Zahlen: 60) geschlechtlichen Identitäten aus dem Labor der Bundeszentrale für politische Bildung:

Hier eine Auswahl aus der Nomenklatur: androgyn, bigender, cisgender Frau zu Mann (FzM), gender variabel, genderqueer, intersexuell (auch inter*), Mann zu Frau (MzF), weder noch, geschlechtslos, nicht-binär, Pangender, Pangeschlecht, Trans, transweiblich, Transmännlich, Transmann, Transmensch, Transfrau, trans*, trans*weiblich, trans*männlich, Trans*Mann, Trans*Mensch, Trans*Frau, transfeminin, Transgender, transgender weiblich, transgender männlich, Transgender Mann, Transgender Mensch, Transgender Frau, Transmaskulin, transsexuell, weiblich-transsexuell, männlich-transsexuell, transsexueller Mann, transsexuelle Person, transsexuelle Frau, Inter*, Inter*weiblich, Inter*männlich, Inter*Mann, Inter*Frau, Inter*Mensch, intergender, intergeschlechtlich, Zweigeschlechtlich, Zwitter, Hermaphrodit, XY-Frau, Butch (maskuliner Typ in einer lesbischen Beziehung), Femme (femininer Typ in einer lesbischen Beziehung), Drag, Transvestit, Cross-Gender, Demiboys, Demigirls .

Noch vor zwei oder drei Jahren konnte man über den Trans-Hype witzeln: Wenn Mann keinen Parkplatz findet, dann parkt er eben auf einem Frauenparkplatz. Und kommt die Politesse mit einem Knöllchen, dann antwortet man: „Moment mal, ich fühle mich gerade eben als Frau.“ Witzeln? Das geht heute gar nicht mehr, denn die Sache ist todernst. Wer hier witzelt, der ist nämlich „transphob“, und Transphobie tötet (siehe unten).

Dennoch können wir uns immer noch nicht daran gewöhnen,

  • Dass AUDI seine Autos nun an „Audianer_innen“ verkaufen will. Möglichst, wie der AUDI-Chef ganz im Sinne der „letzten Generation“ meint, mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h.
  • Dass mittlerweile mehr als zweihundert Professuren für Gender, „diversity“, Intersektionalität eingerichtet wurden.
  • Dass so ziemlich jede Universität Gleichstellungsbeauftragte beschäftigt, die Fibeln für eine „gendergerechte“ Sprache herausgibt.
  • Dass es Gender-Referate in der Evangelischen Kirche gibt und dass das katholische Bistum Hildesheim ebenfalls eine Gender-Fibel herausgegeben hat. Dass die Katholische Jugend an „*Gott“ zu glauben vorgibt.
  • Dass Städte wie Hannover oder Köln ebenfalls Leitfaden für „gendersensible“ Sprache herausgegeben haben.
  • Dass sich allenfalls noch Professoren kurz vor der Ruhestandsversetzung erlauben, von „Studenten“ statt von „Studierenden“, von „Lehrern“ statt von „Lehrpersonen“ zu sprechen.
  • Dass man schon auch mal Schlagzeilen wie die folgenden findet: „Letztes Jahr gab es in unserer Stadt drei tote Radfahrende.“ Also Zombies auf dem Fahrrad?
  • Dass die transphile Regenbogenfahne auf dem Reichstag, auf Amtsgebäuden und vor Supermärkten wie REWE flattert.
  • Dass die Lufthansa die Anrede „Meine Damen und Herren“ untersagt hat.
  • Dass die „Ampel“-Regierung einen „Queer“-Beauftragten namens Sven Lehmann, seines Zeichens „grüner“ Parlamentarische Staatssekretär, berufen hat und dass dieser Mann (pardon:
    diese Person) meinte: „Welches Geschlecht ein Mensch hat, kann kein Arzt von außen attestieren.“
  • Universitäten verlangen von ihren „Studierenden“ in deren schriftlichen Arbeiten die „gendersensible“ Sprache, also eine der Varianten von BüergerI_*/:nnen.
  • In immer mehr öffentlichen Toiletten (bevorzugt in Berlin und in Universitäten) werden „Unisex“-Toiletten installiert.
  • In den Männer-Toiletten des Stuttgarter Rathauses gibt es Tampon-Automaten.
  • Im Juli 2022 wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin ein für die „Lange Nacht der Wissenschaften“ geplanter Vortrag einer Biologin unter anderem über das Thema „Warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt“ wegen Protesten der Studentenschaft erst einmal abgesagt.
  • An der Universität Halle ist ein Professor nicht bereit, die Gendersprache gelten zu lassen; in studentischen Arbeiten wertet er die Gendersprache als Fehler. Die Universitätsleitung stellt den Professor im September 2022 kalt, indem sie seine Veranstaltungen aus dem Pflichtprogramm nimmt.
  • In Baden-Württemberg stellt es die „grüne“ Schulministerin Schopper den Schulen frei, ob sie die Gendersprache vermitteln oder nicht.

