Auftritt von Nena in ARD-Show sorgt für Wirbel Rufe nach Gesinnungsmusik werden laut

Von Kai Rebmann

Am 21. Oktober hat Florian Silbereisen in der ARD „Das große Schlagerjubiläum“ gefeiert und dabei – wohl völlig arglos – für einen handfesten Skandal gesorgt. Es gibt am Gebaren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sicherlich einiges zu beanstanden und gerade auf dieser Seite wird nicht mit berechtigter Kritik gespart, doch in diesem Fall müssen ARD und MDR ausdrücklich in Schutz genommen werden. Als Überraschung des Abends hatten die Sender mit Nena die erfolgreichste deutsche Sängerin eingeladen. Mit Liedern wie „99 Luftballons“, „Leuchtturm“ oder „Wunder gescheh’n“ hat die bürgerliche Gabriele Susanne Kerner mehrere Generationen geprägt. Der Begeisterung der Zuschauer nach zu urteilen, ist Florian Silbereisen und der ARD die Überraschung an diesem Abend durchaus gelungen.

Ganz anders dagegen die Reaktionen in der linksgrünen Bubble und bei den Coronisten. Nena habe es nicht mehr verdient, dass ihr in Deutschland vor einem Millionenpublikum eine TV-Bühne bereitet wird, so der Tenor in einigen Twitter-Diskussionen. Es wirkt fast wie ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man sieht, woran sich der Sturm der Entrüstung entzündet. Nena habe sich unmöglich gemacht, da sie sich insbesondere im Sommer 2021 gegen die damals geltenden Abstandsregeln gewendet und sogar aktiv zu deren Missachtung aufgerufen hat. Dass wir es heute besser wissen und diese und weitere Corona-Maßnahmen nichts gebracht haben – zumindest nichts Gutes – spielt da schon keine Rolle mehr. Es lebe das Narrativ. Es lebe das betreute Denken. Freigeister wie Nena stören da nur.

Die ARD wiederum rechtfertigte sich damit, dass man Nena eingeladen habe, weil sie „die erfolgreichste deutsche Sängerin“ ist. Darüber hinaus habe sie mit ihren Äußerungen zu keinem Zeitpunkt „gegen geltendes Recht verstoßen“, wie der ÖRR-Sender treffend betonte. Dass sich inzwischen sogar selbst die jeder Schwurbelei unverdächtige ARD dem Verdacht ausgesetzt sieht, sogenannten „Corona-Leugnern“ in die Hände zu spielen, lässt tief in das Freiheits- und Demokratieverständnis all jener blicken, die solche Auftritte kritisieren.

Linksgrüne „tz“ wünscht sich Gesinnungsmusik

Und natürlich dürfen auch die üblichen Verdächtigen aus der Medienwelt nicht fehlen, wenn es darum geht, das künstlerische Schaffen der Kult-Sängerin auf ihre private Meinung zu reduzieren. Der Kollege Jonas Erbas von der „tz“ holt bei dieser Gelegenheit gleich zum Rundumschlag aus und nimmt neben Nena auch Xavier Naidoo und Michael Wendler ins Visier. Es gebe gute Gründe für einen Boykott der drei genannten Künstler, da diese mehrfach „durch fragwürdige Äußerungen negativ aufgefallen“ seien. Es werde in diesem Zusammenhang gerne „vorschnell auf die Meinungsfreiheit hingewiesen“, bringt der tz-Autor seine Angst vor dem selbstständigen Denken prägnant auf den Punkt.

Wie weit Erbas der Realität bereits entrückt ist, beweist folgender Auszug: „Die grundlegende Frage ist doch: Handelt es sich beim bewussten Verdrehen von Wahrheiten, die von Experten hinlänglich mit stichhaltigen Fakten belegt wurden, tatsächlich noch um eine Meinung? Ich finde nicht.“ Nicht nur die Tatsache, dass das Gegenteil längst bewiesen ist, zumindest soweit es die von Nena kritisierten Maßnahmen betrifft, ist mehr als entlarvend. Was eine zulässige Meinung ist und was nicht, soll allem Anschein nach von der „tz“ und ihrem eifrigen Autor Jonas Erbas definiert werden. Dabei sollte man doch auch in München wissen: Nur wer keine Argumente hat, muss den Diskurs mit Andersdenkenden fürchten.

Und noch eine weitere Behauptung aus dem besagten Artikel muss aufhorchen lassen. Dort heißt es in Bezug auf Nena, Naidoo und Wendler: „Sie tragen mit ihren Aussagen dazu bei, dass die wachsende Verunsicherung und Spaltung innerhalb der Bevölkerung zunimmt – und das nicht durch logische Argumente, sondern in Form von vor irreführenden Halbwahrheiten strotzenden Stammtischparolen.“ Verunsicherung und Spaltung innerhalb der Bevölkerung? Sind dafür nicht vielmehr jene verantwortlich, die vor Killervarianten gewarnt und die Ausgrenzung von Ungeimpften gefordert haben? Muss die „tz“ konsequenterweise dann nicht auch jeden Auftritt von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in den Talkshow-Formaten von ARD, ZDF und Co. als Skandal verurteilen? Wohl selten zuvor wurden im ÖRR von einem amtierenden Mitglied der Bundesregierung so viele „Halbwahrheiten“ verbreitet, wie von Karl Lauterbach.

Aber auch bei der „tz“ kommt das Beste zum Schluss. Jonas Erbas fordert nicht nur einen Boykott von andersdenkenden Künstlern. Unglaublich, aber wahr, ruft der Autor seine Leser auch dazu auf, sich generell von kritischen Geistern abzuwenden. Der Kollege schreibt: „Wir neigen gerne dazu, Persönlichkeiten, mit denen wir uns identifizieren, einen Freifahrtschein auszustellen. Würden wir derart großzügig auch mit Menschen innerhalb unseres eigenen Umfelds umgehen?“ Der letzte Satz lässt keinen Zweifel daran, dass es für den tz-Autor etwas Selbstverständliches ist, andere Meinungen selbst im „eigenen Umfeld“ – sprich Familie, Freunde oder Arbeitskollegen – nicht durchgehen zu lassen. Das ist zutiefst verstörend, andererseits aber auch entlarvend.

Übrigens: Die in den Tagen unmittelbar nach der Silbereisen-Show stattgefundenen Nena-Konzerte waren restlos ausverkauft!

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.

Bild: André D Conrad, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons

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