Diese 16 Beispiele der letzten Wochen und Monate mögen reichen. Die Liste ließe sich ins Unendliche fortsetzen. Wir greifen hier zwei topaktuelle Beispiele heraus

1. Die Deutsche Bahn macht auf 'trans'

Wir lesen aus der Feder des Vorstandsvorsitzenden der

Nun sind wir echt geplättet! Endlich hat die Bahn die Probleme mit massenhafter Unpünktlichkeit und ebenso massenhaften Zugausfällen hinter sich gelassen und wendet sich den wahren Problemen der Menschheit zu.

2. Eine „Studierenden“-Meute jagt einen Dozenten wegen angeblicher 'Transfeindlichkeit' aus der Leipziger Uni

Was war geschehen? 30 Leipziger Philosophie-Studenten, die an der entsprechenden Lehrveranstaltung offenbar gar nicht teilnehmen wollten, haben den Dozenten Javier Alvarez-Vazquez niedergebrüllt, bedroht und vom Campus verjagt. Wegen dessen angeblicher „Transfeindlichkeit“. Er hatte eine Veranstaltung zum Thema „Historisch-genetische Theorie der Geschlechterbeziehungen“ geplant. Die „Aktivisten“ begründeten ihre Aktion unter anderem mit der vom Dozenten vorgelegten Literaturliste. Dort war der Philosoph Christoph Türcke genannt, der in seinem Buch „Natur und Gender. Kritik eines Machbarkeitswahns“ vor den Motiven hinter der Genderbewegung warnt. Seitdem hält Alvarez-Vazquez die Lehrveranstaltung nur noch im Internet ab. Und: In großen Buchstaben hatten die „Aktivisten“ an die Tafel geschrieben: „Transfeindlichkeit tötet.“ Immerhin berichtete die FAZ davon.

Fazit: Die Gender-Sekte als Gedankenpolizei à la Orwells Big Brother

Die Gender- und Trans-Aktivisten weisen so ziemlich alle Merkmale aus, die eine Sekte ausmachen: Sie betrachtet sich – reichlich paranoid – allein im Besitz des richtigen Glaubens. Sie hat ein Sendungsbewusstsein und will die „ungläubige“ Mehrheit diktatorisch missionieren. Das tut sie mit zunehmend aggressiven Mitteln; offenbar hat sie die Warnung von George Orwell vor einem totalitären Regime als Gebrauchsanweisung verstanden und sie fühlt sich als eine Art „Wahrheitsministerium“, ja als eine Art „Gedankenpolizei“.

Dass mittlerweile große Teile der Politik und der Medien diesen Hype einer Mini-Minderheit mitmachen, lässt daran zweifeln, ob Imanuel Kants Definition von Aufklärung aus dem Jahr 1784 noch ernstgenommen wird: „AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Und dann – immer noch Kant: „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen unmündig bleibt. Es ist so bequem, unmündig zu sein.“

Die Gender-Sekte hat damit nichts am Hut. Und die ach so „woken“ Leute von der Deutschen Bahn auch nicht, sie wollen mit ihrem Kniefall vor einer radikalen Mini-Minderheit offenbar ablenken davon, dass sie ihrem eigentlichen Job nicht gewachsen sind.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Und ich bin der Ansicht, dass gerade Beiträge von streitbaren Autoren für die Diskussion und die Demokratie besonders wertvoll sind. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen, und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Josef Kraus (*1949), Oberstudiendirektor a.D., Dipl.-Psychologe, 1987 bis 2017 ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, 1991 bis 2013 Mitglied im Beirat für Fragen der Inneren Führung beim Bundesminister der Verteidigung; Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (2009), Träger des Deutschen Sprachpreises 2018; Buchautor, Publizist; Buchtitel u.a. „Helikoptereltern“ (2013, auf der Spiegel-Bestsellerliste), „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), „Sternstunden deutscher Sprache“ (2018; herausgegeben zusammen mit Walter Krämer), „50 Jahre Umerziehung – Die 68 und ihre Hinterlassenschaften“ (2018), „Nicht einmal bedingt abwehrbereit – Die Bundeswehr zwischen Elitetruppe und Reformruine“ (2019, zusammen mit Richard Drexl)

Bild: Mickis-Fotowelt/Shutterstock

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